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Leserreporter Martin Kreitzberg in Essen Über Essen nach New York

Beim Essen-Marathon "Rund um den Baldeneysee" lief unser Leserreporter Martin Kreitzberg seinen 49. Marathon. Das Ziel Marathon Nummer 50 in New York ist jetzt zum Greifen nah.

Martin Kreitzberg in Essen +
Foto: Martin Kreitzberg

Beim Essen-Marathon "Rund um den Baldeneysee" nahmen rund 1.500 Läufer teil. Einer von ihnen war unser Leserreporter Martin Kreitzberg.

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Marathon

Ein paar Tage vor dem Abflug nach New York möchte ich Euch den letzten Bericht vor dem Finale schreiben. Ich bin ein wenig aufgeregt und kann es gar nicht glauben, dass ich es geschafft habe in den letzten zwei Jahren 13 Marathons zu Ende zu bringen. Nach dem Desaster Mitte des Jahres mit den schlimmen Knieschmerzen hatte ich die Befürchtung, dass ich es nicht schaffen werde. Dann kam auch noch Schmerzen im Rücken dazu, weswegen ich in Köln nicht laufen konnte.

Aber alles egal. Es ist geschafft und ich laufe am 2. November meinen 50. Marathon mit 50 Jahren.

Zeiten spielen keine Rolle

Nach dieser kurzen Einleitung nun zum Lauf. Geschafft ist der richtige Ausdruck. Irgendwie ist mir das Quälen abhanden gekommen, ich will mich nicht mehr für irgendeine Zeit quälen, das wird mir auch bei diesem Lauf ganz klar.

Bei herrlichem Wetter fahre ich über die A52 in Richtung Essen, leider allein. Meine liebe Laufpartnerin Nina, die mich unterstützen wollte, sagte kurzfristig ab. Aus verständlichen Gründen, ihre Mutter musste vorsichtshalber ins Krankenhaus. Liebe Nina, an dieser Stelle ganz liebe Grüße an deine Mutter und gute Besserung.

Diesmal fahre ich nicht mit der Bahn zum Lauf, stattdessen bringt mich ein kleiner schwarzer Mini dorthin. Leider war ich etwas zu spät, sodass ich einen sehr langen Fußmarsch zur Startnummernabholung zurücklegen musste. 1149 lautet meine Startnummer. Nur 49 wäre wohl passender, aber was für ein Zeichen. Von da an wusste ich: Das hier schaffe ich auch noch.

Klein aber oho

Was für ein Kontrast zu Berlin. 1.500 Läufer am Start, fast wie eine Familie, die einen Ausflug macht. Zugegeben, eine sehr große Familie. Es geht los. Tolles Laufwetter und gute Stimmung. Hier zeigt sich: Es braucht nicht immer 40.000 Läufer und eine Million Menschen, um gute Stimmung zu erzeugen. Die ersten drei Kilometer führen uns nach Essen-Werden, wo doch einige Spaziergänger die Läufer ein wenig ungläubig anschauen. Auf dieser kurzen Strecke stehen auch schon die ersten Sambagruppen und machen richtig Rabbatz.

Bei Kilometer 5 laufe ich Edith, die Frau unseres Dokomitglieds Otto, über den Haufen. Ich habe mich eben umgesehen und mit einer Frau geredet, als sie dastand. Hätte ich nicht rechtzeitig wieder nach vorn geschaut, wäre das Rennen hier vorbei gewesen. Ein Küsschen zur Entschuldigung und weiter. Vorbei an irgendeinem Bauwerk - Stauwerk oder so. Immer schön am Ufer des Baldeneysees vorbei.


Auch die Kinder machen Stimmung

Über die Kampmannbrücke geht es auf die Wuppertaler Strasse. Das erinnerte mich wieder an Bonn, wo auch ein solcher Wendepunkt eingerichtet worden ist. Völlig inspirationslos, aber in Essen diente dieser Streckenabschnitt nur dazu, um das Feld ein wenig auseinander zu ziehen. In der zweiten Runde braucht man hier nicht mehr lang. Gott sei Dank, denn hier war nichts los. Abgesehen von einer Kinder-Trommelgruppe. Wirklich süß die Kleinen mit ihren großen Trommeln.

Die zweite Runde war somit kürzer, nämlich nur ca. 18 Kilometer, ändert zwar nichts an der Gesamtdistanz, war aber unter psychologischen Gesichtspunkten wichtig.

In der Zwischenzeit war auf dem Baldeneysee richtig Alarm. Viele Segel- und Motorboote waren unterwegs. Sieht wirklich schön bei dem Wetter aus. Erinnert mich ein wenig an Hamburg, wenn es die letzten Kilometer an der Alster vorbei geht.

Belohnung kurz vor Schluss

Kurz vor Kilometer 40 kommt sie endlich: Die Bierstation. Ich sprach Ordner an der Strecke an und bemängelte, dass es hier überhaupt keinen Bierstand gibt. Als Düsseldorfer trinkt man Bier. Zwar Dunkles, zur Not auch Helles, aber nie Kölsch. Dies ließen sich die Ordner nicht zweimal sagen und wir köpften gemeinsam eine Flasche Bier. Frisch gestärkt ging es nun ins Ziel.

Unter fünf Stunden war das Ziel und wurde auch erreicht. Erleichtert und ein wenig platt ging es nach Hause, um sich jetzt so richtig auf New York zu freuen. In der Stadt, die niemals schläft, werde ich das vollenden, was vor 20 Monaten noch so weit weg war.

Freut Euch auf den letzten Bericht in der Reihe "Race2NY 50. Marathon mit 50“.
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Autor: Martin Kreitzberg 29.10.2014

Hier finden Sie weitere Informationen zum Essen-Marathon "Rund um den Baldeneysee" 2017.

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