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Nach 50 Jahren Kathrine Switzer läuft wieder den Boston Marathon

Vor 50 Jahren beendete Kathrine Switzer als erste Frau mit offizieller Startnummer einen Marathon. Zum 50. Jubiläum steht Switzer mit ihrer damaligen Startnummer 261 am 17. April in Boston wieder am Start.

Der Versuch des Veranstalters Kathrine Switzer mit Gewalt aus dem Rennen zu werfen. +
Foto: Boston Herald

Von der Zeitung Boston Herald dokumentiert: Der Versuch des Veranstalters Kathrine Switzer 1967 mit Gewalt aus dem Rennen zu werfen.

1967 schrieb die US-Amerikanerin Kathrine Switzer mit ihrer Teilnahme am traditionsreichen Boston Marathon Geschichte. Sie beendete - trotz Widerstand des Veranstalters - als erste Frau mit einer offiziellen Startnummer einen Marathon, was zum damaligen Zeitpunkt ausschließlich Männer vorbehalten war. Zum 50. Jubiläum dieses Vorfalls geht Switzer mit ihrer damaligen Startnummer 261 am 17. April in Boston wieder an den Start.

Als 20jährige Studentin sorgte Kathrine Switzer 1967 für weltweites, mediales Aufsehen. Sie hatte sich mit ihren Initialen K.V. Switzer für eine offizielle Startnummer für eine Teilnahme am Boston Marathon beworben und erhielt die Nummer 261 zugeteilt. Trotz des wutentbrannten Rennleiters, der versuchte sie aus dem Rennen zu zerren, beendete sie das Rennen und widerlegte damit die damals vorherrschende Meinung, Frauen seien für den Ausdauersport nicht geeignet. In den darauffolgenden Jahren etablierte sie sich als erfolgreiche Läuferin, bestritt 39 Marathons und gewann unter anderem den prestigeträchtigen New York City Marathon. In den siebziger Jahren baute sie mit 400 Rennen in 29 Ländern die AVON-Frauenlaufserie auf. 2015 gründete Switzer das soziale Frauen-Laufnetzwerk 261 Fearless, dass Frauen weltweit miteinander auf sportlicher Basis vereint.

Heute laufen in den USA mehr Frauen als Männer

“Ich freue mich sehr, den 121. Boston Marathon mitlaufen zu können,” so Kathrine Switzer. “Was vor 50 Jahren ein dramatischer Vorfall war, wurde letztendlich zu einem richtungsweisenden Moment – für mich und für Läuferinnen auf der ganzen Welt. Das Ergebnis sorgte für eine soziale Revolution: Heute laufen in den USA mehr Frauen als Männer.”

Trotz des missglückten Anfangs hieß der Veranstalter des Boston-Marathons, die Boston Athletic Association, fünf Jahre später, 1972, erstmals Frauen als Teilnehmerinnen offiziell willkommen. Damals lief Kathrine Switzer auf Rang drei. Der Boston-Marathon sorgte damit für ein nachhaltiges, weltweites Umdenken im Laufsport. "Wir freuen uns sehr, Kathrine wieder aktiv im Rennen begrüßen zu dürfen, genau dort, wo der Ursprung der Frauenlaufsport-Bewegung liegt", erklärt B.A.A.-Präsidentin Joann Flaminio. "Sie war und ist eine mutige Frau und es ist uns eine große Ehre sie anlässlich dieses geschichtsträchtigen Jubiläums im Ziel in Empfang nehmen zu dürfen.”
Die 261 Fearless Gruppe mit Kathrine Switzer. +
Foto: Horst von Bohlen

Das Team vom Frauen-Laufnetzwerk 261 Fearless trainiert mit Kathrine Switzer für den Boston Marathon 2017.

Am 17. April begleiten Kathrine Switzer 118 Frauen und sieben Männer aus 20 Nationen, die für Switzer’s 261 Fearless Non Profit Organisation Spenden gesammelt haben. Eine von Switzer’s Begleiterinnen ist Rosy Spraker aus den USA: “Kathrine durchbrach damals nicht nur die gläserne Decken des Frauenlaufsports. Sie prägte ihn in den vergangenen 50 Jahren entscheidend. Mit dem von uns gesammelten Geld werden wir lokale 261 Fearless Frauen-Laufclubs aufbauen, Lauf-Betreuerinnen ausbilden und soziale Laufprogramme unterstützen – gleich, ob in Massachusetts/USA, Berlin oder Albanien. Wir freuen uns darauf viele Frauen damit erreichen zu können – sei es als Club-Leiterinnen oder als Teilnehmerinnen.”

“Es gibt nur dieses eine 50-jährige Jubiläum für dieses eine Rennen, dass unsere Leben verändert hat,” erklärt die heute 70jährige Switzer. “Ich trainiere hart und der großartige Spirit meines 261 Fearless-Teams gibt mir Tag für Tag Antrieb weiter zu arbeiten. Am 17. April geht es mir nicht um eine bestimmte Zeit – ich möchte feiern, vereinen und dankbarsein für die Möglichkeit, die uns geboten wird. Ich laufe, um diesem Rennen, dieser Stadt, und diesen tausenden großartigen Zuschauern danke zu sagen, die alle zusammen uns Frauen in den letzten Jahrzehnten Kraft und Selbstbewusstsein gegeben haben.“
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Autor: Edith Zuschmann 27.02.2017

Hier finden Sie weitere Informationen zum Boston-Marathon 2017.

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