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Transalpine Run 2015 Casal-Brüder übernehmen Gesamtführung

Marc und Oscar Casal, die Brüder aus Andorra, setzten sich mit einer bärenstarken Leistung auf der sechsten Etappe von Samnaun nach Scuol an die Spitze.

TAR 2015 6. Etappe +
Foto: Harald Wisthaler

Die schmalen Trails führen die Teilnehmer über die Alpen.

Am sechsten und somit drittletzten Tag des Transalpine-Run lagen 37,1 Kilometer und 2.064 Höhenmeter im Anstieg und 2.692 Höhenmeter im Abstieg zwischen Start und Ziel. In 3:48:54 Stunden distanzierten die beiden Brüder aus Andorra die bisherigen Führenden Daniel Jung und Ivan Paulmichl um 16:48 Minuten und führen nun ihrerseits mit einem Vorsprung von 8:58 Minuten die Gesamtwertung an. „Wir denken und laufen immer von Tag zu Tag. Heute haben wir uns gut gefühlt, also haben wir angegriffen“, kommentierte Marc Casal den Rennverlauf, der die Athleten über vier Gipfel über 2.500 Meter führte.

Spektakulärer Führungswechsel beim Transalpine-Run 2015

Der Konter kam am sechsten Tag des 11. Transalpine-Run. Und er saß. Als die Brüder Marc und Oscar Casal kurz vor dem Ziel die Hochbrücke über den Inn in dem Graubündner Wintersportort Scuol passierten, da hatten sie ihren vierten Etappensieg und gleichzeitig die Spitzenposition in der Tasche. „Wir laufen immer unser eigenes Rennen. Als wir gespürt haben, dass der Vorsprung größer als zehn Minuten war, haben wir in den Downhills Kraft gespart und das Tempo nicht mehr forciert“, erklärte Marc Casal. Es dauerte fast 17 Minuten, ehe die beiden Südtiroler Daniel Jung und Ivan Paulmichl auf Rang zwei folgten.

Das Duell um den Gesamtsieg beim Transalpine-Run 2015 geht weiter

Geschlagen, aber nicht ohne Hoffnung für die kommenden zwei Tage, wie sie sagten. Warum die Südtiroler auf dem 37 Kilometer langen Weg von Samnaun nach Scuol keine wirkliche sportliche Antwort parat hatten, erklärte sich schnell. Ivan Paulmichl klagte über Magenprobleme und war am Ende froh, das Ziel mit einem vertretbaren Rückstand erreicht zu haben. „Ich habe so gut wie nichts gegessen, schon am Start habe ich so ein komisches Gefühl in der Magengegend gehabt. Heute bin ich wirklich froh, überhaupt das Ziel erreicht zu haben und dabei nicht eine Stunde oder mehr verloren zu haben“, kommentierte Paulmichl. Die beiden zeigten sich als anständige und faire Verlierer. „Die Casal-Brüder haben sich den Sieg verdient, wir bleiben aber dennoch optimistisch, zumal wir am Freitag in unsere Heimat nach Südtirol kommen. Bis Sulden kann noch viel passieren“, versprach Daniel Jung ein spannendes Finale.

Dass die körperliche Verfassung der einzelnen Athleten nach dem Bergsprint bei Rennhalbzeit einen anderen Verlauf nimmt, hat beim Transalpine-Run schon Tradition. Und so auch in diesem Jahr. Die Müdigkeit war förmlich sichtbar, als sich die verbliebenen 500 Starter am Donnerstagmorgen in Samnaun zum Start versammelten. Die Blicke gingen ins Leere, die Augenringe waren noch einen Tick tiefer als sonst, die Beine noch ein bisschen mehr getapet als normal. Und die Warteschlange vor dem Zelt der Medical Crew war noch ein paar Meter länger als an den vorangegangenen Tagen. Rückenschmerzen, wundgelaufene Füße, Zerrungen, muskuläre Probleme. Und ganz, ganz viele Magenprobleme. Die Schottin Helen Bonsor, zusammen mit Claire Gordon bestes Frauenteam, brachte es mit wenigen Worten auf den Punkt.

Magenprobleme bei den Führenden nach dem Bergsprint des Transalpine-Run

„Mein Magen hat rebelliert, nach dem Bergrennen war ich den ganzen Tag im Bett und habe zu meinem Freund Andrew gesagt. Bitte zeige keine Bilder von mir auf Facebook. Ich sehe unglaublich müde und schlecht aus...“. Helen Bonsor war mit ihren Problemen nicht allein. Das US-amerikanische Duo Brandy Erholtz und Christine Lundy, das am Vortag noch ihren ersten Sieg eingefahren hatte, musste sogar aufgeben.

Schweizer Master Jenzer und Bärtschi mit starker Leistung beim Transalpine-Run

Auch bei Benjamin Sperl, zusammen mit Lukas Naegele auf Rang drei bei den Männern, gab es gesundheitliche Probleme. Zwar verteidigten die beiden Youngster aus Kassel und Freiburg ihren Podiumsplatz bei den Männern, verloren aber den imageträchtigen Zweikampf in der Overall-Wertung um Platz drei gegen die unglaublich starken Schweizer Master Läufer Urs Jenzer und Ruedi Bärtschi. Die Eidgenossen feierten ihren fünften Etappensieg. Ebenso wie die Schottinnen Bonsor und Gordon bei den Frauen, die mit mehr als eineinhalb Stunden Vorsprung auf das französische Duo Carolin Freslon-Bette und Maud Gobert den Gesamtsieg so gut wie in der Tasche haben.

Noch alles offen bei den Senior Master Men beim Transalpine-Run

Spannend geht es in der Kategorie Senior Master Men zu. Die Italiener Richard und Oswald Wenin holten sich in Scuol Etappensieg Nummer vier, konnten dabei die Gesamtführenden Jörg Schreiber und Thomas Miksch nur um knappe vier Minuten distanzieren. Eine großartige Leistung der beiden Deutschen, zumal Thomas Miksch an einer schmerzhaften Sehnen-Entzündung am Schienbein laboriert: „Ich musste ziemlich beißen. Mal schauen, wie es morgen aussieht.“

Und dass Konkurrenz das Geschäft belebt, ist ja nichts Neues. Dies erfuhr zum ersten Mal das überragende Mixed-Paar Ragna Debats und Pere Bove Aurell. „Das schottische Team Carnethy hat uns zwischenzeitlich passiert. Da mussten wir immer schneller werden“, beschrieb die junge Holländerin Debats, die vor Jahren als Dressurreiterin erfolgreich war, die Situation. Am Ende waren Debats und Aurell derart zügig unterwegs, dass sie als Fünfte in der Gesamtwertung sogar noch die deutsch-österreichische Männer-Kombination Patrick Caprano und Daniel Jochum um drei Zehntelsekunden übersprinteten.

Die siebente Etappe des 11. Transalpine-Run führt am Freitag von Scuol ins italienische Sankt Valentin am Reschensee über 37,8 Kilometer. Europas größter Trailrun für 2er-Teams über die Alpen endet am Samstag nach acht Etappen und 268 Kilometer in Sulden/Ortler.
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04.09.2015

Hier finden Sie weitere Informationen zum Transalpine-Run 7. Etappe 2016.

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