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Halbmarathon-WM 2016 in Cardiff Trotz Sturz: Geoffrey Kamworor verteidigt WM-Titel

Nicht einmal ein Sturz konnte Geoffrey Kamworor bei den Halbmarathon-Weltmeisterschaften in Cardiff aufhalten. Er holte in 59:10 Minuten erneut den Titel.

Geoffrey Kamworor +
Foto: photorun.net

Geoffrey Kamworor verteidigte in Cardiff seinen WM-Titel.

Weder seine Konkurrenten noch ein Sturz unmittelbar nach dem Start und auch nicht starker Wind und Regen konnten Geoffrey Kamworor bei den Halbmarathon-Weltmeisterschaften in Cardiff stoppen. Der 23-jährige Kenianer verteidigte in der walisischen Hauptstadt seinen Titel eindrucksvoll in 59:10 Minuten und erzielte damit eine Jahresweltbestzeit. Zweiter wurde sein Landsmann Bedan Karoki Muchiri in 59:36. Damit gab es auf den ersten beiden Plätzen die gleiche Reihenfolge wie vor einem Jahr bei den Crosslauf-Weltmeisterschaften. Bronze gewann der britische Doppel-Olympiasieger Mo Farah (59:59), der dem enormen Tempo der Kenianer bei den schwierigen Wetterbedingungen nicht hatte folgen können. Seine 15-km-Zwischenzeit von 42:03 Minuten ist aber ein Europarekord.

Im Rennen der Frauen gelang Kenia wie schon vor zwei Jahren in Kopenhagen ein Dreifach-Triumph: Die 22-jährige Peres Jepchirchir gewann in 67:31 Minuten und feierte bei ihrem ersten internationalen Meisterschaftsrennen auf Anhieb einen großen Sieg. Sie gewann vor ihren Landsfrauen Cynthia Limo (67:34) und Mary Wacera Ngugi (67:54). Deutsche Läufer waren bei den Weltmeisterschaften nicht am Start.

Geoffrey Kamworor gelang Aufholjagd nach Sturz

Der Lauf der Männer begann mit einem Schock für Kenia und den großen Favoriten: Auf der regennassen Straße rutschte Geoffrey Kamworor bei einem seiner ersten Schritte aus und stürzte. Dabei kam offenbar noch ein weiterer Athlet zu Fall. Da die Veranstalter ohne Zeitverzögerung ein Massenrennen gestartet hatten, war die Situation brenzlig. Doch Kamworor schaffte es noch auf dem ersten Kilometer, sich durch die vielen bereits an ihm vorbeigelaufenen Athleten hindurchzuschlängeln und wieder die Spitzengruppe zu erreichen. Dort hatten seine Landsleute in dieser Phase noch nicht auf das Tempo gedrückt, um auf den Titelverteidiger zu warten. Lediglich der Äthiopier Abayneh Ayele versuchte die Situation für sich zu nutzen und machte an der Spitze Druck. Doch er kam nicht weit, bald darauf bestimmten die Kenianer das Geschehen.

Mo Farah kämpfte um Bronze

Nachdem 13 Läufer die 5-km-Marke in 14:10 Minuten passiert hatten, fiel schon gegen Ende des nächsten, schnellen 5-km-Abschnittes die Gruppe auseinander. Neben Kamworor und Karoki bildeten Simon Cheprot (Kenia) und Tamirat Tola (Äthiopien) eine vierköpfige Spitzengruppe. Das Quartett erreichte die 10-km-Marke nach 27:59. Zu diesem Zeitpunkt lag Mo Farah als Siebenter mit fünf Sekunden Rückstand noch in Reichweite, doch bald darauf wurde klar, dass der Brite dieses Mal den beiden stärksten Kenianern, Kamworor und Karoki, nicht Paroli bieten konnte. Als sich die beiden Kenianer nach rund 14 km absetzten, hatte Farah bereits einen Rückstand von über 100 Metern. In 41:41 Minuten passierte das Duo die 15-km-Marke, so dass sie für die 10-km-Distanz von 5 bis 15 km 27:31 Minuten gebraucht hatten - mit einer solchen Zeit würden sie die meisten internationalen 10-km-Rennen gewinnen. Kurz vor der 20-km-Marke fiel dann die Entscheidung. Im strömenden Regen setzte sich Kamworor ab, dessen Halbmarathon-Karriere 2011 in Berlin begonnen hatte, als er als 18-Jähriger überraschend in 60:38 gewonnen hatte. Mit 59:10 Minuten stellte er eine Jahresweltbestzeit auf. Zwar wird teilweise eine schnellere Zeit des Kenianers Solomon Yego, der das Rennen Rom-Ostia in 58:44 gewonnen hatte, geführt. Doch die italienische Strecke erfüllt nicht die Kriterien für die Anerkennung von Rekorden.

Mo Farah, der noch bei der WM im vergangenen Sommer im 10.000-m-Finale Geoffrey Kamworor knapp hinter sich gelassen hatte, arbeitete sich im letzten Teil des Rennens noch nach vorne. Schließlich gelang es ihm mit seinem starken Endspurt, Abayneh Ayele knapp hinter sich zu lassen. Farah wurde in 59:59 vor dem zeitgleichen Äthiopier Dritter. Auf den Rängen fünf und sechs folgten Tamirat Tola (60:06) und Simon Cheprot (60:12).
Peres Jepchirchir +
Foto: photorun.net

Peres Jepchirchir lief in ihrem ersten großen Meisterschaftsrennen auf Anhieb zum Sieg.

Läuferinnen aus Kenia und Äthiopien übernahmen Führung

Bei den Frauen entwickelte sich frühzeitig der erwartete Länderkampf zwischen Kenia und Äthiopien. Nach gut sieben Kilometern bestand die achtköpfige Führungsgruppe ausschließlich aus Läuferinnen dieser beiden Nationen. Auch bei den Frauen war der Mittelteil des Rennens sehr schnell, so dass sich hier die Führungsgruppe verkleinerte. Nachdem die 15-km-Marke in 48:14 Minuten erreichte wurde - den 5-km-Abschnitt zuvor waren die Läuferinnen damit in sehr schnellen 15:40 Minuten gelaufen -, verkleinerte sich die Gruppe auf fünf Athletinnen. Neben Jepchirchir, Limo und Wacera liefen noch die beiden Äthiopierinnen Netsanet Gudeta und Genet Yalew. Als dann rund zwei Kilometer vor dem Ziel Limo und Jepchirchir das Tempo an der Spitze nochmals forcierten, waren die beiden Äthiopierinnen geschlagen. Auch Wacera fiel bald darauf zurück, hatte aber keine Probleme, den dritten Platz zu halten.

Peres Jepchirchir setzt sich gegen Landsfrauen durch

Im Kampf um den Sieg ergriff auf dem letzten Kilometer zunächst Limo die Initiative. Doch die Jahresweltbeste, die im Februar das hochkarätige Rennen in Ras Al Khaimah (Vereinigte Arabische Emirate) in 66:04 gewonnen hatte, wurde kurz danach wieder eingeholt. Als es schließlich auf die Zielgerade ging, war es Jepchirchir, die sich entscheidend absetzen konnte.

Hinter dem kenianischen Trio Jepchirchir (67:31), Limo (67:34) und Wacera (67:54) verhinderten die Äthiopierinnen Gudeta (68:01) und Yalew (68:15) einen kompletten kenianischen Durchmarsch wie bei der WM vor zwei Jahren. Sechste wurde Gladys Chesire (68:46) gefolgt von Pascalia Kipkoech (69:44). Als beste Europäerin belegte die Italienerin Veronica Inglese Rang 16 mit 70:59 Minuten.

„Das war kein schlechtes Rennen, obwohl ich an einem Hügel ein paar Probleme hatte“, erklärte die neue Weltmeisterin Peres Jepchirchir, die im vergangenen Herbst mit zwei starken Leistungen auf sich aufmerksam gemacht hatte. Zunächst gewann sie die 10 km in Prag mit 30:55 Minuten und erzielte damit die zweitschnellste Zeit des Jahres, dann siegte sie bei einem Halbmarathon in Usti nad Lebem (Tschechische Republik) in 67:17. Die Läuferin kommt aus Iten und ist eine Trainingspartnerin der Marathon-Weltklasseläuferin Mary Keitany.
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Autor: race-news-service.com 29.03.2016
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