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Leserreporterin Pamela Linder Nach 18 Laufjahren der erste Marathon in Wien

18 Jahre dauerte es, bis sich unsere Leserreporterin Pamela Linder an ihren ersten Marathon wagte, in Wien. Das Glücksgefühl im Ziel will sie nun nicht mehr missen.

Leserreporterin Pamela Linder vorm Wien-Marathon 2015 +
Foto: privat

Am Tag vor dem Wien-Marathon bestaunte Pamela Linder den aus Shirts gewebten Teppich mit Läufer-Motiv und genoss bei der Kaiserschmarrnparty das einmalige Ambiente.

Der lange Weg zum ersten Marathon

Ich laufe jetzt seit 18 Jahren und genauso lange hat es gedauert, mich mit der Zahl 42195 anzufreunden. Im Frühjahr 2014 entstand die Idee, in Wien meinen ersten Marathon zu laufen. Online Anmeldung, Flug und Hotel gebucht. Noch blieb viel Zeit. Der 12-Wochen-Trainingsplan sollte erst im Februar 2015 beginnen. Als es soweit war, hatte ich immer Begleitung und Unterstützung durch meinen Mann.

In den ersten Wochen des Marathontrainings machte auch vor mir die Erkältungswelle nicht halt, eine Woche Pause – das fängt ja gut an. Während des zweiten langen Sonntagsruns habe ich die böse und schmerzhafte Erfahrung machen müssen, wie es sich anfühlt, nicht genug getrunken zu haben. Ich und trinken, zwei Welten treffen aufeinander. Also üben! Jeden Tag mindestens 1,5 Liter Wasser. Wie soll ich das bloß schaffen? Übung macht den Meister, also ran ans Wasser, nach einer Woche ging es wie von selbst.

Das Wichtigste: Die langen Läufe

Jeden Sonntag früh raus auf die Piste. Die langen Läufe brauchen halt jede Menge Zeit. Für einen der langen Sonntagsläufe bin ich von Essen nach Hamburg gefahren und habe zusammen mit meinem Mann am Vorbereitungslauf zum Marathon Hamburg, organisiert vom RUNNER’S-WORLD-Team, an der Elbe teilgenommen. Die 20 Kilometer vergingen in dieser Gruppe wie im Flug.

Die wöchentlichen Temporunden auf dem Platz haben mir sogar Spaß gemacht. Zwischendurch kamen mir aber schon Zweifel: tue ich genug oder vielleicht sogar zu viel? Nach zehn Wochen hatte ich das Gefühl, jetzt reicht’s, es kann losgehen. Wie schnell die Zeit vergeht.
Leserreporterin Pamela Linder beim Zieleinlauf des Wien-Marathons 2015 +
Foto: privat

Die letzten Meter beim Wien-Marathon 2015.

Das Marathon-Wochenende in Wien

Freitag reisten wir in Wien an. Für das ganze Wochenende war Super-Wetter vorausgesagt. Ein bisschen Stadtbummel und die Laufschuhe an den Wiener Boden gewöhnen. Am Samstag holte ich die Startunterlagen in der Messehalle ab und durfte erste Marathonluft schnuppern. Im Vorfeld des Wien-Marathons lief die Aktion „Laufshirts werden zu einem bunten Teppich gewebt“. Das Motto des Wien-Marathons „ Wir sind Europa“ fand ich toll. Also hatte ich im Vorfeld Shirts rausgesucht und verschickt. Den Teppich konnte man auf der Marathonmesse bestaunen – er ist wirklich toll geworden. Danke an die Hersteller aus den Behindertenwerkstätten.

Ein für den Wien-Marathon selbstgestaltetes T-Shirt war ein Muss. Also ran an die Stifte und Gehirnzellen aktivieren! Unsere auffallend bunten Shirts haben wir dann bedrucken lassen. Auch am Vortag des Wien-Marathons war ich noch immer nicht nervös. Die anschließende Pasta- bzw. Kaiserschmarrnparty im Rathaus war der Hammer. Dort habe ich den Einzug der Nationen und den obligatorischen Wiener Walzer miterlebt und das Ambiente aufgesaugt. So schön!

Start zum Wien-Marathon

Am Marathontag war ich immer noch nicht aufgeregt; das passt eigentlich gar nicht zu mir. Lag es an der guten Vorbereitung? Oder war ich nur abgelenkt von den vielen Eindrücken? Egal, es war schön im Startblock zu stehen und mit über 40.000 anderen Läufern dem Start entgegen zu fiebern. Um 9.00 Uhr der Start: los geht’s! Bis Kilometer 31 lief es super. Der im Training erprobte Trinkrucksack ist die beste Erfindung, seit es Becher gibt. Kein Anstehen und Anhalten an den Verpflegungsstellen.

Krämpfe auf dem letzten Viertel

Doch danach quälten mich elf Kilometer lang furchtbare Muskelkrämpfe. Aufhören? Niemals! Ein am Straßenrand aufgestelltes Schild sagte: „Jetzt umkehren wäre auch blöd!“ Richtig, also weiter kämpfen! Außerdem gab es neben meinem Mann, der mich mental gestärkt hat, noch weitere nette Ereignisse. Ein Mitläufer trällerte zum Beispiel ein dort gespieltes Lied für mich mit, begleitete mich ein Stück und sagte dann: „Ich lass mich zurückfallen, du bist mir zu schnell.“ Zur Erinnerung: Ich hatte Muskelkrämpfe. Eine andere Läuferin freute sich über meine T-Shirt-Aufschrift. Der Wien-Marathon war auch ihr erster Marathon. Ich hoffe, dass auch sie es geschafft hat.
Leserreporterin Pamela Linder berichtet vom Wien-Marathon 2015 +
Foto: privat

Glück pur: Der Zieleinlauf beim Wien-Marathon und die erste Marathon-Medaille bleiben unvergesslich.

Hart erkämpfte Finisher-Medaille

So habe ich mich bis zum Ende durchgeschlagen. Der Zieleinlauf des Wien-Marathons am Heldenplatz war unbeschreiblich geil. Dass ich auf den letzten Metern geweint habe, habe ich erst auf den Zielfotos gesehen. Ein Super-Gefühl, es geschafft zu haben. Das Umhängen der Medaille löste ein Glücksgefühl sondergleichen aus, von meinem Mann per Foto festgehalten.

Insgesamt war alles rundum gut organisiert und das Laufwochenende vollkommen gelungen. Zwar habe ich mein Zeitziel knapp verpasst, aber ich freue mich schon auf den nächsten Marathon, wenn auch das Auslaufen am nächsten Tag in Schloss Schönbrunn ganz schön wehgetan hat. Die Urkunde und die Medaille vom Wien-Marathon hängen seitdem bei mir in der Küche und ich genieße jeden Tag meinen persönlichen Erfolg.
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Autor: Pamela Linder 27.05.2015

Hier finden Sie weitere Informationen zum Wien City Marathon (Wien-Marathon) 2017.

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