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Wüstenquerung in Südamerika Abkürzungen sind nicht immer kurz

Die Wüste ist kein Abenteuerspielplatz. Das merkt Steven Rau gerade auf seiner Wüstenquerung, als er Felsen bei der Hitze und mit Last auf dem Rücken erklimmen muss.

Steven Rau in der Wüste +
Foto: privat

Kurze Pause und dann geht es für Steven Rau weiter.

3. Tag
Der Tag startet früh um 3.00 Uhr nachts bei -5 °C und ich denke jedes Mal 'Neeeee'. Aber ich hatte ja die Wahl. Ich starte auf die nächsten 13 Kilometer, bevor ich doch noch mal ein Stündchen schlafe.

Mörderischer Anstieg für Steven Rau

Wir befinden uns jetzt auf der Drogenroute von Huara nach Colchane/Bolivien. Mehrfach wurden wir darauf hingewiesen, dass dieser Weg zu meiden ist. Der Weg ist gerade an diesem Tag auch sehr demotivierend, weil dieses riesige Felsmassiv vor uns immer größer wird und nur erahnen lässt, was da noch kommt. Diese Anstiege sind mörderisch und mit den ersten Blasen an den Füßen auch gar nicht mal so lustig. Mehrfach verfluche ich an diesem Tag noch immer knapp zwölf Liter Wasser schleppen zu müssen, die aber bei teils 34 °C bitter nötig sind.

Am Abend bereiten mir Nahrung, Höhe, und Anstrengung die ersten größeren Probleme, ehe ich dann aber doch irgendwann in den Schlaf finde.
Felsplatte in der Wüste, Steven Rau +
Foto: privat

Darunter möchte niemand begraben sein. Zum Glück ist Steven Rau nichts passiert.

4. Tag
Und weiter geht's. Der Tag startet wieder sehr früh, denn heute will ich noch mal 50 Kilometer laufen, um morgen die Grenze zu erreichen. So geht es bereits um 3.30 Uhr auf die Piste. Gegen 4.00 Uhr wurde ich gleich von der Polizei kontrolliert, welche wieder auf die Drogenroute verwies und davon abriet, dort zu laufen.

Diese Steigungen sind inzwischen echt brutal und ich benötige teils für 100-m-Strecken vier bis fünf Pausen, um die Steigung zu schaffen. Dieser Weg soll uns heute auf 4.700 m Höhe bringen. Dies wird zwar mit einer tollen Aussicht belohnt, allerdings ist mein Interesse auf ein Minimum gesunken.

Keine kluge Abkürzung

Diese stetigen Anstiege brachten mich dann auch auf eine glorreiche Idee. Eine Abkürzung, bei der ich durch ein Flussbett laufen wollte, um den weiten Weg herum zu meiden. Nicht nur, dass es bereits der Abstieg ins Flussbett in sich hatte, ich wurde beim Aufstieg aus diesem fast von einer Felsplatte begraben, welche mich nicht hielt. Es dauerte etwas aber ich konnte sie dann von mir bewegen und musste feststellen, dass diese Abkürzung wesentlich härter und länger war als zunächst gedacht.

Diese Abkürzung, sowie auch alle anderen Wege auf dieser Tour, zogen sich teils wie Kaugummi in die Länge. Zum Abend hin sollte dieser Tag aber dafür mit einer guten Schlafmöglichkeit belohnt werden. Eine Möglichkeit, die noch so ein paar Überraschungen hatte.
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Autor: Steven Rau 25.06.2015
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