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Moskau 1980 Musterknabe gegen Nonkonfirmist

Die Mittelstreckenläufer Coe und Ovett lieferten sich 1980 bei den Olympischen Spielen in Moskau einen Showdown.

Sie gingen sich aus dem Weg, wo sie nur konnten – und waren doch die Hauptfiguren der britischen Mittelstreckendominanz Ende der Siebziger-, Anfang der Achtzigerjahre: Sebastian Newbold Coe und Stephen Michael James Ovett. Beide zusammen gewannen sechs Olympiamedaillen und verbesserten 17 Weltrekorde. Sie prägten den Beginn einer Ära, in der später Leute wie Tom McKean, Peter Ellliott und vor allem Steve Cram folgten. Es war die Zeit, als selbst der konservative britische Staatssender BBC die 21-Uhr-Nachrichten unterbrach und live an den Ort des Geschehens schaltete, wenn ein Weltrekordversuch anstand.

Coe und Ovett: Die beiden hätten unterschiedlicher kaum sein können. Hier Sebastian Coe, der wohlerzogene Junge aus gutem Haus, akribisch trainiert von seinem Vater Peter, einem Ingenieur – dort Steve Ovett, der vielleicht talentiertere, rebellische Schüler einer Kunstschule aus Brighton, Sohn eines Marktfahrers mit Mutter Gay als treibender Kraft, der seine Rennen oft in einem blutroten Sowjet-Singlet lief und nach dem Zieleinlauf mit dem rechten Zeigefinger die Buchstaben „I L Y“ für „I Love You“ in die Luft malte, um seine Freundin zu grüßen. Hier Coe, der in Interviews sprach, als würde er einen Roman von Charles Dickens zitieren, dort Ovett, der Nonkonformist, der sich oft weigerte, mit den Medien zu reden. Die britische Öffentlichkeit war gespalten: Man sympathisierte entweder mit Coe oder mit Ovett, etwas dazwischen gab es nicht.

Nur siebenmal traten die beiden im Lauf ihrer Karriere gegeneinander an – nicht nur, weil beide es so wollten, auch die Veranstalter trugen zu diesem Spiel bei. Selbst in seinen besten Jahren war Steve Ovett zum Beispiel nur ein einziges Mal bei „Weltklasse Zürich“ am Start, Coe dagegen war zwischen 1979 und 1989 Stammgast und wurde zum Liebling des Letzigrund-Publikums. Bei internationalen Meisterschaften konnten sie sich allerdings nicht aus dem Weg gehen. Zum großen Showdown kam es schließlich bei den Olympischen Spielen 1980 in Moskau. Die Bühne war bereitet für ein Drama der ganz besonderen Art, ein Drama in zwei Akten.
08.06.2010
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