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Oldenburger erleben Abenteuer ihres Lebens 280 Wüstenkilometer beim Marathon des Sables

Zwei Oldenburger kämpften sich beim Marathon des Sables durch die marokkanische Sahara und hüteten sich vor Skorpionen und Dromedaren, den Wüsten-Besenwagen.

Manfred Siebert Diering und Michael Groth beim Marathon des Sables +
Foto: privat

Manfred Siebert Diering und Michael Groth erlebten beim Marathon des Sables das Abenteuer ihres Lebens.

Manfred Siebert Diering (Team Laufrausch) und Michael Groth (Ultrafriesen) haben in ihrer Läuferkarriere schon so einiges erlebt, aber was die beiden Oldenburger Extremsportler in der marokkanischen Sahara erwartete sollte alles bis dahin gewesene übertreffen. Allein schon die Vorbereitung war nicht zu vergleichen mit den anderen Läufen. Neben Kilometerfressen standen auch ausgiebige Materialtests auf dem Plan. Nach Monaten der intensiven Vorbereitung ging es dann am Karfreitag 2015 endlich los, zum berüchtigten Marathon des Sables. In Bussen wurden die über tausend Läufer in die Wüste gefahren. Letzte Chance noch einmal die Ausrüstung zu checken bevor der Rest des Gepäcks abgegeben werden musste. In den nächsten sieben Tagen musste man mit dem auskommen was man am Leibe oder dem Rücken trug.

Nachdem sich die Läufer am Samstag noch ein wenig akklimatisieren konnten fiel dann am Morgen des Ostersonntags um neun Uhr der Startschuss zum 30. Marathon des Sables. Rund 280 aufregende und anstrengende Kilometer über Sand und Schotter warteten auf die Teilnehmer. Zeit zum eingewöhnen auf die ungewohnten Laufbedingungen blieb den Läufern nicht. Gleich zu Beginn mussten sie eine 36,2 km lange Etappe absolvieren. „Die Etappe ging trotzdem ziemlich zügig vorbei, zu überwältigend waren die vielen neuen Eindrücke“, beschreibt Groth seinen Einstieg in den Marathon des Sables. Im Ziel angekommen wurden die Läufer mit drei Litern Wasser versorgt, bevor sie sich auf den Weg zu ihren bereits aufgebauten Zelten machten. „Im Schnitt habe ich am Tag so zwischen neun und zehn Liter Wasser getrunken. Da wir aber nicht so viel geschwitzt haben wie man annehmen könnte, was an den Salztabletten lag die wir zuhauf genommen haben, waren wir am Ende ziemlich aufgedunsen aufgrund von Wassereinlagerungen“, berichtet der 42-jährige Familienvater.

„Die Zelte waren nichts anderes als die Dackelgaragen die wir von der Bundeswehr kennen. Jeder hatte gerade so viel Platz wie er für seine Isomatte und den Rucksack benötigte. Wir lagen mit sechs anderen Deutschen, die wir schon vom Transalpine bzw. von der Infoveranstaltung kannten, zusammen im Zelt und haben uns super verstanden, so dass die Enge gut zu ertragen war“. „Da es so eng war haben wir die Zelte nachts nicht geschlossen sonst wäre es zu stickig geworden. Da waren wir dann morgens schon mal von einer feinen Sandschicht überzogen“, ergänzt Siebert-Diering.

Ihre einfachen Mahlzeiten bereiteten sich die beiden Oldenburger auf einem kleinen Campingkocher zu und danach ging es schon ziemlich zeitig gegen 20 Uhr in den Schlafsack. „Was sollte man auch sonst machen. Zum einen waren wir ziemlich kaputt und es wurde ja auch schon sehr früh dunkel. Mit der Dunkelheit wurde es dann ziemlich kalt, nachdem wir tagsüber weit über 40°C hatten. Essensmäßig habe ich trotz der einfachen Mahlzeiten nichts vermisst“, so Groth.
Manfred Siebert Diering und Michael Groth beim Marathon des Sables +
Foto: privat

Immer genug Abstand zu den Dromedaren halten, die in der Wüste den Besenwagen ersetzen.

Bei der zweiten Etappe des Marathon des Sables über 31,1 km wurde Groth deutlich der Unterschied zu seinen bisherigen Läufen vor Augen geführt. Jeder Läufer bekam morgens vor dem Start zwanzig Salztabletten ausgehändigt die er im Laufe des Tages nehmen sollte. Groth hatte dies schlichtweg vor dem Start vergessen. „Irgendwann war mir auf einmal ziemlich koddrig. Wir sind durch einen ausgetrockneten See gelaufen und der weiße Untergrund reflektierte die Sonne noch mehr als sonst. Da hat man schon mal schnell das Gefühl zu halluzinieren. Aber nachdem ich ein paar Salztabletten genommen hatte ging es mir auch schnell besser. Es wäre auch schade gewesen, denn es war die landschaftlich schönste Etappe.“

Nach der 36,7 km langen dritten Etappe kam es am nächsten Tag zur Königsetappe über 91,7 km – der längsten je gelaufenen Etappe beim Marathon des Sables. Während einige Läufer an den Kontrollpunkten ein kurzes Nickerchen machten, entschieden sich die beiden Oldenburger dafür die Strecke an einem Stück zu absolvieren. „Die Strecke war mit Schildern und Leuchtstäben markiert, aber gegen Morgen ließ die Leuchtkraft der Stäbe schon ganz schön nach und die Schilder waren im Dämmerlicht schlecht zu erkennen, so dass wir uns ziemlich konzentrieren musste, was nach einer durchlaufenen Nacht nicht so einfach war. Nachdem wir Anfangs ein paar Skorpione gesehen hatten sind wir später bei jedem Schatten zur Seite gesprungen. Wobei es meistens nur Grasbüschel waren“, erzählt Groth.

Hatte Groth bei der zweiten Etappe seinen Durchhänger, so hatte Siebert-Diering in der Nacht zu kämpfen. „Ich bin irgendwann nur noch hinter Michael her getrottet und habe versucht mir sein Gesicht vorzustellen. Ist mir aber nicht gelungen“. Erschwerend kam an diesem Tag auch noch ein Sandsturm hinzu. Nach dieser Etappe müsse Groth auch erstmals ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, da er sich einige dicke Blasen zugezogen hatte. Im Ziel waren es dann sieben an der Zahl, die täglich verbunden und getappt werden mussten.

Nach dieser Etappe wirkte die 42,2 km lange fünfte Etappe des Marathon des Sables wenig furchteinflößend. „Wir wussten ja, dass nach diesem Tag das schlimmste hinter uns liegen würde“. Am Ende des Tages wurde dann auch allen Läufern im Ziel die Finisher-Medaille überreicht, da die letzte Etappe eine reine Charity-Etappe sein sollte, die nicht mehr in die Wertung mit einfloss. Zu diesem Zweck wurde an alle Läufer ein blaues UNICEF-Shirt verteilt mit dem sie die 11,5 km zurück in die Zivilisation absolvierten.

„Das war das intensivste was wir bisher gemacht haben. Anstrengend aber schön“, waren sich die beiden Marathon-des-Sables-Finisher aus Oldenburg einig. „Vor allem haben wir unser Ziel erreicht unter die ersten tausend Läufer zu kommen und auf keiner Etappe den vier Dromedaren zu nahe gekommen zu sein, die in der Wüste den Besenwagen ersetzen“, freut sich Siebert-Diering. „Uns war schon klar, dass wir sehr viel gehen anstatt laufen würden. Aber am Ende war es doch mehr ein Power-Walking als Laufen“, ergänzt Groth.
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Autor: Bernd Teuber 22.05.2015

Hier finden Sie weitere Informationen zum Marathon des Sables 2015.

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