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Ausprobiert Wie fühlt es sich an, gepact zu werden?

Für die Serie "Ausprobiert" beschreibt unsere Redakteurin das Abenteuer, einem anderen die Kontrolle über das eigene Rennen zu überlassen.

Ausprobiert: Wie fühlt es sich an, gepact zu werden? +
Foto: Marie Simons

Gepact zu werden hat einige Vorteile. Im Ziel freuen sich beide – der Gepacte, weil er so schnell war, der Pacemaker, weil er Teil am Erfolg hat.

Die Bedingungen:
1. Der Gepacte sucht sich sein Laufziel, seinen Wettkampf und seinen Tempomacher aus.
2. Der Pacer sollte dem Gepacten läuferisch überlegen sein. Idealerweise sind beide schon mal miteinander gelaufen.
3. Eine klare Verständigung über Zielzeit und Renneinteilung erspart Diskussionsärger während des Rennens.


Meine Zeit als Wettkampfläuferin liegt schon lange zurück, doch seit einer Weile juckt es mich wieder. Ich will noch mal wissen, wie schnell ich bin, wenn ich alles gebe. Da kommt mir die Gelegenheit, das Laufen mit einem Tempomacher zu probieren, gerade recht. Bereits Tage vor dem 10-Kilometer-Rennen fällt mir auf, dass diesmal etwas anders ist: Wie und welche Zeit ich laufe, mache ich normalerweise mit mir selbst aus. Auf einmal diskutiere ich mit meinem Pacemaker Daniel darüber. Meinen Vorschlag, 4:25 Minuten pro Kilometer zu laufen, findet er zu defensiv und schlägt einen 4:15er-Schnitt vor. Wir treffen uns in der Mitte.

Als Daniel und ich uns auf den Weg zum Start begeben, lege ich nicht nur meine geliebte Laufuhr, sondern die Verantwortung für das gesamte Rennen in seine Hände. Der Startschuss fällt, und gleich kommt mir das Verständnis meiner Mutter von Pacemaker in den Sinn. Sie dachte, es heißt „Placemaker“: einer, der dem anderen den Weg durch die Menge bahnt. Genau das tut Daniel, und ich muss einfach nur an seinen Fersen bleiben.

Der Startschuss fällt

Der erste Kilometer erscheint mir gemütlich. Ich erwische mich dabei, Daniels Pacer-Qualitäten infrage zu stellen, aber vielleicht wäre ich es allein zu schnell angegangen. Tatsächlich liegen wir etwas hinter der Zeit. Aber das lässt Daniel mich erst wissen, als wir die verlorenen Sekunden bereits wieder gutgemacht haben. Nicht ständig auf die Uhr zu schauen empfinde ich als entspannend. Ich frage mich nur: Sagt Daniel die Wahrheit, wenn er mir mitteilt, dass wir einen Puffer haben, oder will er mich nur motivieren?

Eigentlich ist das völlig egal. So wie er es macht, ist es genau richtig. Doch so sehr ich mir auch vorgenommen habe, ohne Widerworte an seiner Seite zu laufen, muss ich bei Kilometer vier zugeben, dass es mir zu schnell ist. Er nimmt sofort Rücksicht, verliert unser Ziel aber nicht aus den Augen: „Wir laufen jetzt langsamer. Wenn es gleich bergab geht, holen wir es wieder auf.“ Gesagt, getan. Zusätzlich nutze ich seinen Windschatten und finde super wieder ins Tempo. Dass Daniel seine Schrittfrequenz der meinen anpasst, erfahre ich erst später. Ich wundere mich nur, wie gut ich hinter ihm laufen kann, ohne aus dem Rhythmus zu kommen.

Endspurt

Die letzten Kilometer haben es in sich, aber die Prophezeiung meines Pacemakers, dass wir schneller sein werden als geplant, treibt mich voran. Ich laufe schließlich Bestzeit und bin um eine tolle Erfahrung reicher. Natürlich habe ich Daniel schon für meinen nächsten Halbmarathon gebucht.
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Autor: Jale Bartholomäus 14.12.2015

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