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Dubai-Marathon 2015 Äthiopier räumen 200.000-Dollar-Preisgeld ab

Lemi Berhanu (Äthiopien) und seine Landsfrau Aselefech Mergia gewannen den Dubai-Marathon und sicherten sich damit das 200.000-Dollar-Preisgeld. Top-Favorit Kenenisa Bekele stieg aus dem Rennen aus.

Berhanu Dubai +
Foto: Giancarlo Colombo / photorun.net

Lemi Berhanu feiert mit einem Freudensprung seinen Dubai-Triumph.

Lemi Berhanu heißt der überraschende Sieger des Dubai-Marathons. Es war zwar im Gegensatz zu den letzten drei Jahren kein Debütant, der in dem Emirat triumphierte, doch der Erfolg kam genauso unerwartet. Der 20-jährige Youngster aus Äthiopien ließ ein Weltklassefeld hinter sich und setzte mit 2:05:28 Stunden ein erstes hochklassiges Maß im Jahr 2015. Der Dubai- und Boston-Marathon-Sieger des Jahres 2013, Lelisa Desisa, wurde in 2:05:52 Zweiter. Sein Landsmann Deribe Robi komplettierte bei guten aber relativ warmen Wetterbedingungen das rein äthiopische Podium auf Rang drei mit 2:06:06. Währenddessen erlebte Kenenisa Bekele in Dubai eine Enttäuschung. Der äthiopische Superstar stieg nach der 30-km-Marke aus.

Aselefech Mergia gewinnt den Dubai-Marathon nach spannendem Endspurt

Aselefech Mergia gelang im Rennen der Frauen ein perfektes Comeback am Tag ihres 30. Geburtstages. Die Äthiopierin gewann nach einer langen Babypause ihren ersten Marathon seit zweieinhalb Jahren. Sie musste für ihren Sieg in 2:20:02 Stunden allerdings bis zum letzten Meter kämpfen. Denn nur eine Sekunde später folgte Gladys Cherono als Zweite im spannendsten Zieleinlauf in der Veranstaltungsgeschichte. Der kenianischen Halbmarathon-Weltmeisterin gelang damit ein herausragendes Debüt über die 42,195 km. Ihre Landsfrau Lucy Kabuu wurde Dritte mit 2:20:21. Die viertplatzierte Äthiopierin Shure Demise stellte mit 2:20:59 einen inoffiziellen Juniorinnen-Weltrekord auf (der internationale Leichtathletik-Verband IAAF führt bei den Junioren keine Marathon-Weltrekorde). Gleich zehn Frauen liefen Zeiten von unter 2:24 Stunden. Beide Sieger kassierten jeweils 200.000 US-Dollar, das höchste Sieggeld weltweit im Marathon.

Wettbewerbe über kürzere Laufstrecken hinzugerechnet, hatte sich die Rekordzahl von 25.000 Athleten für das Rennen angemeldet. Rund 3.000 von ihnen liefen die Marathondistanz.

Lemi Berhanu verbessert sich um gut fünf Minuten beim Dubai-Marathon

Nur im ersten Teil des Rennens waren die Männer so schnell wie eigentlich geplant. Zwischenzeiten von 14:37 und 29:21 bei 5 sowie 10 km deuteten auf eine Zeit unter 2:04 Stunden hin. Doch die Tempomacher konnten die Geschwindigkeit nicht halten. Und als die 15-köpfige Spitzengruppe nach 1:13:55 Stunden die 25-km-Marke passiert hatte, war keiner der „Hasen“ mehr dabei.

Es war dann Lelisa Desisa, der nach 30 km antrat und sich an die Spitze setzte. Zunächst machte er dies, um unbedrängt seine Flasche am Verpflegungsstand zu erreichen, doch dann drückte der Äthiopier weiter auf das Tempo. Fünf Landsleute folgten ihm: Deribe Robi, Sisay Lemma, Feysa Lelisa, Girmay Birhanu und Lemi Berhanu. Fünf Kilometer vor dem Ziel hatte sich dann ein Duell zwischen Berhanu und Desisa entwickelt, der noch Anfang November beim New York-Marathon Rang zwei belegt hatte. Die anderen drei hatten im Kampf um den Sieg keine Chance mehr. Es war dann Berhanu, der einen Kilometer vor dem Ziel den über deutlich mehr Erfahrung verfügenden Desisa hinter sich ließ.
Aselefech Mergia Dubai +
Foto: Giancarlo Colombo / photorun.net

Aselefech Mergia gewinnt knapp bei ihrem Comeback.

„Ich hätte nie für möglich gehalten, dass ich dieses Rennen gewinnen könnte. Es war immer mein Traum, eines Tages in Dubai zu siegen – aber nicht dieses Jahr! Rund einen Kilometer vor dem Ziel sah ich, dass ich eine Chance habe“ erklärte der Youngster, der im vergangenen Frühjahr den Zürich-Marathon in 2:10:40 gewonnen hatte. Er hat sich jetzt um über fünf Minuten verbessert und ist im zweiten Marathon ungeschlagen. „Wenn mich der Verband für die Weltmeisterschaften in Peking nominiert, würde ich gerne an den Start gehen“, sagte Berhanu, der sich noch gar keine Gedanken gemacht hat, was er mit dem hohen Preisgeld anfangen wird: „Ich habe nie an das Geld gedacht und habe keine Ahnung, was ich damit mache.“

Enttäuschung für Kenenisa Bekele beim Dubai-Marathon

Während es in Dubai zum vierten Mal in Folge einen äthiopischen Sieg im Männerrennen gab, erlebte Kenenisa Bekele keinen guten Tag. Nach seinem Sieg beim Debüt-Marathon in Paris im vergangenen Frühjahr (2:05:04), war der vierte Platz in Chicago mit 2:05:51 für den Weltrekordler über 5.000 und 10.000 m bereits eine Enttäuschung. Doch in Dubai kam es noch schlimmer: Bis Kilometer 28 lag Bekele noch in der Spitzengruppe, dann fiel er rasch zurück und beendete das Rennen schließlich vorzeitig.

„Kenenisa hatte Muskelprobleme in beiden Oberschenkeln“, erklärte sein Trainer Renato Canova später. „Aber ich glaube, der Ursprung dafür liegt in der rechten Achillesferse. Hier hatte er Ende November Probleme. Irgendetwas muss in den letzten Tagen passiert sein, denn Kenenisa lief nicht locker. Er verkrampfte und bekam dadurch Muskelprobleme.“ Ob Bekele beim London-Marathon im April starten kann, scheint ungewiss. „Wir müssen das Problem mit der Sehne lösen. Langfristig bin ich sehr optimistisch bezüglich seiner Möglichkeiten im Marathon“ sagte der italienische Coach.

Dritter Sieg für Aselefech Mergia beim Dubai-Marathon

Im Rennen der Frauen stürmte die aus Äthiopien stammende und für den Bahrein startende Tigist Tufa frühzeitig davon und hatte schnell einen großen Vorsprung. Die 20-km-Marke erreichte sie rund eine Minute vor einem großen Verfolgerfeld. Ihre Zwischenzeit von 65:23 Minuten deutete dabei auf ein Ergebnis von 2:18 Stunden hin. Tufa hatte erst im November den Shanghai-Marathon in 2:21:52 gewonnen und hatte kurzfristig für Dubai nachgemeldet. Aufgrund des relativ kurzen Zeitabstandes zum Shanghai-Rennen kam es jedoch nicht unerwartet, dass sie langsamer wurde und schließlich nach 34 km von der Verfolgergruppe überholt wurde.
Bekele Dubai +
Foto: Giancarlo Colombo / photorun.net

Kenenisa Bekele hatte Pech und ging vorzeitig aus dem Rennen.

Drei Kilometer vor dem Ziel waren dann noch drei Läuferinnen im Rennen um die 200.000-Dollar-Prämie. Aselefech Mergia, die in Dubai bereits 2011 und 2012 gewonnen hatte und mit 2:19:31 den Streckenrekord hält, lag an der Spitze, die beiden Kenianerinnen Lucy Kabuu und Gladys Cherono unmittelbar hinter ihr. Kabuu war in Dubai 2012 mit nur drei Sekunden Rückstand hinter Mergia Zweite, Cherono lief ihr Debüt. Kabuu konnte nicht mehr ganz Schritt halten auf den letzten paar hundert Metern, doch der Kampf um den Sieg setzte sich bis zum Zielband fort. Mergia gewann schließlich in 2:21:02 mit einer Sekunde Vorsprung vor Cherono und Kabuu (2:20:21).

„Ich habe mir nach der Geburt meiner Tochter gesagt, dass ich wieder einen Marathon gewinnen kann. Mit dem Preisgeld können wir jetzt den Bau eines Hotels fertig stellen“, sagte Mergia, die 2009 bei den Weltmeisterschaften in Berlin Bronze im Marathon gewonnen hatte.

Inoffizieller Juniorinnen-Weltrekord durch Shure Demise beim Dubai-Marathon

Als Vierte stellte die gerade erst 19 Jahre alte Shure Demise einen inoffiziellen Juniorinnen-Weltrekord auf. Die Äthiopierin war nach 2:20:59 im Ziel und hat damit die alte Bestmarke deutlich unterboten. Vor sieben Jahren war die Chinesin Yingying Zhang in Xiamen 2:22:38 gelaufen.

Während die Dubai-Titelverteidigerin Mulu Seboka als Sechste mit 2:21:56 ebenfalls eine sehr gute Zeit erreichte, brach die Türkin Sultan Haydar mit 2:24:44 ihren eigenen Landesrekord. In dem außergewöhnlich starken Feld reichte das jedoch nur zu Rang zwölf.

Ergebnisse

Männer:
1. Lemi Berhanu ETH 2:05:28
2. Lelisa Desisa ETH 2:05:52
3. Deribe Robi ETH 2:06:06
4. Feysa Lelisa ETH 2:06:35
5. Sisay Lemma ETH 2:07:06
6. Bazu Worku ETH 2:07:09
7. Chele Dechase ETH 2:08:11
8. Girmay Birhanu ETH 2:08:56
9. Adugna Takele ETH 2:09:39
10. Andualem Belay ETH 2:09:59

Frauen:
1. Aselefech Mergia ETH 2:20:02
2. Gladys Cherono KEN 2:20:03
3. Lucy Kabuu KEN 2:20:21
4. Shure Demise ETH 2:20:59
5. Aberu Kebede ETH 2:21:17
6. Mulu Seboka ETH 2:21:56
7. Tadelech Bekele ETH 2:22:51
8. Aliaksandra Duliba BLR 2:23:06
9. Abebech Afework ETH 2:23:33
10. Ashete Bekere ETH 2:23:43
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Autor: race-news-service.com 23.01.2015

Hier finden Sie weitere Informationen zum Dubai-Marathon 2017.

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