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Hannover-Marathon 2017 Allan Kiprono und Fate Tola gewinnen

Philipp Baar und Sabrina Mockenhaupt setzten sich bei den Halbmarathon-Meisterschaften durch. Arne Gabius erreichte auf der Marathon-Distanz das Ziel nicht.

Hannover-Marathon 2017 +
Foto: photorun.net

Allan Kiprono gewinnt den Hannover-Marathon.

Allan Kiprono und Fate Tola sind die Sieger des HAJ Hannover-Marathons. Der Kenianer, der vom deutschen Coach Dieter Hogen betreut wird, gewann in 2:09:52 Stunden vor seinem Landsmann Philip Sanga, der nach 2:10:07 im Ziel war. Dritter wurde zeitgleich mit Sanga der Norweger Sondre Moen. Er brach mit 2:10:07 einen 30 Jahre alten Landesrekord. Rahmenwettbewerbe hinzugerechnet, verzeichneten die Veranstalter des Hannover-Marathons 2017 eine Rekord-Meldezahl von gut 22.200 Läufern.

Für RUNNER’S WORLD war der Fotograf Norbert Wilhelmi in Hannover vor Ort. Seine Impressionen finden Sie in einer Bildergalerie ober- und unterhalb des Artikels.

Arne Gabius (Therapie Reha Bottwartal) kam bei seinem ersten Marathonstart seit einem Jahr nicht ins Ziel. Er gab das Rennen nach knapp 33 Kilometern aufgrund von Problemen an der linken Achillessehne auf. Bereits kurz nach der 10-km-Marke hatte der deutsche Marathon-Rekordler (2:08:33 Stunden) den Anschluss an die Spitzengruppe verloren und musste dann weitestgehend alleine laufen.

Tola gewinnt Hannover-Marathon 2017 mit deutscher Jahresbestzeit

Bei guten, aber relativ warmen Wetterbedingungen gewann Fate Tola (Eintracht Braunschweig) mit der deutschen Jahresbestzeit von 2:27:48 das Rennen der Frauen. Sie sicherte sich damit auch endgültig die Teilnahme bei der WM in London im Sommer. Mit deutlichem Abstand folgten Nataliya Lehonkova (Ukraine/2:33:20) und Mulunesh Asefa (Äthiopien/2:37:27) auf den Plätzen zwei und drei. Als eine Gruppe von neun Läufern die Halbmarathonmarke fast sekundengenau wie geplant nach 65:04 passierte, lag Arne Gabius bereits 33 Sekunden zurück.

Arne Gabius steigt nach 33 Kilometern aus

Kurz nach Kilometer zehn hatte er die Spitzengruppe ziehen lassen müssen, weil das Tempo zu schnell für ihn war. „Das war im Prinzip nicht so schlimm, obwohl es natürlich schwieriger ist, wenn man alleine laufen muss“, sagte Arne Gabius. „Mir fehlten einfach drei bis vier Wochen Training. Dadurch wurde es hart. Dann kamen die Schmerzen in der Achillessehne hinzu.“ Als der 36-Jährige zwischen Kilometer 32 und 33 stehen blieb, zog er sich zunächst den linken Schuh aus. Bereits beim London-Marathon vor einem Jahr hatte er da Rennen vorzeitig beendet. „Ich mache jetzt erst einmal zwei Wochen Pause.“ Während es durchaus sein kann, dass Arne Gabius im Sommer auch 10.000 m läuft, um Schnelligkeit zu bekommen, wird ein Herbst-Marathon sein nächstes großes Ziel sein.
Hannover-Marathon 2017 +
Foto: photorun.net

Fate Tola lief zu einem souveränen Sieg.

Spannender Kampf um den Sieg beim Hannover-Marathon

Während Arne Gabius aus dem Rennen war, entwickelte sich ein packender Kampf um den Sieg. Nach einer 30-km-Zwischenzeit von 1:32:33 Stunden formierte sich eine fünfköpfige Spitzengruppe. Es war dann Philip Sanga - mit einer Bestzeit von 2:06:07 Stunden der schnellste Läufer auf der Startliste -, der die Initiative ergriff und sich etwas löste. Doch Kiprono, Moen, Südafrikas Titelverteidiger Lusapho April und Nicholas Kamakya (Kenia) holten ihn relativ schnell wieder ein. Dann aber trat Sanga nach 35 km erneut an, und dieses Mal waren April und Kamakya geschlagen. Kiprono und Moen kämpften um den Anschluss. Vor tausenden Zuschauern am Straßenrand entwickelte sich ein spannender Kampf um den Sieg.

Hannover-Marathon 2017: Kiprono setzt sich durch

Zunächst verlor Moen den Anschluss an Kiprono, dann erreichte der Kenianer seinen führenden Landsmann. Vier Kilometer vor dem Ziel setzte sich Kiprono ab, während Sanga kurz danach auch von Moen überholt wurde. Doch auf dem letzten Kilometer kam Sanga wieder zurück. Er konnte zwar Kiprono nicht mehr erreichen, aber Moen fing er kurz vor dem Ziel noch ab. „Ich war mir bis zum Schluss nicht sicher, ob ich gewinnen würde“, sagte der 27-jährige Kiprono, der eine Bestzeit von 2:09:38 aufweist. Hinter Sanga und Moen wurde Kamakya Vierter mit 2:11:35. Der dreifache Hannover-Sieger Luspaho April, der mit 2:08:32 auch Streckenrekordler ist, belegte Rang fünf in 2:11:41.

Fate Tola ließ nach der 10-km-Marke die Konkurrenz zurück

Trotz Seitenstechen und Magenproblemen ab Kilometer 33 lief Sondre Moen ein glänzendes Rennen. „Es ist schade, dass ich nicht unter 2:10 gelaufen bin, aber ich freue mich natürlich sehr über den norwegischen Rekord“; sagte der 26-Jährige, der in Hannover die Marke von Geir Kvernmo um zehn Sekunden unterbot. Er war 1987 in London 2:10:17 gelaufen. Im Rennen der Frauen ließ Fate Tola frühzeitig, nach der 10-km-Marke, alle Konkurrentinnen weit zurück. Als sie nach 51:48 Minuten 15 km gelaufen war, betrug der Vorsprung bereits über eine Minute. Mit Zwischenzeiten von 1:13:06 bei der Hälfte und 1:43:42 nach 30 km schien es sicher, dass sie den Streckenrekord von 2:27:07 deutlich unterbieten würde.

Doch es kam anders. Ihr wichtigster Tempomacher zog sich eine Muskelverletzung zu, und rund zehn Kilometer vor dem Ziel war sie auf sich alleine gestellt und wurde langsamer. „Zwischen Kilometer 36 und 37 war die Kraft plötzlich weg. In dieser Phase verlor Fate eine Minute. Danach erholte sie sich wieder und konnte schneller laufen, aber es reichte nicht mehr zum Streckenrekord“, sagte ihr Mann und Trainer Musa Roba-Kinkal.
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Foto: photorun.net

Philipp Baar auf dem Weg zum Überraschungssieg in Hannover.

Philipp Baar wird deutscher Meister im Halbmarathon 2017

Einen überraschenden Sieger gab es bei den parallel zum Hannover-Marathon veranstalteten Deutschen Halbmarathon-Meisterschaften. Philipp Baar (ART Düsseldorf) gewann das Rennen in der persönlichen Bestzeit von 64:57 Minuten vor Hendrik Pfeiffer (TV Wattenscheid/65:09), der sich nach der langen Verletzungspause nun auch über die Halbmarathondistanz erfolgreich zurückmeldete. Rang drei belegte Andreas Straßner (ART Düsseldorf), der nach 66:00 Minuten im Ziel war. Nach einer verletzungsbedingten Pause ist Julian Flügel (ART Düsseldorf) wieder etwas im Aufwärtstrend und auf Kurs in Richtung Düsseldorf-Marathon am 30. April. Er wurde 13. mit 67:24.

70:54 min bedeuten den Sieg in deutscher Jahresbestzeit für Mockenhaupt

Bei den Frauen siegte Sabrina Mockenhaupt (LT Haspa Marathon Hamburg) in der deutschen Jahresbestzeit von 70:54 Minuten vor Anja Scherl, die mit 71:09 eine persönliche Bestzeit aufstellte. Rang drei belegte Corinna Harrer (beide LG Telis Finanz Regensburg) in 74:28. Auch bei den Frauen gab es lange Zeit einen Zweikampf, den am Ende Sabrina Mockenhaupt gegen Anja Scherl souverän für sich entschied. „Ich hätte nicht gedacht, dass Anja heute so stark ist. Es war ein hartes Rennen. Ich freue mich sehr über mein Ergebnis“, sagte Sabrina Mockenhaupt, die kurzfristig noch für die Meisterschaften nachgemeldet hatte, nachdem sie in Berlin beim Halbmarathon vor einer Woche bereits Rang acht in 72:11 belegt hatte.

Nach dem erfolgreichen Doppel-Halbmarathon-Start strebt Sabrina Mockenhaupt einen Herbst-Marathon an, bei dem sie sich für die EM 2018 qualifizieren möchte. „In der nächsten Zeit werden ich über kürzere Distanzen starten, voraussichtlich auch bei den Deutschen Meisterschaften über 10.000 Meter“, sagte sie. Ein WM-Start über 10.000 m ist kein erklärtes Ziel. Dennoch ist es nicht ausgeschlossen, dass sie in London läuft. „Wenn die WM machbar ist, versuche ich es. Ich werde es aber nicht erzwingen.“
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Autor: race-news-service.com 09.04.2017

Hier finden Sie weitere Informationen zum Marathon Hannover 2017.

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