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Olympia aktuell Eliud Kipchoge gewinnt Olympia-Marathon

Mit seinem Sieg im Olympia-Marathon krönt Eliud Kipchoge seine Karriere und untermauert auf dominante Art und Weise seine Rolle als derzeit bester Marathonläufer.

Eliud Kipchoge gewinnt den olympischen Marathon. +
Foto: photorun.net

Mit einer deutlich schnelleren zweiten Hälfte von unter 63 Minuten hängte Eliud Kipchoge seine gesamte Konkurrenz ab.

Eliud Kipchoge ist der neue Marathon-Olympiasieger. Damit krönte der 31-jährige Kenianer seine Karriere, in der er vor Rio bereits fünf große Marathonrennen in Folge gewonnen hatte. Eliud Kipchoge triumphierte im olympischen Rennen über die klassischen 42,195 km bei regnerischem, warmem Wetter in 2:08:44 Stunden souverän vor Feyisa Lilesa (Äthiopien), der nach 2:09:54 Stunden im Ziel war. Einen sensationellen Lauf zeigte in seinem zweiten Marathon Galen Rupp (USA), der in 2:10:05 Stunden die Bronzemedaille gewann. Erst vor acht Tagen hatte Rupp im 10.000-m-Finale Platz fünf belegt. Damit feierten die insgesamt überraschend starken US-amerikanischen Läufer einen weiteren großen Erfolg bei den Olympischen Spielen. Vierter wurde der Marathon-Weltmeister Ghirmay Ghebreslassie (Eritrea) in 2:11:04 Stunden.

Eliud Kipchoge ist erst der zweite Kenianer, der den Männer-Marathon bei Olympischen Spielen gewinnen konnte. 2008 in Peking hatte der später bei einem tragischen Sturz vom Balkon seines Hauses verstorbene Sammy Wanjiru erstmals für Kenia Marathon-Olympia-Gold gewonnen.

Starke Aufholjagd von Philipp Pflieger und Julian Flügel

Erstmals seit Olympia 2000 in Sydney waren bei den Spielen wieder deutsche Läufer im Männerrennen vertreten. Philipp Pflieger und Julian Flügel schlugen sich in Rio achtbar. Beide teilten sich das Rennen gut ein und machten viele Plätze gut, nachdem sie anfangs noch jenseits von Platz 100 gelegen hatten. Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg), der im Frühjahr mehrmals Verletzungsprobleme hatte, lief auf Platz 55 in 2:18:56 Stunden. „Durch die Wärme und den Regen habe ich sehr viel Flüssigkeit verloren“, sagte Philipp Pflieger. „Den olympischen Marathon mit den besten Läufern der Welt zu laufen, das ist eine unbeschreibliche Situation.“ Erst wenige Wochen vor dem Olympia-Marathon rutschte Julian Flügel (Asics Team Memmert) noch als Ersatzläufer ins Olympia-Team, nachdem Hendrik Pfeiffer (TV Wattenscheid) verletzungsbedingt passen musste. Angesichts der knappen Vorbereitungszeit ist auch sein 71. Rang in 2:20:47 Stunden eine ordentliche Leistung. „Ich bin zufrieden und ein solides Rennen gelaufen. Die Vorbereitung von nur fünf Wochen war natürlich zu kurz“, sagte Julian Flügel, der sich noch einmal bei Hendrik Pfeiffer bedankte, weil dieser uneigennützig rechtzeitig auf seinen Startplatz verzichtet hatte und damit Julian Flügel die Olympia-Teilnahme ermöglichte. „Es war eine tolle Stimmung, besonders im Zielbereich.“

Rennverlauf: Dem Tempo von Eliud Kipchoge war keiner gewachsen

Bei den verglichen zum Frauenrennen deutlich besseren Wetterbedingungen erreichte eine 42-köpfige Spitzengruppe die Halbmarathonmarke nach 65:55 Minuten. Es war erwartungsgemäß in der ersten Hälfte kein schnelles Rennen, wobei die großen Favoriten das Tempo in der Spitzengruppe kontrollierten.
Julian Flügel und Philipp Pflieger im Ziel in Rio. +
Foto: photorun.net

Julian Flügel und Philipp Pflieger im Ziel in Rio.

Schneller wurde es dann im Bereich der 25-km-Marke. In dieser Phase des Rennens fielen auch die ersten Medaillenaspiranten zurück: Titelverteidiger Stephen Kiprotich (Uganda) und der amtierende Weltmeister Ghirmay Ghebreslassie (Eritrea) konnten das Tempo nicht mehr halten. Der Äthiopier Tesfaye Abera, der in diesem Jahr die Rennen in Dubai und Hamburg gewonnen hatte, gab auf - offensichtlich mit Magenproblemen. Mehrere andere Athleten hatten überraschend Probleme mit aufgehenden Schnürsenkeln. Für Europameister Daniele Meucci (Italien) war der Olympia-Marathon frühzeitig bei Kilometer 15 beendet.

Zwischen Kilometer 25 und 30 reduzierte sich die Spitzengruppe von rund 35 auf nur noch neun Läufer. Nach der 30-km-Zwischenzeit von 1:33:15 Stunden waren es zwei Kilometer später nur noch vier: Der favorisierte Eliud Kipchoge, Lemi Berhanu und Feyisa Lilesa (beide Äthiopien) sowie Galen Rupp rannten an der Spitze. Zurückgefallen war nun mit dem New-York-Marathon-Sieger Stanley Biwott (Kenia) ein heißer Medaillenkandidat. Auch Wesley Korir (Kenia), Tadesse Abraham (Schweiz) und Kaan Kigen Özbilen (Türkei) hatten den Kontakt verloren.

Harte Tempoverschärfung nach 30 Kilometern

Eliud Kipchoge, der vor Rio bereits fünf große Marathonrennen in Serie gewonnen hatte (Rotterdam, Chicago, London, Berlin und nochmals London), machte weiter Tempo und Lemi Berhanu war der nächste Läufer, der nicht mehr mithalten konnte. Den 5-km-Abschnitt zu Kilometer 35 (1:47:40 Stunden) absolvierte das verbleibende Trio in superschnellen 14:25 Minuten - das ist ein Tempo, das gut ist, um den Weltrekord von 2:02:57 Stunden deutlich zu unterbieten! Kipchoges Tempojagd im Schlussviertel des Rennens war erwartungsgemäß kein Konkurrent gewachsen. Rupp verlor den Anschluss kurz nach 35 Kilometern. Dann forderte Kipchoge seinen letzten Konkurrenten, Feyisa Lilesa, auf, sich an der Führungsarbeit zu beteiligen. Als der Äthiopier nicht reagierten konnte, zog Eliud Kipchoge bei 36 Kilometern davon und war nicht mehr einzuholen. Nur noch die vielen engen, im Regen rutschigen Kurven hätten ihn jetzt noch stoppen können, doch vorsichtig manövrierte sich Eliud Kipchoge durch das Schlussstück.
Tempoanalyse Julian Flügel +
Foto: Strava

Die Tempoanalyse des Olympia-Marathons von Julian Flügel - hochgeladen auf Strava.

Wie stark der Kenianer ist, zeigen auch die beiden Marathonhälften, die er in Rio lief: Die Halbmarathonmarke hatte er in der großen Spitzengruppe nach 65:55 Minuten erreicht, den zweiten Abschnitt lief er gut drei Minuten schneller in 62:49 Minuten. „Es ist ein Meisterschaftsrennen gewesen, und es war langsam, so dass ich mich entschied, die Initiative zu ergreifen. Jeder will hier natürlich eine Medaille gewinnen - ich kam nach Rio, um Gold zu gewinnen“, sagte Eliud Kipchoge. „Wir haben Geschichte geschrieben, denn erstmals kommen in den olympischen Marathonrennen sowohl die Frauen- als auch der Männersieger aus einem Land. Dies ist der beste Moment in meinem Leben.“

Eliud Kipchoges nächstes großes Ziel wird nun sicherlich der Marathon-Weltrekord sein. Falls er ihn im kommenden Frühjahr in London nicht laufen kann, dürfte er im September 2017 wohl nach Berlin zurückkommen.

Ergebnisse:
1. Eliud Kipchoge KEN 2:08:44
2. Feyisa Lilesa ETH 2:09:54
3. Galen Rupp USA 2:10:05
4. Ghirmay Ghebreslassie ERI 2:11:04
5. Alphonce Felix Simbu TAN 2:11:15
6. Jared Ward USA 2:11:30
7. Tadesse Abraham SUI 2:11:42
8. Munyo Mutai UGA 2:11:49
9. Callum Hawkins GBR 2:11:59
10. Eric Gillis CAN 2:12:29

Ausgewählte Zwischenzeiten und entsprechende Platzierungen der deutschen Läufer:

Philipp Pflieger
10 km 32:16 (120. Platz)
15 km 48:26 (102.)
Hälfte 1:08:08 (92.)
25 km 1:20:52 (91.)
30 km 1:36:56 (72.)
35 km 1:53:37 (61.)
Ziel 2:18:56 (55.)

Julian Flügel
10 km 32:39 (126.)
15 km 49:01 (126.)
Hälfte 1:08:56 (119.)
25 km 1:21:40 (107.)
30 km 1:38:17 (97.)
35 km 1:55:29 (85.)
Ziel 2:20:47 (71.)
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Autor: race-news-service.com 22.08.2016
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