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Berlin-Marathon 2017 Einmalige Besetzung und Weltrekordjagd

Eliud Kipchoge, Kenenisa Bekele und Wilson Kipsang sind die drei zurzeit hochkarätigsten Marathonläufer der Welt. Alle drei werden am 24. September beim 44. Berlin-Marathon an den Start gehen.

Wilson Kipsang trifft erneut auf Kenenisa Bekele, der vor einem Jahr dieses Duell gewann. +
Foto: photorun.net

Wilson Kipsang trifft erneut auf Kenenisa Bekele, der vor einem Jahr dieses Duell gewann.

Das Ziel von Eliud Kipchoge, Kenenisa Bekele und Wilson Kipsang, den drei momentan hochkarätigsten Marathonläufern der Welt, ist klar: Sie wollen am Sonntag beim 44. Berlin-Marathon den Weltrekord von 2:02:57 Stunden, den der Kenianer Dennis Kimetto vor drei Jahren auf der superschnellen Berliner Strecke aufgestellt hat, brechen. Alle drei haben das Potenzial, diese Zeit zu unterbieten. Während die kenianische Siegerin des Rennens von 2015, Gladys Cherono, zurückkehrt und als Favoritin an den Start gehen wird, stehen drei deutsche Topathleten besonders im Blickpunkt: Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg), Anna Hahner (Run2Sky/Gengenbach) und Mona Stockhecke (LT Haspa Marathon Hamburg).

Vier Läufer mit Bestzeiten von unter 2:04 Stunden am Start

Gleich vier Athleten mit Bestzeiten von unter 2:04 Stunden stehen auf der Startliste - eine solche Breite in der absoluten Spitze gab es in der Geschichte des Berlin-Marathons noch nie. Neben Vorjahressieger Kenenisa Bekele (Äthiopien), der im vergangenen Jahr mit der zweitschnellsten Zeit aller Zeiten von 2:03:03 Stunden am Brandenburger Tor triumphiert hatte, gehen Olympiasieger Eliud Kipchoge (Bestzeit: 2:03:05) sowie die früheren Weltrekordler Wilson Kipsang (Bestzeit: 2:03:13) und Patrick Makau (alle Kenia/2:03:38) ins Rennen. Erstmals startet mit Kipchoge ein Olympiasieger im Männer-Elitefeld. Das Quartett hat eines gemeinsam: alle vier gewannen schon in Berlin.

Während Patrick Makau (2:03:38 in Berlin 2011) in der letzten Zeit nach verschiedenen Verletzungsproblemen nicht mehr an seine besten Zeiten anknüpfen konnte, ist den anderen drei Topstars zuzutrauen, den aktuellen Weltrekord zu brechen. Der mehrfache Olympiasieger über die Bahn-Langstrecken, Kenenisa Bekele, der nach wie vor die Weltrekorde über 5.000 und 10.000 m hält, hat enormes Potenzial. Doch erst einmal gelang es dem Äthiopier bisher, über die Marathondistanz ein wirklich überzeugendes Rennen zu zeigen, das seinen Ansprüchen entspricht. Vor einem Jahr verpasste er dabei den Weltrekord in Berlin um nur sechs Sekunden. Nun will Bekele am Sonntag in Berlin einen neuen Anlauf nehmen.

Jener Mann, der Kenenisa Bekele im vergangenen Jahr mit seiner Tempoarbeit an der Spitze entscheidend zu der Topzeit verhalf, ist ebenso wieder im Rennen: Wilson Kipsang. Der Kenianer wurde 2016 Zweiter in Berlin und steigerte sich dabei auf 2:03:13 Stunden. Er war damals nicht erfreut über die Renntaktik Bekeles, der sich an der Führungsarbeit praktisch nicht beteiligte und Kipsang dann auf den letzten Kilometern davonlief.

Dieses Mal dürfte ein dritter Athlet mitmischen: Eliud Kipchoge. Der Kenianer gewann vor zwei Jahren bereits mit 2:04:00 in Berlin. Er lief damals wohl nur deswegen keinen Weltrekord, weil er erhebliche Probleme mit seinen Schuhen hatte. Kipchoge ist der zurzeit beste Marathonläufer der Welt. Seit vier Jahren ist er über die Marathondistanz ungeschlagen. Nur eines seiner neun Marathonrennen hat Kipchoge nicht gewonnen: 2013 hatte er in Berlin gegen Wilson Kipsang das Nachsehen. In einem „Laborversuch“ lief Eliud Kipchoge in diesem Frühjahr in Monza unter irregulären Bedingungen mit 2:00:25 Stunden die schnellste je gelaufene Marathonzeit. Die reguläre Jahresweltbestzeit hält Wilson Kipsang, der im Februar den Tokio-Marathon in 2:03:58 Stunden gewann. 2013 war er in Berlin mit 2:03:23 Weltrekord gelaufen.

Einmal trafen Kipchoge, Bekele und Kipsang übrigens in einem Marathon bisher aufeinander: In London gewann im April 2016 Kipchoge mit 2:03:05. Bekele, der sich damals nach einer längeren Verletzungspause zurückmeldete, lief als Dritter 2:06:36 und Kipsang wurde Fünfter mit 2:07:52.

An den Berlin-Marathon hat Philipp Pflieger sehr gute Erinnerungen. Bei seinem bisher einzigen Start bei dem Rennen stellte er vor zwei Jahren mit 2:12:50 Stunden seine nach wie vor aktuelle Bestzeit auf und qualifizierte sich mit dieser Leistung für die Olympischen Spiele. Dort belegte er als bester deutscher Läufer Rang 55. Erstmals seit den Spielen in Rio wird Philipp Pflieger nun wieder bei einem Marathon an den Start gehen. Die Qualifikation für den EM-Marathon 2018 in Berlin (Normzeit: 2:14:00) und eine persönliche Bestzeit sind seine Ziele.
 Gladys Cherono gewann bereits vor zwei Jahren in Berlin. +
Foto: photorun.net

Gladys Cherono gewann bereits vor zwei Jahren in Berlin.

Gladys Cherono ist die Favoritin

Mit fünf Athletinnen, die Bestzeiten von unter 2:24 Stunden aufweisen, ist auch das Frauenfeld hochklassig besetzt. Drei der fünf Läuferinnen kommen aus Äthiopien, zwei aus Kenia. Angeführt wird das Berliner Weltklassefeld von der Kenianerin Gladys Cherono, der Berliner Siegerin von 2015. Sie gewann damals in der Weltklassezeit von 2:19:25 Stunden und kam bis auf 13 Sekunden an den inzwischen zwölf Jahre alten Streckenrekord der Japanerin Mizuki Noguchi heran (2:19:12).

Die äthiopischen Mitfavoritinnen sind Amane Beriso (Zweite in Dubai 2016 in 2:20:48), Gulume Tollesa (Siegerin in Frankfurt 2015 mit 2:23:12) und Meseret Mengistu (Siegerin in Paris 2015 in 2:23:26). Außerdem wird auch die Kenianerin Valary Aiyabei vorne mitmischen wollen. Sie gewann im Frühjahr in Prag mit 2:21:57.

Abwarten muss man, in welcher Form sich Anna Hahner in Berlin präsentiert. Seit ihrem Rennen beim olympischen Marathon in Rio, wo sie auf Rang 81 ins Ziel kam, ist sie auch aufgrund von Verletzungsproblemen kaum gestartet. Vor drei Jahren hatte Anna Hahner in Berlin ihre Bestzeit von 2:26:44 Stunden aufgestellt, doch seitdem ist sie nicht mehr unter 2:30 gelaufen. Die 2:30-Stunden-Barriere zu knacken, ist das nächste große Ziel von Mona Stockhecke. Die 33-Jährige hat bisher eine Zeit von 2:31:30 erreicht und hat ebenfalls EM-Nominierungschancen. Die EM-Norm wurde auf 2:32:00 festgelegt.
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Autor: race-news-service.com 18.09.2017

Hier finden Sie weitere Informationen zum Berlin-Marathon 2018.

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