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Berliner Halbmarathon 2015 Erfolgreiche Halbmarathon-Premiere in Berlin trotz Zahnschmerzen

Unsere Leserreporterin Bettina Meingast lief beim Berliner Halbmarathon 2015 ihren ersten Halbmarathon. Trotz Zwangspause im Training meisterte sie die Distanz.

Bettina Meingast beim Berliner Halbmarathon +
Foto: privat

Leserreporterin Bettina Meingast (links) lief den Berliner Halbmarathon.

Seit gut einem Jahr habe ich das Laufen für mich entdeckt. Nach meinen ersten 5- und 10,5-Kilometer-Stadtläufen in Berlin stand für mich fest, dass ich mehr will. Ich beschloss, im Frühjahr 2015 an meinem ersten Halbmarathon teilzunehmen. Mit diesem Ziel vor Augen absolvierte ich unzählige Trainingskilometer in der Natur und bei schlechtem Wetter auf dem Laufband. Es lief gut, ich steigerte mich und bald konnte ich die fünf Kilometer sowie die Zehn-Kilometer-Distanz schneller als in meinen ersten Stadtläufen zurücklegen.

Mittlerweile war es Winter geworden, der Heiligabend stand vor der Tür. Ich nahm mir vor, an diesem Tag eine 12-Kilometer-Strecke durch die Berliner Innenstadt zu laufen. Es war ein tolles Erlebnis, neben den hektischen Menschen einen entspannten und meditativen Lauf zurückzulegen. Am Abend desselben Tages stellten sich starke Zahnschmerzen ein. Diese wurden immer schlimmer, sodass ich am zweiten Weihnachtsfeiertag in eine Notfall-Zahnarztpraxis gehen musste. Was folgte, war eine schmerzhafte Entfernung des Zahnnervs. Froh, den Schmerz überwunden zu haben, ging ich nach Hause. Aber zu früh gefreut: Die nächsten Wochen wurden schmerzhaft – unzählige Zahnarztbesuche und drei Wurzelkanalbehandlungen folgten.

Fast drei Wochen Zwangspause vor dem Berliner Halbmarathon 2015

Unter den Schmerzen war es mir nicht möglich, mein Trainingspensum aufrecht zu erhalten. Zähneknirschend entschied ich mich zu einer Pause, bis der Zahn wieder in Ordnung war. Aus der auferlegten Pause wurde eine Unterbrechung von fast drei Wochen. Nachdem mein Zahn letzten Endes gezogen werden musste, ging es langsam wieder bergauf. Ich fühlte mich wieder fitter und war schon ganz heiß auf meinen ersten Lauf. Fiebernd sehnte ich den Tag meines ersten Trainings herbei. Wie würde es wohl laufen? Ich startete mit einem ruhigen 10-Kilometer-Lauf. Ich war nicht so gut wie vor dem Ausfall, aber ich schaffte die Strecke. Das gab mir Mut.

Mitte Februar, noch eineinhalb Monate bis zum Halbmarathon. Ich trainierte fleißig weiter und war bald wieder bei meiner alten Form angelangt. Der Lauf rückte näher und näher und ich wurde immer aufgeregter. Würde ich die Distanz schaffen? In meinem Training bin ich bis dato zwischen 15 und 17 Kilometer durchgehend gelaufen. Fragen über Fragen in meinem Kopf, aber auch die Freude auf das große Ereignis. In der letzten Woche vor dem Lauf entschied ich mich für eine längere Regenerationsphase. Ich absolvierte keine langen Strecken mehr, sondern konzentrierte mich eher auf entspannende Kurse in meinem Fitnessstudio, was mir nach der langen Trainingsphase auch echt gut tat.

Schwere Beine ab Kilometer 18

Der Tag des Laufs. Ich war sehr aufgeregt, in der Nacht zuvor konnte ich aber erstaunlich gut schlafen. Um sieben Uhr klingelte mein Wecker. Zeit für ein Frühstück und meinen Kaffee. Meine Laufsachen hatte ich bereits am Abend zuvor gepackt. Ich hatte also alle Zeit der Welt, um gemütlich zu essen und die Ruhe am Morgen zu genießen. Um halb neun fuhr ich dann zum Alexanderplatz. Während der Fahrt konnte ich bereits den ein oder anderen Streckenabschnitt aus der S-Bahn sehen. Ich freute mich sehr. Jetzt ging es endlich los! Wettermäßig sah es allerdings nicht so gut aus: Der Wetterbericht sagte Regen und starken Wind voraus. Im Startbereich angekommen verstaute ich meinen Kleiderbeutel und begab mich in Richtung Start. Zuerst starteten die Eliteläufer sowie die Startblöcke A bis E.

Nur noch wenige Sekunden bis zum Start und meinem ersten Halbmarathon. Es ging los. Ich lief über die Startlinie und war von der Stimmung am Straßenrand von der ersten Sekunde an begeistert. So viele begeisterte Zuschauer mit Plakaten und Rasseln, die die Läufer ununterbrochen anfeuerten. Der Kurs des Halbmarathons schlängelte sich durch die Berliner Innenstadt und an den bekanntesten und wichtigsten Wahrzeichen der Stadt vorbei. Die ersten Kilometer liefen sehr gut. Ich ging es lieber ruhig an. Ich wollte zum Schluss noch Reserven haben. Ab Kilometer 18 merkte ich meine Beine. Sie begannen zu schmerzen. Ich versuchte, dies in meinem Kopf auszublenden und nicht zu gehen, sondern weiterzulaufen, was auch gut funktionierte.

Der letzte Kilometer wurde am schwierigsten. Ich kämpfte. Meine Beine waren müde und geschafft. Mein Kopf sagte: „Komm schon, weiter!“. Nur noch ein Kilometer – der letzte. Also biss ich meine Zähne zusammen und kam nach 2:33:06 Stunden im Ziel an. Nachdem ich die Medaille umgehängt bekommen hatte, realisierte ich, dass ich die 21 Kilometer wirklich geschafft hatte. Ich war ohne Gehpausen durchgelaufen. Trotz langem Trainingsausfall habe ich es ins Ziel geschafft. Ich war froh und auch sehr stolz auf mich. Als ich an den Massagebänken vorbei kam, spürte ich wieder meine müden Beine und gönnte ihnen den Luxus einer professionellen Massage. Das hatten sie sich verdient. Der nächste Lauf ist schon in Sicht. Und im Herbst werde ich meinen zweiten Halbmarathon laufen.
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Autor: Bettina Meingast 09.04.2015

Hier finden Sie weitere Informationen zum Berliner Halbmarathon 2017.

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