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Leserreport von der Great Ocean Road Halbmarathon auf der schönsten Panoramaroute Australiens

Leserreporterin Vanessa Naumann lief die schönste Panoramaroute Australiens entlang. Den Halbmarathon auf der Great Ocean Road wird sie nie vergessen.

Leserreporter Vanessa Naumann +
Foto: Vanessa Naumann

Leserreporterin Vanessa Naumann zeigt stolz ihre Medaille im Ziel des Great Ocean Road.

Ich verbrachte mein Auslandssemester für 6 Monate in Aldelaide, Australien. Da Laufen seit Jahren eine Leidenschaft ist, informierte ich mich vorab, welche schönen Läufe es am anderen Ende der Welt gibt. So fand ich den Great Ocean Road Marathon, Mitte Mai, im Staat Victoria, westlich von Melbourne und entschied mich für die Halbmarathon-Distanz (Gesamtstrecke 23 km). Meine Freundin Emma aus Colorado, die ich zu Beginn des Semesters in Adelaide kennenlernte, entschied sich den Halbmarathon mit mir zu laufen. Es war ihr erster und mein dritter.

Wir flogen nach Melbourne und reisten von dort am nächsten Tag mit dem Bus zu einem Hostel an der Great Ocean Road. Wir entschieden uns für Apollo Bay, denn dort war für alle Läufer der Zielbereich. Schon als wir zum Hostel die wahnsinnig schöne Straße direkt an der Küste Australiens entlangfuhren, bekamen wir Gänsehaut und Prerace-Feeling. Am Nachmittag vor dem Wettkampftag kamen wir in Apollo Bay an. Dort war schon einiges los, denn es gab an dem gesamten Wochenende verschiedene Läufe: von 1,5 km für die Bambinis, über 6 km, bis zum 14 km Paradise Run am Samstag, sowie den Halbmarathon und den vollen Marathon am Sonntag. Wir holten unsere Startnummern ab und ließen die Stimmung auf uns wirken. Am Abend gab es ein traditionelles Läuferdinner (Pasta und frischer Salat) und wir hatten im Hostel die Möglichkeit uns mit Leuten aus aller Welt, die dort ebenfalls eingecheckt waren, über unsere Läufergeschichten auszutauschen.

Mit glühend rotem Sonnenaufgang startet der Lauftag

5:10 Uhr klingelte der Wecker. Zeit zu frühstücken. Da eigentlich fast nur Läufer mit im Hostel waren, standen die meisten Leute mit uns auf, um sich zu stärken. Mein traditionelles Weißbrot-mit-Marmelade-Banane-und-Kaffee-Frühstück gab es wie vor jedem Wettkampf. Dann ging es ab in die Laufklamotten und zum Bus. 6 Uhr: Bisher hielt sich die Nervosität noch in Grenzen. Draußen war es stockduster, aber es fanden sich nun hunderte von Läufern zusammen und etliche Busse fuhren hoch zum Kennet River für den Halbmarathon-Start und nach Lorne für den Marathon-Start. Das war ein ziemlich schöner Anblick: zu sehen, wie über die kurvigen Straßen entlang der Küste 30-40 Busse in der Reihe zum Start hochfuhren und sich nebenbei langsam ein roter Streifen am Horizont bildete. Es war noch eiskalt, aber der unfassbar glühend rote Sonnenaufgang versprach schon, dass es ein perfekter Tag werden würde.

Dann war es kurz vor acht. Ich joggte langsam mit Emma Richtung Startlinie des Great Ocean Road Marathon, wo sich schon hunderte Läufer angesammelt hatten. Alle waren voller Euphorie und die Sonne stieg mittlerweile immer höher und strahlte über dem blauen Ozean. 8 Uhr: Start. Die Straßen stellten sich als sehr schmal heraus. Ich hatte Schwierigkeiten mein Tempo zu finden und versuchte am Rand der Straße entlang der Felsen etwas nach vorne zu kommen. Auf den ersten Kilometern des Great Ocean Road Marathons kam schon die erste Steigung. Noch voller Adrenalin konnte ich diese gut wegstecken. Auch die nächsten kleineren waren zu bewältigen. Die Aussicht war einfach so atemberaubend und die Stimmung unter all den Läufern unfassbar, dass ich kaum merkte, wie weit ich schon gelaufen war. Über die Hälfte war bereits geschafft. Immer zwischendurch schaute ich raus aufs Meer. Die Wellen schlugen vor die Felsen, die Sonne strahlte, das Wasser schimmerte blau. Es war wunderschön. In jeder großen Rechtskurve konnte man all die Läufer vor einem und auf der anderen Seite ganz vorne sehen, und dazwischen die riesigen Wellen des Ozeans. Ich fühlte mich unglaublich gut. Die Bergab-Phasen nutzte ich, um die Zeit reinzuholen und gab ordentlich Gas, ohne groß Kraft aufwenden zu müssen.

Die Halbmarathon-Marke setzte neue Energie frei

Kurz nach halber Strecke etwa kam die zweite starke Steigung. All die Kurven machten es leichter, da man das Ende nicht sah. Allerdings schien es nach jeder Kurve nie enden zu wollen. Die Strecke des Great Ocean Road Marathons war eine Herausforderung für mich, denn ich war eher flache Läufe gewohnt. Aber zum Glück hatte ich einige Läufe an Berganstiegen in mein Training eingebaut und merkte nun, dass mich dies recht gut vorbereitet hatte. Da ich wegen der Karte des Streckenprofils wusste, dass keine große Steigung mehr kommen würde, versuchte ich noch etwas zu beschleunigen. Dann kam das Zeichen für die Halbmarathon-Marke und ich beschleunigte noch mehr, als ich sah, dass ich mein Ziel unter 1 Stunde 50 Minuten zu bleiben noch erreichen könnte. Auf 1:49:51 überschritt ich die Linie. Jetzt war ich beflügelt, denn jetzt schaffte ich auch die gesamte Distanz (23 km) in unter 2 Stunden.

Als ich Apollo Bay erreichte standen mehr und mehr Menschen am Rand. Mir schmerzte jeder Muskel im Oberschenkel und ich merkte, wie meine Kraft sich dem Ende neigte. Aber die kräftig anfeuernden Menschenmassen, die nun auftauchten, ließen mich durchhalten und so gab ich noch mal alles und schaffte schließlich die 23 km in 1:58:59. Kraftlos musste ich erstmal wieder zu mir finden, um dann zu realisieren, dass sich mein 10-wöchiges intensives Training während des Auslandssemesters ausgezahlt hatte.

Laufen verbindet Menschen auf allen Kontinenten

Nachdem ich mich selbst mit Getränken und einer Banane versorgte, stellte ich mich an den Rand kurz vor die Ziellinie, um auf Emma zu warten. Um mich herum riefen all die Leute motivierend den Läufern zu „Go girl! You’ll make it!“. Es war so ein schönes Gefühl zu sehen, dass diese Läufer-Community uns alle verbindet – egal aus welchem Land man kommt und auf welchem Kontinent man sich befindet. Jeder weiß, wie es sich anfühlt und alle feuern sich gegenseitig an. Dann kam auch Emma ins Ziel. Ich rannte zu ihr und beglückwünschte sie zu ihrem ersten Halbmarathon und vielleicht einer der schönsten, die wir je laufen würden. Wir beide werden dies als Teil unserer Zeit in Australien für ewig in schöner Erinnerung behalten.
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Autor: Vanessa Naumann 20.04.2016
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