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Himalayan 100 Mile Stage Race Im gehumpelten leichten Trab bergab

Nur Halbmarathon: Claus Dahms berichtet von der kürzesten Etappe des Kultrennens "Himalayan 100 Mile Stage Race".

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Die ersten Meter der vierten Etappe führten durch Rimbik.

Die 4. Etappe:
Halbmarathon von Rimbik (2089 m) nach Palmajua (2150)

Das Halbmarathonrennen von Rimbik nach Palmajua sollte mein Tag werden. „Für Straßenlauf-Spezialisten wie gemacht“, beschrieb Mr. Pandey den Kurs. Doch schon beim Aufstehen wird mir klar, dass aus solchen Plänen nach der Bergab-Strapaze des Vortages nichts werden kann. „Kannst Du mich aus dem Bett tragen“, bitte ich meinen Zimmergenossen Jose Manuel Limenez, ein Fotograf aus Chile. Da der sich weigert, quäle ich mich selbst aus dem Bett.

Stufen werden zum nur schwer zu überwindenden Hindernis. Ein kleiner Spaziergang durch Rimbik verschafft erste Linderung. Nach dem Startschuss gelingt mir tatsächlich ein gehumpelter Trab.

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In immer wieder neuen Serpentinen windet sich die Straße, auf der wir laufen, ins Tal.

Wie im Himalaya ein Rennen für Straßenlauf-Spezialisten aussieht, erfahre ich auf den nächsten Kilometern: 450 Meter Höhendifferenz sind erst einmal zu überwinden – und das Schlimmste: bergab! Das haben meine Muskeln nicht verdient, doch sie überstehen es. So weit hinten im Feld bin ich noch nie gelaufen, aber es geht schmerzfrei einfach nicht schneller voran. In zahllosen Serpentinen windet sich der Kurs hinunter ins Tal. Aber immerhin besteht der Untergrund aus einer asphaltierten Straße. Die 21 km sind eine Art Dorflauf, denn die Gegend hier ist bewohnt. Schulkinder in Uniform kreischen, Frauen blicken auf vom Bach, in dem sie ihre Wasche waschen, Männer starren gelangweilt durch uns hindurch. Aber die meisten grüßen uns mit einem freundlichen „Namaste!“

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Diese drei hatten viel Spaß.

Unten im Tal folgen wir dem Fluss, eben, endlich, ich lege deutlich an Tempo zu. Fließt ein Bach über die Straße, habe ich zwei Möglichkeiten: entweder mittig hindurch und mit nassen Füßen weiterlaufen oder aber nach dem Brückchen Ausschau halten, das die Einheimischen benutzen und das ein paar Meter Umweg erfordert. Selbstverständlich wähle ich die zweite Alternative.

Nach dem Überqueren des Flusses kommen die Bergauf-Spezialisten zu ihrem Recht. 520 Höhenmeter steigt der Kurs an. Alles ist wunderbar zu laufen, weil keine unbehauenen Steine, sondern „herrlicher“ Asphalt den Untergrund bildet. Ich empfinde deutlich den Unterschied zu den letzten Tagen. Eine solche Steigung zu laufen wäre in über 3300 Höhenmetern nicht möglich gewesen. Hier bildet sie kein Problem. Zum ersten Mal trabe ich – bis auf die kurzen Fotostopps – die komplette Etappe durch, benötige keine Gehpausen. Einen nach dem anderen sammele ich uphill nach Palmajua wieder ein und genieße gleichzeitig die Geräusche dieser dschungelähnlichen Umgebung.

Immer wieder fallen meine Blicke ins Tal. Nicht nur die Berge sind höher als anderswo, auch die Täler sind tiefer. Nach 21 Kilometern und 2:24 Stunden habe ich die Ziellinie erreicht. Wie immer wird für jeden Finisher das Zielband gespannt, jeder ist schließlich ein Sieger. Nur zweieinhalb Stunden Lauf und das soll es schon gewesen sein? Ich nehme die läuferische „Kurzarbeit“ dieses Tages klaglos zur Kenntnis und freue mich auf die Wärme in Rimbik. Denn schließlich wohnen wir seit gestern in 2089 m „Tiefe“.

Die Fotos von der vierten Tagesetappe finden Sie hier.

Den Bericht von der fünften Tagesetappe finden Sie hier.
Die Fotos von der fünften Tagesetappe finden Sie hier.

Den Bericht von der dritten Tagesetappe finden Sie hier.
Die Fotos von der dritten Tagesetappe finden Sie hier.

Den Bericht von der zweiten Tagesetappe finden Sie hier.
Die Fotos von der zweiten Tagesetappe finden Sie hier.

Den Bericht von der ersten Tagesetappe finden Sie hier.
Die Fotos von der ersten Tagesetappe finden Sie hier.
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Autor: Claus Dahms 09.11.2007
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