Top Themen: Firmenlauf | Hindernisläufe | Individuelles Coaching | Laufkalender | Laufen | Lauf eintragen

Leser-Reporterin Biggi Wölk Wenn der Pott kocht

Der Startschuss zum Vivawest-Marathon fällt und Leser-Reporterin Biggi Wölk genießt die grandiose Stimmung.

Leser-Report vom Vivawest-Marathon +
Foto: privat

Auf der Zielgeraden schenkt Leser-Reporterin Biggi Wölk allen Applaus für die gelungene Veranstaltung.

Auf dem Weg zur Abgabe des Kleiderbeutels, sprach mich Judith an und fragte, ob ich wüsste, wo man den Kleiderbeutel abgeben kann. Ich wusste es auch nicht richtig, sah nur viele Läufer ohne Kleiderbeutel aus einer Richtung kommen und schloss daraus, dass wir dort richtig liegen würden. Wir kamen direkt ins Gespräch. Sie war auch bereits marathonerfahren und wir hatten die gleiche Zielzeit vor Augen. Der Start des Halbmarathons verzögerte sich, weil die Strecke noch nicht freigegeben war (es mussten noch ein paar Autos abgeschleppt werden), sodass sich auch unser Start verzögerte. Es wurde immer wärmer.

Im Startfeld des Halbmarathons reihten sich auch hier wieder viele bekannte Gesichter ein. Es war auch mal toll, selbst klatschend am Rand zu stehen. Nachdem der Startschuss gefallen war, hätte ich meinen eigenen Start fast verpasst, denn ich hatte im „Petrol Startblock“ noch nicht eingecheckt. Da sprach mich Bastian an, „Biggi, los komm! Du musst in den Startblock!“. Ich war so fasziniert vom Start der anderen Läufer, dass ich immer noch hinter der Absperrung stand. Judith hatte sich schon vorher von mir verabschiedet, aber bestimmt würden wir uns wiedersehen.

Ein Kilometer mit Irina Mikitenko

Dann kam unser Startsignal. Jan Fitschen, als Botschafter des Vivawest-Marathons war übrigens auch vor Ort und stand mit auf der Moderatorenbühne. Es ging also los, vorbei an vielen Zuschauern, die uns laut umjubelten und klatschend auf die 42,195 km lange Strecke schickten. Schon die ersten Kilometer hatten es in sich. Es ging den ersten Hügel hoch, den nächsten runter und immer wieder leichte bis mittlere Steigungen. Als wir auf die Zeche Zollverein zukamen, war das ein imposantes Bild, sodass ich schnell mein Handy nahm und ein Foto machte. Etwas weiter Höhe der Kokerei zog eine Frau, auffallend an ihrem perfekten Laufstil im roten Laufshirt, an mir vorbei.

Ich wusste, dass Irina Mikitenko auch auf der Strecke ist, aber als Staffel-Läuferin. Ich beschleunigte mein Tempo um wenigstens mal „Hallo“ zu sagen. Fragend rief ich ihren Namen. Sie drehte sich zur Seite und wir liefen ca. einen gemeinsamen Kilometer im flotten Laufschritt und unterhielten uns kurz über die Staffel, die Strecke und das super Wetter. Ich ließ sie mit den Worten ziehen, dass ich ihr einen schönen Lauf wünsche, da ich ja ein paar Kilometer mehr zu laufen hatte und wieder in mein Lauftempo finden musste.

Beim Lauf durchs Einkaufszentrum denkt Biggi Wölk an Eiscreme

Ich versuchte mich zu orientieren. Die Strecke hatte ich mir ja auf dem Plan bereits angesehen, aber sie dann selbst zu laufen und zu wissen, wo man gerade ist und was als nächstes kommt, ist dann auch wieder anders. Wer ist bei einem Marathon schon jemals durch ein Einkaufszentrum gelaufen? Es ging an einem Neubaugebiet vorbei, die „Neue Mitte“ in Essen. Auf der rechten Seite war eine Eisdiele und ich dachte mir, „jetzt ein Eis wäre auch nicht schlecht“. Aber da war leider niemand, der mir eins reichte und schnell eins holen, kostet unnötig Zeit. Also liebe Eismänner, für den nächsten Marathon, bei diesem Wetter – bitte stellt euch beim nächsten Mal an die Strecke!

Die nächsten Kilometer waren wieder gut zu laufen, immer wieder gab es ein paar Zuschauer, die mit Fahrrädern oder auf Rollerblades an unterschiedlichen Abschnitten standen. Ich war beschäftigt damit, Schilder zu lesen, die sie in der Hand hielten mit Sprüchen wie: „Ihr seid super, weiter so!“ Beim nächsten Marathon werde ich mal meine Kamera auf die Schilder richten, denn die Leute lassen sich echt viel einfallen. Aber die Sonne machte nicht nur mir zu schaffen. Nach dem ersten Verpflegungsstand hatte ich jeden weiteren angesteuert. Ich griff nach Wasser und Bananen und war glücklich, dass ich für zwischendurch diesmal meinen Trinkflaschen-Gürtel dabei hatte.

Teilweise zogen sich die Kilometer wie Kaugummi. Nachdem wir den Halbmarathon hinter uns gelassen hatten, folgte ca. auf Höhe des Kilometers 29 das Möbelhaus Ostermann mit einer großen Fanmeile. Zwischen Kilometer 33 und 40 verlangsamte ich jedoch etwas das Tempo. Ich lief nicht mehr alleine, sondern hatte ein paar Läufer um mich herum und wir kamen ins Gespräch. Das habe ich in Düsseldorf vermisst. Da war irgendwie keiner, jeder lief für sich und ich fühlte mich überhaupt nicht wohl. Zwischendurch gingen wir auch ein paar Schritte und quatschten und wenn du dich nach so vielen gelaufenen Kilometern wieder dazu zwingst, die Laufmaschine in Gang zu setzen, dauert es ein paar Schritte, bis es wieder läuft.
Leser-Reporterin Biggi Wölk +
Foto: privat

Die Strecke beim Vivawest-Marathon ist abwechslungsreich und führt vorbei am Zeche Zollverein.

Auf der Zielgeraden

Im Nordsternpark wurden wir gebührend begrüßt. Zwei Moderatoren standen auf einer Bühne oberhalb der Laufstrecke. Einzelne Läufer wurden anhand der Startnummer begrüßt. Meine Startnummer war verrutscht und der Moderator konnte sie nicht lesen, was er auch so kommentierte. Also bin ich nochmal ein kleines Stück zurück gelaufen und habe eine Ehrenrunde gedreht. Als wir den Verpflegungsstand passiert hatten und ich zurückblickte auf die vielen Plastikbecher, die rechts und links neben der Strecke lagen, machte ich noch schnell ein Foto. Es ist schon Wahnsinn, wie viel Müll bei einem Marathon produziert wird.

Ich mache mir wieder Gedanken über die Umwelt. Nicht nur wegen der vielen Plastikbecher, sondern auch wegen der Verpackungen von Gels, die viele zu sich nehmen. Es gibt Läufer, die sind damit regelrecht bewaffnet. Ein richtiges „Magazin“ an Gels haben die dabei. Für mich ist das keine Option. Ich vertraue weiterhin einer guten Vorbereitung auf einen Marathon und meiner Ernährung, was bisher immer ganz gut geklappt hat. Ich denke, ich tue meinem Körper nichts Gutes, und wer weiß, was da alles drin ist.

Von hinten schloss dann Judith auf und das war nochmal ein Ansporn doch noch in der Zeit unter vier Stunden zu finishem. Es war ja auch nicht mehr weit. Es gab etwas, das fehlte irgendwie noch – die ganze Strecke über hatte ich darauf gewartet, wo waren eigentlich die Schalker? Als es dann Richtung Zielgerade ging und wir noch eine Kurve liefen, standen sie an einer Ecke und waren in bester Feierlaune. Die letzten Meter vor dem Ziel waren toll. Ich lief fröhlich ein paar Meter klatschend, um mich von den Zuschauern und den Organisatoren zu bedanken. Diesmal gab es keine Tränen, ein Blick auf die Uhr und ich war dann doch noch in 3:59:09 Stunden im Ziel. Judith und ich klatschten ab und ließen uns die Medaillen umhängen. Eine meiner schönsten Medaillen - und Marathon-Erfahrung!
Jetzt noch besser laufen: aktuelle Lauftipps, News und Tests >>

Autor: Biggi Wölk 17.07.2014

Hier finden Sie weitere Informationen zum Vivawest Marathon Gelsenkirchen 2017.

WEITERLESEN
Zurück zur ersten Seite: "Jetzt ein Eis wäre auch nicht schlecht"

Seite 1: "Jetzt ein Eis wäre auch nicht schlecht"
Seite 2: Wenn der Pott kocht

Kostenloser Newsletter
RUNNER'S WORLD ERLEBEN
Mehr zu Laufevents
Lokalmatadoren tauschen Streckenrekorde
Nikolauslauf Regensburg 2016 Philipp Pflieger, Florian Orth, Simon Boch

Foto: Norbert Wilhelmi

Die beiden Läufer der LG Telis Finanz Regensburg, Philipp Pflieger und Simon Boch entrisse... ...mehr

Tolle Stimmung bei Jubiläumsveranstaltung
Kölner Nikolauslauf 2016

Foto: Wolfgang Steeg

Über 2.500 Teilnehmer liefen beim 20. Kölner Nikolauslauf bei frostigen Temparaturen durch... ...mehr

2.662 Läufer über die Halbmarathon-Distanz
Nikolauslauf Tübingen

Foto: Tomás Ortiz Fernandez

Schon in die 41. Runde ging der Nikolauslauf Tübingen 2016. Sabrina Mockenhaupt und Jens Z... ...mehr

Sie sind hier: >> >> >>Wenn der Pott kocht
(©) Rodale-Motor-Presse GmbH & Co. KG