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Debütant siegt Fünf Läufer unter 2:05 Stunden beim Dubai-Marathon 2013

Der erst 23-jährige Marathon-Debütant Lelisa Desisa gewann den Dubai-Marathon in 2:04:45 Stunden.

 Dubai-Marathon 2013 +
Foto: Thomas Wenning

Marathon-Debütant Lelisa Desisa beim Zieleinlauf.

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Als sich der Nebel in Dubai langsam auflöste, tauchte der neueste äthiopische Marathon-Weltklasseläufer auf: Der erst 23-jährige Lelisa Desisa lief beim Standard Chartered Dubai-Marathon ein sensationelles Debüt über die klassischen 42,195 km. Auf Anhieb gewann er dabei auch das höchste Preisgeld, das weltweit bei einem Marathonrennen ausgeschüttet wird. 200.000 US-Dollar erhält Lelisa Desisa für seinen Triumph in den Vereinigten Arabischen Emiraten, bei dem er sich mit einer Zeit von 2:04:45 Stunden in der Marathon-Weltelite etablierte.

Der Äthiopier steht in der Liste der besten Zeiten aller Zeiten nun auf dem 13. Rang – ohne die Ergebnisse des Boston-Marathons, dessen Strecke aufgrund eines Gefälles nicht rekordtauglich ist. In seinem ersten Marathon war Lelisa Desisa nur 67 Sekunden langsamer als der Weltrekord des Kenianers Patrick Makau (2:03:38), und er verpasste den ein Jahr alten Streckenrekord seines Landsmannes Ayele Abshero (2:04:23) um lediglich 22 Sekunden.

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In einem einmaligen Finish kämpften in Dubai einen Kilometer vor dem Ziel noch fünf Läufer um den Sieg. Schließlich setzte sich Lelisa Desisa, dessen größter Erfolg zuvor ein Halbmarathonsieg in 59:30 Minuten beim Rennen in Neu-Delhi 2011 war, mit 2:04:45 vor seinen Landsleuten Berhanu Shiferaw (2:04:48), Tadese Tola (2:04:49) und Endeshaw Negesse (2:04:52) durch. Fünfter wurde der Kenianer Bernard Koech mit 2:04:53. Erstmals blieben damit in einem Rennen gleich fünf Läufer unter 2:05 Stunden. Der zweitplatzierte, 19-jährige Berhanu Shiferaw stellte in Dubai einen allerdings inoffiziellen Junioren-Weltrekord auf (der internationale Leichtathletik-Verband IAAF führt im Marathon keine Juniorenrekorde). Der Kenianer Eric Ndiema war in Amsterdam 2011 in 2:06:07 ins Ziel gekommen.

„Ich bin überrascht, dass ich heute 2:04 Stunden gelaufen bin. Ich kann mir vorstellen, dass ich bei meinem nächsten Marathon versuchen werde, den Weltrekord anzugreifen, sofern ich wieder auf einer flachen Strecke rennen kann. Ich werde das mit meinem Trainer besprechen“, erklärte Lelisa Desisa.

Bei guten Laufbedingungen – Nebel verhinderte, dass es im letzten Teil des Rennens zu warm wurde – komplettierten Äthiopiens Frauen den Triumph der ostafrikanischen Lauf-Nation. Gleich die ersten sechs Plätze gingen an Äthiopierinnen: Die 28-jährige Tirfi Tsegaye, die im vergangenen September in Berlin als Zweite 2:21:10 gelaufen war, sicherte sich die 200.000-Dollar-Prämie mit einer Zeit von 2:23:23. Ehitu Kiros wurde Zweite mit 2:23:39, gefolgt von Amane Gobena (2:23:50), Aheza Kiros (2:24:30), Belaynesh Oljira (2:25:01) und Shitaye Bedasa (2:25:47).
Standard Chartered Dubai Marathon +
Foto: Standard Chartered Dubai Marathon

Tirfi Tsegaye wird in Dubai gefeiert.

Die Rennen über 3 und 10 km hinzugerechnet, beteiligten sich erstmals über 20.000 Athleten am Standard Chartered Dubai Marathon. „Niemand hätte im Jahr 2000, als wir das Rennen erstmals veranstalteten, geglaubt, dass es möglich sein würde, derartige Teilnehmerzahlen zu erreichen. Laufsport existierte damals in dieser Region der Welt praktisch nicht. Dass man aus Fitnessgründen laufen könnte, diese Idee begann gerade erst Fuß zu fassen“, erklärte Peter Connerton, der Race-Direktor des Dubai-Marathons. Im Jahr 2000 registrierten die Veranstalter nur wenige hundert Läufer im Ziel.

Viele Tempowechsel prägten das Rennen der Männer, das streckenweise durch dichten Nebel führte. Wurde der erste Kilometer in sehr schnellen 2:48 zurückgelegt, folgte bald darauf ein Abschnitt mit einer Zwischenzeit von 3:15. Auf der durchweg flachen Strecke erreichte eine 21-köpfige Spitzengruppe dann die Halbmarathonmarke in 62:39 Minuten. Bald darauf reduzierte sich die Gruppe zunächst auf zehn Läufer (25-km-Zwischenzeit: 1:14:04 Stunden) und dann kurz nach Kilometer 30 (1:28:47) auf sieben. Immer wieder für Tempo sorgte dabei an der Spitze Berhanu Shiferaw. Ihm folgten seine Landsleute Endeshaw Negesse, Lelisa Desisa, Tadese Tola und Dadi Yami sowie die beiden Kenianer Nicholas Kipkemboi und Bernard Koech. Kipkemboi und Yami fielen dann etwa nach 35 km aus der Führungsgruppe. Der Kenianer kam schließlich als Sechster in 2:06:33 ins Ziel, der Äthiopier folgte ihm als Siebenter mit 2:07:55. Insgesamt rannten 14 Läufer unter 2:10 Stunden, was die enorme Qualität des Rennens in der Spitze zeigt.
Standard Chartered Dubai Marathon 2013 +
Foto: Thomas Wenning

Einmal mehr gab es in der Schlussphase enorme Tempowechsel. Kilometer 38 wurde in famosen 2:38 gelaufen, der nächste 1000-m-Abschnitt dann aber in 3:23. Noch bei Kilometer 41 lagen fünf Läufer gemeinsam vorne. Die Entscheidung fiel schließlich in einem langen Sprint. Erst 200 Meter vor dem Ziel übernahm dabei Lelisa Desisa die Spitze und setzte sich durch.

Nicht ganz so spektakulär und vom übertragenden, lokalen Fernsehsender so gut wie unbeachtet, rannten die Frauen durch den Nebel von Dubai. Sechs Läuferinnen passierten die Halbmarathonmarke nach 71:01 Minuten: Neben Tirfi Tsegaye rannten ihre Landsfrauen Belaynesh Oljira, Mamitu Daska, Amane Gobena, Aheza Kiros und Wude Yimer. Etwa an der 30-km-Marke setzte sich Tirfi Tsegaye ab. Allerdings hatte die Paris-Marathon-Siegerin des vergangenen Jahres gehofft, dass sie schneller rennen würde. „Mein Ziel war eigentlich, hier die 2:20-Stunden-Marke zu unterbieten. Aber es wurde in der Schlussphase wärmer und schwül, so dass ich nicht mehr beschleunigen konnte“, sagte Tirfi Tsegaye. Was sie mit den 200.000 Dollar machen wird, wurde die Siegerin gefragt. „Das habe ich mir bisher noch nicht überlegt – ich habe davon lediglich geträumt!“
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Autor: race-news-service.com 25.01.2013

Hier finden Sie weitere Informationen zum Dubai-Marathon 2015.

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