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Rechtliche Schritte Deutscher Anwalt prüft Sammelklage gegen New-York-Marathon

Gerade mal 35 Stunden vor dem Start wurde der New-York-Marathon abgesagt - viele deutsche Läufer waren bereits in die USA geflogen. Ein Anwalt prüft rechtliche Schritte.

Klage New-York-Marathon Michael Lehner +
Foto: Michael Lehner

Der Heidelberger Anwalt Michael Lehner ist selbst Marathonläufer.

Der Heidelberger Anwalt Michael Lehner läuft seit den 80er Jahren regelmäßig Marathons und wollte den New-York-Marathon am 4. November 2012 gemeinsam mit seiner Tochter laufen. Lehner hatte geplant, ein Charity-Projekt mit seinem Lauf finanziell zu unterstützen. Durch die kurzfristige Absage des Marathons aufgrund der Folgen von Hurrikan "Sandy" ist ihm ein gehöriger Schaden entstanden. Einen Ersatzflug nach New York bekam er für sich und seine Partnerin am Freitagabend vor dem Lauf angeboten – dieser war jedoch nur mittels Business-Class-Upgrade möglich. "Was das gekostet hat, darauf will ich gar nicht näher eingehen", sagt Lehner. Dass der Marathon abgesagt wurde, erfuhr Lehner im Radio auf dem Weg vom New Yorker Flughafen in die Innenstadt.

Lehner ist ein international erfahrener Sportrechtler. Er möchte den Veranstalter des New-York-Marathon, die New York Road Runners (NYRR), nun zu rechtlichen Zugeständnissen zwingen. Dies sei jedoch nicht ganz so einfach, da die NYRR nur auf Grundlage des New Yorker Rechts zu belangen seien, so der Anwalt.

"Einigen deutschen Teilnehmern sind Kosten von bis zu 5.000 Euro entstanden", sagt er. Die NYRR haben den Betroffenen als Entschädigung bisher nur einen garantierten Startplatz 2013 in Aussicht gestellt – bezahlen müssten die Teilnehmer jedoch noch einmal. Aus Lehnerts Sicht ist dies kein ausreichendes Zugeständnis. Er will einen kostenlosen Lauf innerhalb der nächsten fünf Jahre für seine Mandanten erstreiten. Sein Argument: „Der Marathon hätte stattfinden müssen, weil keine höhere Gewalt vorgelegen hat. Es war alles vorbereitet, selbst die Äpfel haben im Zielbereich schon ausgelegen." Außerdem hätten die Veranstalter den Lauf gleich nach dem Sturm absagen müssen und nicht erst knapp 35 Stunden vor dem Start – so hätten sich viele den teuren Ersatzflug sparen können.
New York-Marathon +
Foto: Norbert Wilhelmi

Teilnehmer des New-York-Marathon 2011.

Momentan versucht Lehner einen US-amerikanischen Anwalt zu engagieren, der sich um die rechtlichen Belange vor Ort kümmert. Da es in den USA jedoch keine geregelten Stundensätze für Anwälte gebe, sei mit hohen Kosten zu rechnen. Um diese für seine Mandanten so gering wie möglich zu halten, sei eine Sammelklage sinnvoll. Die Voraussetzungen dafür würden derzeit gerüft.

Betroffene können sich an seine Kanzlei wenden, "denn je mehr Teilnehmer sich melden, umso geringer sind die Kosten für jeden einzelnen Kläger," so Lehner. Bisher vertritt er rund 30 Läufer.
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Autor: Yannick Jochum 20.11.2012
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