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Leser-Reporter Bernd Lossner Mein erstes Mal: Marathon in Japan

Bernd Lossner lief beim Kumamoto-Castle-Marathon zum ersten Mal die klassische Marathon-Distanz auf japanischen Boden.

Mein erstes Mal: Bernd Lossner 2 +
Foto: privat

Glücklich über die vielen neuen Eindrücke und das Erlebte: Bernd Lossner im Ziel des Kumamoto-Castle-Marathon.

Kumamoto – jeder fragte mich: Wo liegt Kumamoto und wie kommt es dazu, dass du ausgerechnet dort einen Marathon läufst?

Kumamoto ist die Partnerstadt von Heidelberg

Also zunächst alles aus Anfang. Die besagte Stadt ist die Partnerstadt von Heidelberg, wo ich wohne und arbeite. Unser Rathaus hat eine Einladung zum Marathon, der am 15.02.2015 stattfindet erhalten. Als ich davon erfahren habe, dachte ich mir, es wäre doch mal etwas Außergewöhnliches, einen Marathon in Japan zu laufen. Ich hatte schon länger überlegt, wo ich bei meinem kleinen Jubiläum, nämlich der 10. Marathon, an den Start gehen sollte.

Berlin, Frankfurt – super dort. Aber da war ich bereits und da komm ich leichter mal wieder hin. So habe ich den Entschluss gefasst, in Japan zu laufen. Ein weiterer Kollege hatte sich auch für den Lauf gemeldet. Ohne uns zu kennen, trafen wir uns und besprachen dabei, wie wir das alles angehen wollen. Schon bei unserem ersten Treffen waren wir uns einig: das machen wir gemeinsam. Sport verbindet eben - ganz egal wer oder was du bist.

Von Tag zu Tag stieg die Ungewissheit

Die nächsten Wochen beschäftigten wir uns damit, den Flug und das Hotel zu organisieren, was auch recht gut geklappt hat. Jeder sagte dem anderen, auf was es ihm ankommt, und schon war die Sache geregelt. Die Vorbereitung auf den Marathon hatte dann jeder für sich gemacht, da wir verschiedene Arbeitszeiten hatten. Der Tag der Abreise rückte immer näher und die Ungewissheit, das erste Mal in Japan zu laufen, bereitete uns schon ein etwas mulmiges Gefühl. Um dem Jetlag etwas entgegen zu wirken, flogen wir bereits vier Tage vor dem Rennen von Frankfurt über Amsterdam nach Japan – bis Kumamoto.

Am frühen Donnerstagmorgen betraten wir das erste Mal japanischen Boden. Klar, der fühlt sich an wie Zuhause, aber halt ist eben knapp 10.000 Kilometer von dort entfernt und somit doch was Besonderes. Die Tage bis zum Marathon, der am Sonntag darauf war, nutzten wir natürlich, um uns die Stadt anzusehen. Hier in Kumamoto gibt es auch ein Schloss, wie in Heidelberg, nur halt im japanischen Stil - anders aber auch sehr schön. Gut zu wissen, dass sie nicht unser Schloss abgekupfert haben, sondern ihre eigene Kultur pflegen.

Bestaunt von den Einheimischen

Der Sonntag stand ganz im Zeichen des Kumamoto Castle Marathons - also unserem erster Marathon in Japan. Die Zielzeit war für uns nicht so wichtig, eher der Lauf der besonderen Art. Wir können beide um die drei Stunden laufen, aber hier wollten wir während dem Lauf etwas von der Stadt sehen, denn diese führte an zahlreichen Sehenswürdigkeiten vorbei. Bereits im Startblock wurden wir von den einheimischen Läufern bestaunt. Klar, als Europäer bei einem Marathon in einer eher kleineren japanischen Stadt fällt man schon auf wie ein bunter Hund. Wie heißt es doch: laufen verbindet - und da ist es wirklich ganz egal, wo du herkommst und wie du aussiehst. Das Laufen steht im Vordergrund.

Um 9:02 Uhr war es endlich soweit: Wir durften uns mit über 14.000 anderen Freunden auf die Strecke machen. Was wir da erleben durften, sucht wahrlich seines gleichen. Sämtliche Schilder an der Strecke - egal ob Kilometerschild oder der Hinweis auf die nächste Toilette - wurden nicht wie bei uns einfach nur aufgestellt. Nein, sie wurden von den unzähligen Helfern gehalten, und das mit einem Lächeln im Gesicht. Die Freundlichkeit der Japaner durften wir bereits bei unserer Stadtbesichtigung im Vorfeld erfahren, was sich aber an der Strecke abspielte, war wirklich der Wahnsinn. OK, wir als die „bunten Hunde“ sind schon aufgefallen und viele haben uns abgeklatscht. Vielleicht wollten sie auch nur wissen, wie sich ein Europäer so anfühlt.

Ungewohnte Streckenverpflegung beim Kumamoto-Castle-Marathon

Für uns war hier alles irgendwie fremd und ungewohnt aber letztlich fühlten wir uns sehr wohl hier. Man ist eben unter Gleichgesinnten. An der ein oder anderen Verpflegungsstelle merkten wir aber dennoch, dass es hier etwas anders ist. Es gab Bonbons wie an Fasching - nur wurden sie uns nicht zugeworfen, sondern wir mussten sie uns aus den Kisten selbst herausnehmen. Nach was die geschmeckt haben wissen wir nicht, wir haben lieber keines genommen. Donuts standen auch auf der Verpflegungsliste aber wer bitte isst schon einen Donut beim Marathon? Wir jedenfalls nicht und so blieben uns lediglich die Bananen und die Getränke – Iso-Drinks und Wasser.

Laufen verbindet über alle Grenzen hinweg

Die Strecke selbst führte an den Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei. Diese haben wir uns natürlich angesehen, soweit das im Laufschritt möglich war. So konnten wir unseren kulturellen Horizont etwas erweitern. Kilometer um Kilometer näherten wir uns dem Ziel am Kumamoto Castle. Im Zielkanal nahm mich ein Japaner an die Hand – ich war ja einer der bunten Hunde - und wir liefen gemeinsam über die Ziellinie. Ein sehr bewegender Moment, denn das kommt nicht so häufig vor. Und da war wieder diese „Wir-Gefühl“: Egal wer oder was du bist, es geht hier um die gemeinsame Sache. Das Laufen verbindet die Menschen über Kontinente hinweg.

Im Ziel wartete ich noch etwas auf meinen Kollegen, der sich die Stadt etwas genauer angesehen hatte. Auch er war von alledem hier begeistert.
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Autor: Bernd Lossner 07.10.2015
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