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Frauen-Marathon in Zürich Christelle Daunay überrschaschend Marathon-Europameisterin

Die Französin Christelle Daunay triumphierte im Frauen-Marathon bei der Leichtathletik-EM in 2:25:14. Mona Stockhecke erreichte als beste deutsche Läuferin das Ziel.

Christelle Daunay wurde überrschaschend Marathon-Europameisterin +
Foto: photorun.net

Christelle Daunay wurde überrschaschend Marathon-Europameisterin.

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Christelle Daunay feierte bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Zürich überraschend den Sieg im Marathonlauf. Die 39-jährige Französin setzte sich mit einem neuen Meisterschaftsrekord von 2:25:14 Stunden vor der WM-Zweiten von Moskau 2013, Valeria Straneo aus Italien (2:25:27), und der Portugiesin Jessica Augusto (2:25:41) durch. Obwohl die Strecke durch das Stadtzentrum von Zürich wellig und nicht einfach war, blieben alle drei Medaillengewinnerinnen unter der bisherigen Rekordzeit der Marathon-EM-Historie von 2:26:05 Stunden, den Maria Guida (Italien) bei ihrem Sieg in München 2002 erzielt hatte.

Wie schon über 10.000 Meter der Frauen, als die Britin Jo Pavey siegte, wurde mit Daunay eine sehr erfahrene Europameisterin bejubelt, die nach langer Karriere ihren ersten großen Titel feierte. Die 39-jährige französische Rekordhalterin war bei den Marathons in New York, Chicago und Paris mehrfach zwischen den Rängen zwei und fünf platziert. Einen Sieg über die 42,195 Kilometer konnte sie aber bisher nicht feiern. „Ich habe es geschafft! Ich habe mit der schönsten Medaille das Highlight meiner Karriere gesetzt“, sagte sie.

Bei kühlen Temperaturen von 12 Grad Celsius und bedecktem Himmel wurde um neun Uhr das Rennen gestartet. 53 Läuferinnen nahmen einen sehr fordernden City-Kurs mit Start und Ziel am Ufer des Zürichsees in Angriff. Nach einer Startrunde über 2,195 Kilometer wurde eine 10-km-Schleife viermal durchlaufen. Schlüsselstelle war der Anstieg zur „Polyterrasse“ der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH). Binnen drei Kilometern Laufstrecke waren 42 Meter Höhenunterschied bergauf und bergab zu bewältigen, insgesamt viermal im Verlauf des Rennens.

Überraschend früh bildete sich eine siebenköpfige Spitzengruppe, die ein Tempo in Richtung einer Endzeit von 2:25 Stunden lief. Neben Daunay und Straneo waren es die Kroatin Lisa Christina Nemec, Allesandra Aguilar aus Spanien, die frühere 5000m-Weltrekordlerin Elvan Abeylegesse (Türkei) und die beiden Schweizerinnen Maja Neuenschwander und Nicola Spirig, die Triathlon-Olympiasiegerin von London 2012, die sich bereits auf den ersten fünf Kilometern abgesetzt hatten.

Harter Anstieg forderte Kraft

Jedes Mal sorgte die „Bergwertung“ bei der ETH Zürich für entscheidende Veränderungen. Die Führungsgruppe reduzierte sich auf drei Läuferinnen: Daunay, Straneo und Abeleygesse. Eine Vorentscheidung im Medaillenkampf fiel beim dritten Anstieg nach etwa 27 Kilometern. Abeylegesse verlor den Kontakt. Unterdessen war die Portugiesin Jessica Augusto, die das schnelle Anfangstempo der Spitze nicht mitgegangen war, von hinten näher gekommen. Noch vor der 30-km-Marke überholte sie Abeylegesse und setzte sich an die dritte Stelle.

An der Spitze zogen Daunay und Straneo auch beim vierten Bergstück im Paarlauf über die Strecke, ohne Schwächen zu zeigen. Im Übergang vom Bergab-Stück ins Flache forcierte Daunay und konnte bei Kilometer 39 in Führung gehen. „Ich musste geduldig sein und wusste, dass ich auf der Bergab-Passage angreifen musste“, schilderte sie. Bis ins Ziel lief sie 13 Sekunden Vorsprung auf die Italienerin heraus. Valeria Straneo, die nach WM-Silber 2013 mit 38 Jahren nun auch bei der EM den zweiten Platz holte, kommentierte: „Ich freue mich über Silber, aber bin etwas enttäuscht, weil Gold so nahe war. Auf den letzten drei Kilometern hat meine Wade geschmerzt und ich hatte Angst, einen Krampf zu bekommen, deshalb konnte ich nicht mehr mithalten.“ Jessica Augusto blieb dahinter konstant und lief in 2:25:41 Stunden zu Bronze.

Drei weitere Läuferinnen blieben bei diesem anspruchsvollen Rennen unter 2:30 Stunden. Lisa Christina Nemec (früher Stublic) holte in 2:28:36 den vierten Platz vor Elvan Abeylegesse (2:29:46) und Titelverteidigerin Anna Incerti (2:29:58) aus Italien.

Als beste deutsche Läuferin erreichte Mona Stockhecke (LTH Marathon Hamburg) in 2:35:44 Stunden den 22. Platz, was im Rahmen ihrer Möglichkeiten ein sehr gutes Ergebnis war. „Es ist alles aufgegangen, perfekt“, sagte sie mit Freudentränen im Gesicht. „Ich wollte die vierte Runde locker anlaufen können, das ist gut gelungen. All das war eine absolute Premiere für mich. Ich bin sehr glücklich.“ Für die Klimageologin an der ETH Zürich war der EM-Marathon wie ein Heimspiel. „Ich kenne jeden Meter hier. Meine Freunde haben mich den Hang hochgetragen. Ich hatte das Gefühl, dass ich jede zweite Person an der Strecke hier kenne.“ Die 30-Jährige hatte heuer auf einer viel einfacheren Strecke den Zürich Marathon gewonnen und dabei ihre Bestzeit von 2:34:04 Stunden erzielt. „Am Schwierigsten heute waren die vielen Tempowechsel durch das Streckenprofil und das Flachstück nach dem bergab laufen, wenn man wieder Tempo aufnehmen musste.“

Als zweite deutsche Teilnehmerin lief Katharina Heinig (Eintracht Frankfurt) bei ihrem ersten Marathon-Meisterschaftsrennen in 2:40:11 Stunden auf den 28. Platz. Doch die erhoffte gute Mannschafts-Platzierung ließ sich nicht realisieren, denn nur zwei deutsche Athletinnen statt der Mindestzahl von drei Läuferinnen kamen ins Ziel.

Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg), die am Dienstag über 10.000 Meter Rang sechs erreicht hatte, stieg nach etwa 23 Kilometern aus und humpelte von der Strecke. Schmerzen am rechten Fußgelenk machten ihr ein Weiterlaufen unmöglich. „Ich wollte unbedingt durchlaufen, selbst wenn ich Letzte geworden wäre, aber wenn das Fußgelenk nicht mitspielt, geht es einfach nicht. Ich bin beim 10.000-Meter-Rennen irgendwo rausgeschubst worden aus der Bahn. Davon habe ich die Schmerzen. Ich habe heute schon zweimal angehalten und bin doch wieder weitergelaufen. Ich habe noch nie einen Marathon aufgegeben. Ich bin sehr enttäuscht“, sagte Sabrina Mockenhaupt.

Text: Andreas Maier / race-news-service.com
Foto: photorun.net

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Autor: Andreas Maier / race-news-service.com 16.08.2014
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