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Bilstein-Marathon 2015 Trail-Marathon in Nordhessen

In Nordhessen fand zum fünften Mal der Bilstein-Marathon statt. Auch Athleten des KSV Baunatal wagten sich auf die Trail-Strecke.

Bilstein Marathon +
Foto: privat

Tim Kuhlmann und Heiko Rammenstein.

Schon kurz nach dem Parkplatz Bilstein oberhalb Großalmerodes führte ein fast ebenso langer Trail leicht abwärts bis zu Kilometer 28, wo an der Verpflegungsstelle Gläsnertal ein Kontrollpunkt eingerichtet war: Die Startnummern aller Ankömmlinge wurden abgehakt. Die erste Streckenhälfte barg noch keine Überraschungen gegenüber den Vorjahren. Einen ersten wirklich neuen Streckenabschnitt lernten die Läufer gleich im Anschluss kennen. Von der Waldsiedlung „Am Schmelzhof“ führte ein Pfad am „Giesenbach“ entlang westwärts bis nach Wickenrode. Man konnte schon erahnen, dass nach einem längeren Abstieg an anderer Stelle die verlorenen Höhenmeter wieder eingeholt werden mussten. Am Ortsrand des Dorfes wandte sich die Strecke nach rechts und mündete in einen steilen Anstieg, den die meisten wohl gehend bewältigt haben dürften. Die letzten zwei Kilometer bis zum Verpflegungspunkt bei Kilometer 35, demselben wie bei Kilometer 28, waren flach.

Robert Thiele muss beim Bilstein Marathon 2015 das Rennen vorzeitig beenden

Aus zwei Richtungen wurde diese Stelle angelaufen: Während die einen schon 35 Kilometer hinter sich hatten, stand den anderen die Sieben-Kilometer-Schleife noch bevor. Beide Gruppen versammelten sich an der Tränke. Nur mussten die Schnelleren nach rechts und die Langsameren nach links weiterlaufen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt! Aber wie schon erwähnt, die Startnummern wurden ja registriert. Zufällig begegnete Tim Kuhlmann, der den Ausflug nach Wickenrode bereits absolviert hatte, dort seinem Vereinskameraden Robert Thiele, der just aus der Gegenrichtung heranlief. Aufgrund einer Verletzung hatte Robert eineinhalb Wochen nicht trainieren können. Ankommen hieß seine Devise.

Als er aber von der 7-Kilometer-Runde zurückkehrte und sich am Verpflegungspunkt mit Ess- und Trinkbarem versorgte, war es ihm schlicht unmöglich, wieder anzulaufen. Die Beine versagten ihren Dienst. Schweren Herzens sah er sich gezwungen, das Rennen aufzugeben. Bei Kilometer 35 und einer Zeit von 5:11 Stunden wäre es ihm ohnehin schwergefallen, das Zeitlimit einzuhalten, zumal im letzten Drittel der beschwerliche Bilstein zu besteigen war. Er war nicht der einzige, der an jenem Punkt auf den Rücktransport nach Kleinalmerode wartete. Der dafür vom Orgateam angeforderte Krankenwagen ließ fast eineinhalb Stunden auf sich warten. Inzwischen war es allerdings fast 18 Grad warm und weiterhin sonnig, die Gefahr einer Verkühlung bestand also nicht.

Bilstein Marathon 2015

Die Laufstrecke führte indes ab Kilometer 35 drei Kilometer nur bergab. Rechter Hand flossen Schwarzbach und Rote Nieste zur Nieste zusammen. Leicht und locker konnte man hier die Füße laufen lassen. Umso mühevoller war der lange Anstieg auf der gegenüberliegenden Seite des Tales. Nach fast fünf Kilometern des ununterbrochenen Bergauflaufens stellte der berüchtigte Bilsteinaufstieg den Höhepunkt dar. Einen würdigen Empfang bereitete den Läufern und Wanderern der Musikzug Kleinalmerode, der neben Turm und Bergrestaurant postiert war. Der Ausblick vom Hochplateau des Bilsteins bei 635 m über NN ins sonnige Umland des Meißners und weit darüber hinaus war sehr eindrucksvoll. Gerne hätten die Läufer dort länger verweilt, aber die Uhr blieb nicht stehen. So begaben sie sich nach einer kurzen Pause an der Trinkstation an den Abstieg, dessen erste 100 Meter in der Ausschreibung unter die Kategorie „böse“ fielen.

Bilstein Marathon 2015

Nach dem „vielarmigen Wegweiser“ folgte die mit acht Kilometern längste „Erholungsphase“, wenn man den fast beständigen Bergablauf durch den nach Norden führenden Wald so nennen darf. Ein kurzer Trail beendete diesen Abschnitt. An der Wassertretstelle bei Roßbach wurde der Wald endgültig verlassen und eine weitere Verpflegungsstelle erreicht. Sechs Kilometer lagen nur noch vor den Läufern und Wanderern. Anders als bisher verlief die Endphase nicht über Oberroßbach, sondern direkt an Roßbach vorbei durch die Wacholderheide, die mit einigen „kleinen, aber fetzigen Abschnitten“ aufwartete, wie es hieß. Diese waren aber teilweise so „giftig“, dass die meisten Kenner des Bilstein-Marathons sich nach der altbekannten Schlussetappe gesehnt haben dürften. Denn hatte man vormals Oberroßbach erstmal erreicht, gab es hernach keine knackigen Anstiege mehr zu bewältigen. Im neuen Streckenverlauf herrschte daran bis zum Schluss kein Mangel. Beim Durchlaufen der Wacholderheide konnte man nur sporadisch den Blick auf Roßbach schweifen lassen, da die schmalen, geschotterten Pfade volle Aufmerksamkeit erforderten, vor allen Dingen bei dem fortgeschrittenen Ermüdungszustand.


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07.05.2015

Hier finden Sie weitere Informationen zum Bilstein-Marathon Witzenhausen 2017.

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