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Leichtathletik-EM Zürich Anna Hahner verzichtet auf Europameisterschaften

André Pollmächer startet im Marathon bei den Europameisterschaften in Zürich. Die deutsche Laufhoffnung Anna Hahner verzichtet.

Hahners +
Foto: photo-run.net

Nicht dabei in Zürich: Anna und Lisa Hahner starten nicht bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 2014.

Anna Hahner sagt Start in Zürich ab

Anna Hahner wird nach ihrem sensationellen Wien-Marathon-Triumph nicht bei den Europameisterschaften in Zürich starten. Dies gaben sowohl Anna Hahner als auch der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) heute bekannt. Auch Annas Zwillingsschwester Lisa Hahner (beide Run2Sky.com), der verletzungsbedingt ohnehin ein Leistungsnachweis für einen EM-Start fehlt, plant ohne Zürich. Beide werden sich stattdessen langfristig auf einen Herbst-Marathon vorbereiten.

André Pollmächer fährt zur EM

Dagegen wird André Pollmächer (Rhein-Marathon Düsseldorf) nun doch bei den Europameisterschaften an den Start gehen. Wie der DLV bereits zuvor bekannt gab, gab es nach Gesprächen eine Einigung zwischen André Pollmächer und dem Verband. Zusätzliche Unterstützung gibt es für André Pollmächer unter anderem von seinem Verein.

Am Montag nominierte der DLV ein Frauen-Marathon-Team für Zürich, dem etwas überraschend auch Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg) angehört. Zuletzt tendierte Mockenhaupt eher zu einem 10.000-m-Start. Sie wird neben Katharina Heinig (Eintracht Frankfurt) und Mona Stockhecke (Marathon Hamburg) zum Team gehören. Noch einen Leistungsnachweis für eine Nominierung muss im Frühjahr Eleni Gebrehiwot (TV Wattenscheid) nachreichen.

Wie zunächst bei André Pollmächer sind auch bei den Anna Hahner und Lisa Hahner finanzielle Gründe entscheidend. Einmal mehr wird binnen kurzer Zeit deutlich, dass für den Marathonbereich eine andere Förderstruktur geschaffen werden muss, sofern die Läufer bei den großen Meisterschaften im Sommer an den Start gehen sollen. Athleten, die im Marathon aufgrund der enormen Belastungen im Normalfall lediglich zweimal pro Jahr laufen können, sind auf entsprechende Einkünfte mit Startgeldern angewiesen. Diese gibt es bei Welt- und Europameisterschaften nicht. Insofern ist die Haltung der Athleten grundsätzlich absolut nachvollziehbar.

„Ein Start bei der EM bringt einen unschätzbaren emotionalen Mehrwert. Doch davon bezahlt sich weder die Miete noch die Krankenversicherung“, schreibt Anna Hahner, stellvertretend auch für ihre Schwester Lisa, in einer Stellungnahme auf der Webseite der Geschwister. Sie fügt hinzu: „Die Olympischen Spiele sind und bleiben unser großes Ziel.“

Nicht mehr in Sportfördergruppe der Bundeswehr

Anna Hahner, die die EM-Norm im vergangenen Jahr ebenso wie ihre Schwester Lisa Hahner in Frankfurt gelaufen war, erklärt auch, dass „völlig überraschend meine Zugehörigkeit zur Sportfördergruppe der Bundeswehr im August 2013 nach nur einem Jahr von Seiten des DLV nicht verlängert wurde. Plötzlich stand ich da, völlig unvorbereitet und ohne Förderung. Also mussten wir selbst für uns ein System aus Partnern aufbauen, damit wir Leistungssport auf dem Niveau machen können. Ein essentieller Teil der Finanzierung besteht aus den City-Marathonrennen. Zwei Mal im Jahr hat man dazu die Möglichkeit.“

Der DLV argumentiert dagegen, dass die Voraussetzungen für die Zugehörigkeit zur Bundeswehr-Sportfördergruppe aus verschiedenen Gründen nicht gegeben seien. Gleiches hatte der Verband auch bezüglich André Pollmächer festgestellt. Bei dem Läufer hat man nach entsprechenden Gesprächen jedoch noch Wege gefunden, um ihn für einen EM-Start zu unterstützen – wobei hier allerdings auch dessen finanzkräftigeres Vereinsumfeld eine entscheidende Rolle gespielt haben dürfte.
Pollmächer +
Foto: photo-run.net

André Pollmächer startet für Deutschland bei der Leichtathletik-EM in Zürich.

Probleme zwischen Athleten und Verband

Bei den Hahner-Zwillingen ist die Situation eine andere als bei André Pollmächer. Zudem sind Spannungen zwischen dem DLV und dem Manager der Läuferinnen, Thomas Dold, offensichtlich. „Auf der Grundlage der zu Beginn der Saison geführten Jahresplanungsgespräche mit der Athletin und ihrem Betreuer Thomas Dold ist diese Absage nicht zu akzeptieren. Eine junge Athletin wie Anna Hahner sollte ihrer ersten Marathon-Berufung in die DLV-Nationalmannschaft zu einer Europameisterschaft uneingeschränkt nachkommen. Dies hatte sie im Jahresplanungsgespräch mit uns als Zielstellung genannt und unsere Fördermaßnahmen wurden darauf ausgerichtet“, sagte Thomas Kurschilgen, der Sportdirektor des DLV.

In einem von Thomas Dold verschickten Newsletter heißt es: „Seitdem im April 2013 der leitende Bundestrainer Wolfgang Heinig nicht mehr der zuständige Heimtrainer der Zwillinge ist (Anna und Lisa Hahner trainieren beim italienischen Erfolgscoach Renato Canova, d.Red.), hat sich viel geändert. Der DLV engagiert sich und kommuniziert nur noch selten. Die Förderung wurde massiv heruntergefahren: Die essentiell wichtige Unterstützung und Zusage einer langfristigen Förderung durch die Bundeswehr, wurde schnell revidiert und Anna so die Förderung entzogen. Langfristig eingeplante Zuschüsse werden an immer neue kurzfristige Bedingungen geknüpft. ,Es kommt mir vor, als müssen wir ständig neuen Anforderungen hinterher hecheln, um die eigentlich zugesagten Mittel zu bekommen.’“

Im Marathonbereich gab es schon seit den 90er Jahren immer wieder Probleme zwischen Athleten und Verband. Dabei war vor zwei Jahren auch schon einmal Anna Hahner die Leidtragende. Nachdem sie bei ihrem Marathondebüt die Olympia-Norm nur um 14 Sekunden verpasst hatte, wurde sie entgegen aller Erwartungen vom DLV beim Deutschen Olympischen Sport-Bund (DOSB) nicht für London vorgeschlagen – zudem versäumte es der Verband damals, die Athletin, die das Training bereits Richtung Olympia-Start gestaltet hatte, darüber zu informieren.
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Autor: race-news-service.com 10.05.2014
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