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Marathon-Olympia-Nominierung Bleiben die Läufer auf der Strecke?

Nur Arne Gabius hat die Marathon-Norm für die Olympischen Spiele 2016 unterboten. Philipp Pflieger und Lisa Hahner scheiterten knapp. Gibt es Hoffnung für sie? Ein Überblick.

Marathon-Olympia-Nominierung +
Foto: Norbert Wilhelmi

Philipp Pflieger lief in Berlin ein starkes Rennen, Lisa Hahner wurde in Frankfurt Deutsche Meisterin.

Die Zwischenbilanz ist auf den ersten Blick ernüchternd, zugleich aber hoffnungsvoll. Ein einziger deutscher Läufer hat bei den Herbst-Marathonrennen die Olympia-Norm für die Spiele in Rio im August unterboten.

Dass mit Arne Gabius erstmals seit Olympia 2000 wieder ein deutscher Läufer beim Männer-Marathon an den Start gehen kann, ist erfreulich. Nach seinem famosen deutschen Rekordrennen in Frankfurt (2:08:33 Stunden) hat der 34-Jährige, der für LT Haspa Marathon Hamburg startet, sogar durchaus Chancen auf eine gute Platzierung in Rio.

Doch Arne Gabius ist bisher der einzige Marathonläufer, der die Norm unterboten hat. Ernüchternd war vor allem, dass dies keiner Frau gelang. Zwei von denen man es nicht unbedingt erwartet hatte - Philipp Pflieger und Lisa Hahner -, scheiterten dagegen knapp an den Richtwerten. Sie gehören zu einer neuen, hoffnungsvollen Generation der deutschen Marathonläufer. Doch ob sie die Chance erhalten werden, bei den Olympischen Spielen zu starten, steht in den Sternen. Und gemessen an den entsprechenden Erfahrungen deutscher Marathonläufer in der Vergangenheit sieht es nicht gut aus.

Wie schon bei (Nicht)-Nominierungen in der Vergangenheit, zum Beispiel Stephan Freigang vor Olympia 2004, wird einmal mehr offensichtlich, dass es zwischen Veranstaltern und Athleten einerseits sowie dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) auf der anderen Seite erhebliche Meinungsverschiedenheiten gibt. Die größten deutschen Marathonveranstalter aus Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln und München fordern ebenso wie die Vereinigung der deutschen Straßenläufe, German Road Races (GRR), vehement, dass die besten drei Männer und Frauen für die Olympischen Spiele nominiert werden. Der DLV hält an den vom Verband selbst ausgewählten Normen fest, die mit dem Deutschen Olympischen Sport-Bund (DOSB) abgesprochen wurden.

Ein nachvollziehbares System bei der Festsetzung der Qualifikationszeiten lässt sich nicht erkennen, wenn man die Normen für die Spiele seit 2004 vergleicht: 2:11:00 und 2:30:00 wurden für Athen 2004 gefordert, 2:13:00 und 2:31:00 waren es für Peking 2008, 2:12:00 und 2:30:00 für London 2012 und nun 2:12:15 und 2:28:30 für Rio.
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Autor: race-news-service.com 22.12.2015
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