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Leser-Reporter Martin Kreitzberg Klappe, die Vierte: Hamburg-Marathon

Mehr als die Hälfte ist geschafft: der Marathon in Hamburg 2014 war der vierte von sieben Marathons, die Leser-Reporter Martin Kreitzberg laufen will.

Marathon in Hamburg 2014 +
Foto: Martin Kreitzberg

Leser-Reporter Martin Kreitzberg beim Hamburg Marathon 2014.

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Marathon

Vier Eventläufe hatte ich nun schon, mit Bier, Sekt, Häppchen, Massage und Küsschen hier, Küsschen dort. Nun will ich Sport – sofern das mein Knie zulassen. Der vierte Lauf fand in Hamburg statt, und war ein regelrechtes Bergfest im Schanzenviertel. Nach dem Knie-Desaster in Düsseldorf, hatte ich ein wenig Bammel, ob mein Knie die Belastung aushalten würde. So konnte ich mich nicht so richtig freuen auf den Lauf. Jedoch habe ich ja einen Report versprochen und ich muss liefern, versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen.

Da ich nicht alleine nach Hamburg reisen wollte, habe ich mir Beistand mitgenommen, Johannes und Michael, wobei Johannes aufgrund einer Erkältung uns leider nicht bis nach Hamburg begleiten konnte. Auch Haile Gebrselassie musste absagen – gleich zwei der besten Läufer waren also nicht mit am Start, witzelte ich. Wie immer trug uns die Bahn nach Hamburg, so wie in Bonn, Rotterdam und Düsseldorf. Bis kurz vor Hamburg lief alles gut, ein Gast rief sogar zu Hause an und lobte die Pünktlichkeit der Bahn, als die Durchsage kam, ein Triebwagen wäre defekt. Die letzten Kilometer rollten wir so dahin. Mit einer halben Stunde später schafften wir es aber schlussendlich nach Hamburg, wo wir auch gleich ein Auto ausliehen, zum Hotel fuhren und direkt weiter zum Schanzenviertel zum Essen gingen.
Zwei Biere später saßen wir in der Bahn zur Sternschanze, eine Haltestelle nach der Bullerei von Tim Mälzer - wären wir lieber dort mal essen gegangen! Meine liebe Kollegin hatte für uns ein Tisch im Borsalino reserviert für acht Uhr - italienische Zeit 20:30 Uhr. Mit Michael hatte ich ja einen Weinkenner dabei, dem ich selbstverständlich auch die Weinauswahl überließ. Nach dem ersten Schluck überkamen mich Zweifel. Der Wein schmeckte nicht, mit viel Wasser vielleicht. Kurzer Plausch mit dem Kellner und er nahm den Wein zurück und brachte uns die Weinkarte. Der geneigte Leser wird jetzt fragen, warum erst jetzt Weinkarte. Ich denke der Kellner dachte, Sportler merken nichts mehr bzw. Marathonis merken nichts mehr und so stießen wir alle mit einem lauten "MARATHON" aufs gute Gelingen an.

Bergfest im Schanzenviertel.

Nach dem Essen rumorte es in meinem Magen: irgendwie verträgt sich das Wildragot nicht mit meinen Magensäften. Geschenkt. Beschwingt vom guten Wein ging es um 23.00 Uhr ins Hotel zurück. Nach einer kurzen Nacht, Marathonstart Hamburg 9.00 Uhr, ging es zum Frühstück um 6.45 Uhr. Motel One Frühstücke zeichnen dadurch aus, dass sie preiswert sind, aber gut. Alles was ich brauchte, war da: Orangensaft, Kaffee, Brötchen, Ei, Marmelade, Butter und Salz für das Ei. Mehr braucht der Mensch nicht. Bei 4 Grad und einer steifen Brise ging es zum Start mit der U-Bahn, die gerammelt voll war. Viele Menschen aus allen Ländern hatten sich wohl vorgenommen, der Kälte, dem Wind und dem leichten Nieselregen zu trotzen, der Gott sei Dank pünktlich zum Start aufhörte. Ab zur Startlinie. Den Start der Eliteläufer konnten wir auf der riesigen Videoleinwand erleben, 11 Minuten später ging es dann auch für den Rest los.

Der Marathon beginnt. Eine Welle von Menschen ergießt sich durch Hamburg. Wie immer ist mein Ziel, jemanden anderen zu motivieren. Nach Nina und Nico ist es diesmal der Micha. Wir laufen bis Kilometer 30 zusammen, das schon vorneweg. Ihr wisst ja, ich trödel so gerne, setze mich zu netten Menschen und so. Es geht wie immer als erstes am Millerntor vorbei, der Hamburger Fußball-Kultstätte und Spielstätte des FC St. Pauli, danach Richtung Reeperbahn. Mir gefällt Hamburg, besonders wegen der schönen Häuser. Viele Menschen und Bands säumen die Strecke und es geht weiter nach Blankenese - die grüne Hölle. Ich musste wieder halten, um ein tolles Foto vom Hafen zu machen.

Michael nahm das mit der grünen Hölle etwas zu wörtlich und brauchte eine Pinkelpause, die eine geschlagene, oder besser gesagt, eine geschüttelte Minute, gedauert hat. Jetzt gibt es in Blankenese einen neuen Bach - Michabach. Ich nutzte die Zeit um die vorbeilaufenden Läufer zu einer La-Ola-Welle zu animieren. Sie taten mir den Gefallen und rissen die Hände zum Himmel. Recht so! Wir erreichten ein Epizentrum des Laufs: die Landungsbrücken. Dann ging es in Richtung Innenalster - Jungfernsteg, aber erst einmal durch den berühmten Tunnel. Tolle Stimmung da unten - Klatschen, Singen, alles war dabei. Das Hamburg auch seine Brücke der Liebe hatte, wusste ich noch nicht, aber Laufen bildet und so wisst Ihr es jetzt auch. Viele Verliebte haben dort - wie an vielen Orten dieser Welt - Ihre Liebesschlösser aufgehängt. Schwanenwikbrücke.

Und auch Hamburg war ein voller Erfolg!

Endlich das erste Bier nach 20 Kilometern. Drei Kilometer später trennen Micha und ich uns. Aber ich fand gleich neue Freunde bei Kilometer 3 bei Sekt und Anfeuerungen für die vorbei ziehenden Läufer nehme ich schweren Herzens Abschied. Aber es kommt ja noch bei Kilometer 35 die Massage. Dort lerne ich Conny kennen, eine Paderbornerin und eingefleischter Fussballfan. Nach der Massage geht es weiter die letzten sieben Kilometer ins Ziel, wo ich Michael treffe, der etwas mehr als fünf Minuten vorher angekommen ist - in persönlicher Bestzeit. Durch das Verpflegungszelt zu den Kleiderbeuteln und dann ins Hotel, ein Bier, Duschen und ab zum Zug. Diesmal keinen Triebwerksschaden und auf die Minute pünktlich in der Heimat: Düsseldorf.
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Autor: Martin Kreitzberg 05.08.2014

Hier finden Sie weitere Informationen zum Marathon Hamburg 2017.

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