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Leser-Reporter Zugspitz-Supertrail 2015: Alpines Regenrennen

Ausgestattet mit Regenjacken und langen Hosen machten sich Lars und Jörg an den Start. Das Wetter konnte wechselhaftiger nicht sein und so rutsche nicht nur ihre Laune in den Keller.

Zugspitz Supertrail 2 +
Foto: privat

Das schlechte Wetter hat deutlich Spuren bei den beiden hinterlassen.

Regen beim Start

Heftige Regenfälle und Temperaturen um die zehn Grad begleiteten schon den Start um 9 Uhr. An kurze Hosen oder Laufshirt war bei dieser Witterung nicht zu denken. Ausgestattet mit langen Hosen, wie vom Veranstalter auferlegt, und Regenjacken, Mützen und Handschuhen, machten sie sich mit über 400 anderen Teilnehmern des Supertrails bereit für das Rennen. Mit einem unguten Gefühl begaben sich Lars und Jörg auf die lange Tour durch die Tiroler und oberbayerischen Alpen.

Rutschpartie auf Schneematsch

Eine erste Härteprüfung war ein vier Kilometer langer, steil ansteigender Singletrail, der am 2.048 m hoch gelegenen Scharnitzjoch, dem Dach der Tour, seinen Gipfel fand, fast 950 Höhenmeter oberhalb des Starts und acht Kilometer davon entfernt. Trotz Regenjacken alsbald komplett durchnässt, erwies sich der Dauerregen als weniger dramatisch als anfangs gedacht. Zwar machte er die ohnehin nicht leicht zu bewältigende Strecke deutlich schwerer, aber irgendwann störte er nicht weiter. Ein gewisser Gewöhnungseffekt stellte sich ein. Der stetig anhaltende Niederschlag fiel in den oberen Höhenlagen als Schnee und der Boden war ab 1.800 Höhenmetern mit einer geschlossenen Schneedecke überzogen (nachts sank die Schneefallgrenze auf 1.600 Meter). Rasch war das Profil ihrer Trailschuhe fast vollständig verklebt. Außerdem war es mit Temperaturen um den Gefrierpunkt ungemütlich kalt. Auf den folgenden fast sieben Kilometern ging es 1.030 Höhenmeter bergab bis zum Hubertushof bei Kilometer 15,8. Bis sie diesen ersten Versorgungspunkt erreichten, mussten sie außer auf Schotterwegen einige ausgedehnte Steilpassagen auf Bergwiesen herunterlaufen. Die altgedienten, auf über 600 Laufkilometern ausgiebig erprobten Treter erwiesen sich im Schneematsch als absolut ungeeignet. Trotz der mitgeführten Teleskopstöcke suchte insbesondere Lars einige Male unfreiwilligen Bodenkontakt auf. Außerdem schneite es zeitweise so heftig, dass Lars' Brille beschlug und ums Verrecken nicht trocken zu kriegen war. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als sie abzunehmen und ohne Sehhilfen weiterzulaufen, ausgerechnet auf diesen rutschigen Bergwiesen. Das war gänzlich ungewohnt für ihn, lief er doch zum ersten Mal seit seinem Einstieg in den Marathonsport brillenlos. Nach fünf Kilometern im Schneeregen und einem Nachlassen des Niederschlags konnte er die Brille wieder aufsetzen. Ein Kleidungsstück sorgte schon während dieser ersten Phase für eine „einschneidende“ Erfahrung, und das war seine Unterhose. Froh, dieses Teilstück verletzungsfrei überstanden zu haben, erreichten Lars und Jörg nach etwas mehr als drei Stunden den Hubertushof.

Üppige Verpflegung

Wie auch an den anderen Verpflegungsstellen freuten sie sich über Tomatensuppe, Wassermelonen, heiße Brühe, warmen Kartoffelbrei, Studentenfutter und Salamistücke in der Größe von Dominosteinen. Im Zelt der medizinischen Abteilung signalisierten sie, dass alles in Ordnung sei. Auf wundersame Weise verspürte Lars keine Schmerzen mehr im Oberschenkel, die ihn zuletzt so geplagt hatten. Nach einer ausgedehnten ersten Pause, die vielleicht eine Viertelstunde dauerte, setzten sie ihren Weg fort. Es war um die Mittagszeit, als der Regen aussetzte und die Sonne zum Vorschein kam. Dieser einzige Lichtblick des Tages hielt für etwa eineinhalb Stunden an, bevor die alpine Bergwelt wieder in regennasser Tristesse versank.

Stimmungstief im Dauerregen

Im nachfolgenden Wald, in dem auf einigen Schotterwegen Wasser in kleinen Rinnsälen herabfloss, waren ein paar Singletrails zu absolvieren. Bei Kilometer 25 liefen sie das Schützenhaus Mittenwald an und damit den nächsten Verpflegungspunkt. Sie waren nun unweit ihrer Pension, in der sie übernachtet hatten, und scherzten, ob es nicht besser sei, dem ungemütlichen Wetter zu entfliehen und in ihrem warmen Quartier Unterschlupf vor dem Regen zu suchen. Natürlich kam diese Option nicht in Frage und nach den Anfeuerungsrufen eines Zuschauers („Ihr macht das super!“) antwortete Lars aus seinem momentanen Stimmungstief heraus: „Danke, das habe ich gebraucht!“ Und schon begaben sie sich wieder auf die Strecke.
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Autor: Heiko Rammenstein 06.07.2015

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