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WM-Vorschau (1) Deutsche Marathonläuferinnen Fate Tola und Katharina Heinig starten

Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London werden Fate Tola und Katharina Heinig auf der Marathondistanz starten. Wir stellen die beiden Läuferinnen vor.

Fate Tola +
Foto: photorun.net

Fate Tola

Am Freitag nächster Woche beginnen in London die zehntägigen Leichtathletik-Weltmeisterschaften. Während im Männer-Marathon keine deutschen Läufer vertreten sind, nominierte der Deutsche Leichtathletik-Verband zwei Frauen, die die Norm für die WM erfüllt haben: Fate Tola und Katharina Heinig.

FATE TOLA
Bestzeit: 2:25:14 (2012)
Alter: 29
Verein: LG Braunschweig

Für Fate Tola werden die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London eine Premiere sein: Zum ersten Mal läuft die aus Äthiopien stammende Läuferin im deutschen Nationaltrikot bei einer interkontinentalen Meisterschaft - und das über die prestigeträchtige Marathondistanz.

Fate Tola konzentrierte sich frühzeitig in ihrer Karriere auf den Straßenlauf und dabei besonders auf die Marathondistanz. Ihre beiden größten Siege über die klassische Distanz gelangen ihr in Wien: 2011 und 2012 hieß die Siegerin des Vienna City Marathon jeweils Fate Tola. Ihre Bestzeit lief sie dann in Berlin 2012: Als Fünfte erreichte sie 2:25:14.

Nach einer Babypause meldete sich Fate Tola, die mit dem früheren deutschen Topläufer Musa Roba Kinkal, der ebenfalls aus Äthiopien stammt, verheiratet ist und in Gelnhausen (Hessen) wohnt, im Frühjahr 2015 zurück. Beim Wien-Marathon brach sie im letzten Teil des Rennens jedoch ein und musste sich mit Rang sieben in 2:34:43 zufrieden geben. Damals unter der deutschen Marathon-Rekordlerin Irina Mikitenko (2:19:19) trainierend, lief sie dann in Berlin 2:28:24. Damit hatte sie die deutsche Olympia-Norm unterboten. Doch der deutsche Pass kam im vergangenen Sommer zweieinhalb Wochen zu spät für die Nominierung.

In Frankfurt zeigte Fate Tola dann gute zwei Monate nach den Spielen von Rio olympische Form. Sie belegte überraschend Rang zwei und wurde mit 2:25:42 Stunden zur viertschnellsten deutschen Marathonläuferin aller Zeiten. Vor ihr stehen in der deutschen Alltime-Liste nur Irina Mikitenko (2:19:19), Katrin Dörre-Heinig (2:24:35) und Uta Pippig (2:25:37).

Langfristig hat sich Fate Tola auf ihren Start bei der WM in London vorbereitet. Nur zweimal ging sie in diesem Jahr an den Start und blieb dabei ungeschlagen: Nach dem Sieg beim HAJ Marathon Hannover im April mit 2:27:48 Stunden folgte noch ein Erfolg über 10 km in Würzburg (32:47 Minuten).

Die Konkurrenz wird in London bei der WM hochkarätig sein. Insofern darf man von der derzeit stärksten deutschen Marathonläuferin nicht zu viel erwarten. Eine Platzierung im Bereich von Rang 10 bis 15 wäre sicher ein Erfolg für Fate Tola.
Katharina Heinig +
Foto: photorun.net

Katharina Heinig

KATHARINA HEINIG
Bestzeit: 2:28:34 (2016)
Alter: 27
Verein: Eintracht Frankfurt


Katharina Heinig gelang beim Berlin-Marathon im vergangenen September ein Durchbruch: Sie steigerte sich von 2:33:56 auf 2:28:34 Stunden. Der Weg zu diesem Erfolg war allerdings schwierig und mit einigen Hindernissen versehen.

Katharina Heinig kommt aus einer Läufer-Familie. Ihre Mutter Katrin Dörre-Heinig gehörte in den 80er und 90er Jahren zu den besten Marathonläuferinnen der Welt. Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul gewann sie die Bronzemedaille, Dritte war sie dann auch drei Jahre später bei den Weltmeisterschaften in Tokio. Dreimal triumphierte Katrin Dörre-Heinig beim London-Marathon, viermal in Osaka und einmal in Berlin, wo sie 1994 einen Streckenrekord von 2:25:15 Stunden aufstellte. Katharina Heinigs Vater Wolfgang hatte als Coach seine Frau in die Weltspitze geführt und war über Jahre hinweg als Bundestrainer tätig. Bis 2013 betreute er auch seine Tochter, dann übernahm seine Frau diese Rolle.

Einen deutlichen Aufwärtstrend verzeichnete Katharina Heinig zunächst 2014. Sie lief persönliche Bestzeiten über 10 km, im Halbmarathon sowie im Marathon. Doch eine langwierige Fersenverletzung machte ihr zu schaffen. 2015 entschloss sich die Läuferin zu einer Operation, die das Risiko barg, dass sie ihre Karriere nicht würde fortsetzen können. Es ging alles gut, und in Barcelona meldete sich Katharina Heinig im Februar 2016 mit einer Halbmarathon-Bestzeit von 72:55 Minuten zurück.

Doch die folgenden beiden Höhepunkte im Jahr 2016 entpuppten sich als Desaster für Katharina Heinig. Das große Ziel war der olympische Marathon in Rio. Ungewöhnliche Wetterbedingungen beim Zürich-Marathon machten eine Qualifikation jedoch unmöglich. Eiseskälte und Schneefall führten dazu, dass Katharina Heinig das Rennen aufgeben musste. Die Folgen einer Lebensmittelvergiftung schwächten sie dann bei den Europameisterschaften im Juli erheblich, so dass sie im Halbmarathon nicht über Platz 55 in 77:15 Minuten hinauskam.

Doch danach ging es aufwärts in Berlin: Zunächst gewann sie die City Night, dann kam der starke Lauf beim Berlin-Marathon. Um sich voll auf ihren ersten WM-Start konzentrieren zu können, verzichtete Katharina Heinig in diesem Frühjahr auf einen weiteren Marathonlauf. Statt dessen brachte sie einen Leistungsnachweis für die WM-Nominierung über die Halbmarathondistanz.

„Ich möchte in London ein wirklich gutes Rennen zeigen. Es wäre toll, wenn ich unter die besten 20 käme. Aber das ist ein Meisterschaftsrennen mit einer Startzeit um 14 Uhr im Sommer - da kann alles passieren“, sagt Katharina Heinig, die an diesem Sonnabend bei der City Night in Berlin noch ein letztes Testrennen vor der WM laufen wird. Bei dem 10-km-Lauf auf dem Kurfürstendamm geht sie als Titelverteidigerin an den Start. Es ist schwierig einzuschätzen, was für Katharina Heinig acht Tage später in London möglich ist. Ein Rang unter den Top 30 wäre beim WM-Debüt ein gutes Ergebnis.
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Autor: race-news-service.com 28.07.2017
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