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Boston-Marathon 1968 Der Schattenmann

Amby Burfoot gewann 1968 den Boston-Marathon. Seine Erinnerungen an ein dramatisches Rennen.

Amby Burfoot +
Foto: RUNNER'S WORLD

Amby Burfoot, inzwischen 63 und ehemaliger US-RUNNER'S WORLD-Chefredakteur erinnert sich an seinen Boston-Sieg.

Nach 18 Meilen (24 km) hebe ich meinen Kopf - und sehe keinen anderen Läufer vor mir. Keinen einzigen! Jahrelang habe ich davon geträumt, einmal den Boston-Marathon zu gewinnen, und jetzt ist dieses Ziel in greifbarer Nähe. Ich laufe zu diesem Zeitpunkt auf der hügeligsten Passage der Strecke, auf der Commonwealth Avenue in Newton am Stadtrand von Boston. Vor mir säumen Menschentrauben den Straßenrand, die Zuschauer schirmen an diesem sonnigen Tag ihre Augen mit den Händen ab, um die 890 Läufer zu sehen. Drei Polizeimotorräder eskortieren die Spitze des Feldes, dazu ein Lastwagen mit Fotografen auf der Pritsche sowie ein gelber Schulbus mit Presseleuten.
Seit fünf Jahren habe ich nur dieses eine Ziel vor Augen. Bis zu 280 Kilometer bin ich pro Woche gelaufen. Ich habe jedes Straßenrennen bestritten, das mir unter die Füße kam, Rückschläge erlebt, wie viele Läufer, und mich wieder aufgerappelt, nur um anschließend noch härter zu trainieren. Das Ziel all dieser Mühen war stets der Boston-Marathon. Wenn ich gewinne, steht mein Name in den Annalen dieses Marathons neben Clarence DeMar, Les Pawson, Tarzan Brown, Gérard Côté, „Old John“ A. Kelley und „Young John“ J. Kelley. Letzterer ist mein Coach, der Boston-Sieger von 1957.

Das Einzige, was mich noch von einem Boston-Sieg trennt, ist dieser Schatten, der mir auf den Fersen ist. Ich höre ihn nicht, lediglich meine eigenen angestrengten Atemzüge klingen mir im Ohr. Sehen kann ich ihn auch nicht, weil er sich zu dicht hinter mir befindet. Nur wenn ich nach unten blicke, bemerke ich zwei dunkle Schatten: meinen eigenen – lang und eckig – und den meines Verfolgers – kürzer, kompakter, mit pumpenden Armbewegungen.

Text: Amby Burfoot
12.05.2010
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