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Leichtathletik-WM Conseslus Kipruto setzt Kenias Hindernis-Siegserie fort

Ein Jahr nach seinem Olympiasieg in Rio hat Conseslus Kipruto in London auch die Weltmeisterschafts-Goldmedaille über 3.000 m Hindernis gewonnen.

Conseslus Kipruto auf dem Weg zur Goldmedaille: Der Kenianer führt am letzten Hindernis vor Soufiane Elbakkali und Evan Jager. +
Foto: photorun.net

Conseslus Kipruto auf dem Weg zur Goldmedaille: Der Kenianer führt am letzten Hindernis vor Soufiane Elbakkali und Evan Jager.

Der Kenianer Conseslus Kipruto siegte über 3.000 m Hindernis in 8:14,12 Minuten vor dem Marokkaner Soufiane Elbakkali, der nach 8:14,49 im Ziel war. Bronze gewann der US-Amerikaner Evan Jager in 8:15,53. Deutsche Athleten waren über diese Distanz bei den Weltmeisterschaften nicht am Start. Bei den Frauen beginnen die Hindernisrennen am Mittwochabend mit den Vorläufen. Hier startet Gesa-Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier), die vor zwei Jahren bei der WM überraschend Bronze gewonnen hatte.

Kenias Läufer dominieren den Hindernislauf seit Jahrzehnten. Nur bei den ersten beiden Auflagen der Weltmeisterschaften stammten die Sieger dieses Rennens nicht aus Kenia: 1983 gab es in Helsinki durch Patriz Ilg einen deutschen Sieg, vier Jahre später gewann Franceso Panetta (Italien) in Rom. Dann begann die bis heute ungebrochene Siegserie von Läufern, die aus Kenia stammen. Ganz so stark wie zuletzt war die Dominanz der Kenianer in London jedoch nicht. Denn Conseslus Kipruto war der einzige Läufer seines Landes, der sich im Finale unter den ersten Zehn platzieren konnte.

Evan Jager, der in dieser Saison mit 8:01,29 Minuten die Jahresweltbestenliste anführt, kontrollierte das Rennen lange Zeit an der Spitze. Direkt hinter ihm liefen auf dem zweiten Kilometer die Kenianer Ezekiel Kemboi, der als Titelverteidiger angetreten war und versuchte, zum fünften Mal in Folge Weltmeister zu werden, Jairus Birech und Kipruto. Kurz vor der 2.000-m-Marke blieb Birech an einem Hindernis fast hängen und verlor dadurch den Kontakt zur Spitze, eine Runde später konnte Kemboi nicht mehr mithalten. Stattdessen war Elbakkali in die Spitzengruppe gelaufen. Obwohl der Marokkaner eine starke letzte Runde lief, kam er aber nicht an Kipruto vorbei, der rund 250 Meter vor dem Ziel die Führung übernommen hatte. Jager konnte am Ende nicht mehr in das Duell eingreifen. „Einerseits bin ich froh, dass ich eine Medaille gewonnen habe, andererseits bin ich auch enttäuscht. Denn ich war guter Hoffnung, dass ich hier Gold gewinnen könnte“, sagte Evan Jager.

„Mein Plan hat funktioniert. Ich wusste, dass ich bei einer Endzeit um 8:10 Minuten herum gewinnen würde. Ich hatte mir gestern Abend gesagt: Du bist Olympiasieger, die anderen müssen dich schlagen“, erzählte der erst 22-jährige Conseslus Kipruto, der bei den vergangenen beiden Weltmeisterschaften bereits jeweils Silber gewonnen hatte.

Premiere für Frankreich: Pierre-Ambroise Bosse gewinnt 800 Meter

Zum ersten Mal in der Geschichte der Leichtathletik hat ein Franzose ein globales Finale über 800 m der Männer gewonnen: In London siegte Pierre-Ambroise Bosse in 1:44,67 Minuten vor Adam Kszczot (Polen/1:44,95) und Kipyegon Bett (Kenia/1:45,21). Nie zuvor hatte ein Franzose bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen eine Medaille über 800 m gewonnen.

In Abwesenheit des verletzten Olympiasiegers, Weltmeisters und Weltrekordlers David Rudisha (Kenia) erreichten acht Läufer aus acht verschiedenen Nationen das Finale. Es war ein offenes Rennen ohne einen großen Favoriten. Brandon McBride führte das Feld in 50,78 Sekunden über die 400-m-Marke. Das war zu schnell für den Kanadier, der am Ende als Letzter über den Zielstrich lief. Pierre-Ambroise Bosse rannte im Mittelfeld und attackierte dann 200 Meter vor Schluss erfolgreich. Auf der Zielgeraden war er nicht mehr einzuholen, während Adam Kszczot noch mehrere Plätze gut machte und bis auf Rang zwei nach vorne kam. Bronze rettete Kipyegon Bett vor dem stark aufkommenden Briten Kyle Langford, der in 1:45,25 eine Medaille nur ganz knapp verpasste. „Ich lebe meinen Traum - oder träume ich? Ich kann es noch nicht so ganz glauben“, sagte der 25-jährige Pierre-Ambroise Bosse, der vor einem Jahr bei Olympia bereits Vierter war.
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Autor: race-news-service.com 09.08.2017
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