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Leserreporterin Susanne Kuzinski beim Köln-Marathon Meine ganz persönliche Grenzüberschreitung

Susanne Kuzinski hatte lange Zeit geglaubt, sie würde es niemals schaffen, einen Marathon zu laufen. Doch sie hat ihre Grenzen überschritten und ihr Ziel erreicht.

Leserreporter Kuzinski Laufen +
Foto: marathon-photos.com

Mit einem Lächeln auf dem Gesicht schaffte Leserreporterin Susanne Kuzinski ihren ersten Marathon in Köln.

Ich hielt es für undenkbar, je einen Marathon zu laufen. Doch plötzlich wurde es zu meinem Projekt der Grenzüberschreitung. Auslöser war die Nachricht meines Laufpartners Dirk im Laufgruppenchat: „Wer von Euch Lust hätte, mit mir gemeinsam einen Schritt schneller zu gehen, die 4 Stunden sind möglich, ich mache die Trainingspläne und wir starten in Köln.“ Mein erster Gedanke: „Da mache ich mit!“. Diesem Impuls bin ich gefolgt. Am 4.10.2015 lief ich meinen ersten Marathon in Köln in direkter Begleitung von Dirk.

Gefühlsrausch Marathon

Im Ziel angekommen. Das Erste: Ein Moment des Nichts. Dann: Ich muss nicht mehr Laufen. Ich brauche nichts mehr zu tun. Jetzt nicht, die nächsten Tage nicht. Darf einfach stehen bleiben, gehen. Ich bin angekommen. Physisch angekommen. Emotionslos. Ich kann es nicht fassen. Unglaublich, ich habe es geschafft. Ich habe es in der unsagbaren Zeit von 4:01:30 Stunden geschafft. Mein 1. Marathon. Ich habe mein Ziel erreicht: Ankommen, Grenzen überschreiten und im Ziel lächeln, Zielzeit 4 Stunden.

Hinter dem Ziel eine Essmeile. Wir haben unsere Folien, die vor dem Auskühlen schützen, umgelegt und essen und trinken, was uns begegnet, worauf wir Lust haben, nach Lust und Laune. Und dabei bin ich einfach nur, ja, was eigentlich? Fassungslos. Ja, ich kann es nicht fassen. Kann es noch nicht fassen, dass ich angekommen bin, kann nicht fassen, dass ich es in dieser herausragenden Zeit, in der Zielzeit geschafft habe.

Wertvoller Laufpartner

Ohne die Begleitung von Dirk hätte ich es nicht geschafft! Er hat mir Hinweise, so unsagbar wertvolle Hinweise gegeben: „Tempo rausnehmen“, „Jetzt müssen wir überholen (auf einem Teilstück, auf dem es so eng gewesen ist), um den 4:15er Ballon zu überholen“, später: „Es wird besser!“. Dieses „Es wird besser!“ hat ab sofort eine zentrale Bedeutung bekommen. Es wurde zu einem zentralen „Mantra“, das mich auf dem letzten Teilstück aufrecht gehalten hat. Einerseits unbewusst das Vertrauen, dass sich während des Laufs der Körper wieder erholt. Andererseits der Ausblick auf die Zeit nach Zieldurchlauf: Danach wird es besser. Egal, wie es jetzt, während des Laufs, ist: Es wird besser, spätestens, nachdem ich angekommen bin. Dann ganz sicher. Dann muss ich nichts mehr tun. Aber erst dann.

Anstrengung aushalten, Ausdauer! Ich dachte an eine lange Autofahrt nach Frankreich, die Ausdauer erfordert. Aber die hier geforderte Ausdauer war eine andere: körperliche Ausdauer aushalten, Anstrengung aushalten. Ich kann das.

"Fast hätte die dunkle Seite in mir gewonnen"

Dirk hat Fotos auf der Strecke gemacht. An Stellen, an denen ich lächeln konnte. Als ich über die Spendenmatte lief. An Stellen, die ich nicht mitbekommen habe. Und an einer Stelle, bei km 30, an der ich ihn dafür am liebsten gelyncht hätte! Das hat aber schließlich das „Ich kann nicht mehr!“ aus mir herausgelockt. Das war der Moment, an dem ich nur einen Millimeter davon entfernt war, einzubrechen, mit dem Laufen aufzuhören, zu gehen, in einen Modus des Selbstmitleids zu fallen. Wäre ich auch nur für einen Moment diesem Drang gefolgt, hätte ich dem auch nur einmal Raum gegeben, dann wäre vermutlich der ganze Lauf gekippt. Ich kann mir gut vorstellen, dass die „dunkle Seite“ in mir, dieses „Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr!“ die Überhand gewonnen hätte und mich in einen Abwärtsstrudel geführt hätte, aus dem ich nicht weiß, ob ich da wieder herausgekommen wäre, ob ich mich daraus wieder hätte mitreißen lassen können.

In dem Augenblick, in dem ich es gesagt hatte „Ich kann nicht mehr!“, war es draußen. Es war, als wäre es ihm, dem Gedanken, wichtig gewesen, einmal ausgesprochen zu werden. Es dauerte nicht lange, dann war die innere Wende zu spüren, es ging wieder bergauf. Mental und körperlich.
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Autor: Susanne Kuzinski 17.11.2015

Hier finden Sie weitere Informationen zum Köln-Marathon 2017.

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