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Boston-Marathon 2017 Kenianer Geoffrey Kirui und Edna Kiplagat überraschen

Geoffrey Kirui und Edna Kiplagat gewannen den 121. Boston-Marathon. Frauenlauf-Pionierin Kathrine Switzer lief 50 Jahre nach ihrem historischen Rennen ebenfalls mit.

Geoffrey Kirui und Galen Rupp liefen beim Boston-Marathon 2017 bis Kilometer 36 gemeinsam an der Spitze +
Foto: photorun.net

Geoffrey Kirui und Galen Rupp liefen beim Boston-Marathon 2017 bis Kilometer 36 gemeinsam an der Spitze.

Einen kenianischen Doppelsieg gab es beim Boston-Marathon: Geoffrey Kirui und Edna Kiplagat gewannen überraschend die 121. Auflage des Traditionsrennens, für das sich 30.000 Läufer gemeldet hatten. Bei sehr warmen Wetterbedingungen mit Temperaturen von deutlich über 20 Grad Celsius setzte sich Kirui sechs Kilometer vor dem Ziel von Galen Rupp ab. Der Kenianer gehörte im Vorfeld nicht zu den ganz großen Favoriten, gewann jedoch in 2:09:37 vor dem US-Amerikaner, der als Zweiter 2:09:58 lief. Überraschend wurde der japanische Marathon-Debütant Suguru Osako Dritter mit 2:10:28.

Edna Kiplagat meldet sich zurück

Unerwartet kam auch der Erfolg von Edna Kiplagat. Die 37-Jährige war zwar zweimalige Marathon-Weltmeisterin (2011 und 2013), hatte jedoch seit 2014 keinen Marathon mehr gewinnen können. Nun meldete sie sich mit einem großen Sieg in Boston zurück und lief dabei starke 2:21:52 Stunden. Ebenso wie Kirui gewann Kiplagat eine Siegprämie von 150.000 Dollar. Die frühere Kenianerin Rose Chelimo (Bahrain) belegte Rang zwei in 2:22:51. Dritte wurde die US-Amerikanerin Jordan Hasay, die mit 2:23:00 ein starkes Debüt lief.

WMM-Serie noch nicht entgültig abgeschlossen

Nach Abschluss der Abbott World Marathon Majors (WMM)-Serie steht fest, dass Jemima Sumgong die meisten Punkte gesammelt hat. Aufgrund eines laufenden Dopingverfahrens gegen die kenianische Marathon-Olympiasiegerin gibt es zunächst jedoch keine Siegerin dieser Serie. Die WMM-Veranstalter werden erst das Dopingverfahren abwarten. Bei den Männern stand schon vor dem Boston-Marathon fest, dass Eliud Kipchoge (Kenia) die WMM-Serie und die damit verbundene Prämie von einer halben Million US-Dollar gewonnen hat.

Ein Dutzend Läufer formten im Rennen der Männer die Spitzengruppe, die die Halbmarathonmarke nach 64:35 Minuten erreichte. Während die beiden schnellen Äthiopier Dino Sefir und Sisay Lemma überraschend bereits zuvor zurückgefallen waren, lagen bei 30 km (1:33:01 Stunden) immer noch neun Athleten an der Spitze. Darunter waren neben dem Vorjahressieger Lemi Berhanu Hayle (Äthiopien) auch die beiden Kenianer Sammy Kitwara und Wilson Chebet sowie Galen Rupp.

Wärme setzt Favoriten zu

Danach begann in der Wärme auf dem hügeligen Kurs das Favoritensterben. Während Titelverteidiger Hayle und Kitwara das Rennen sogar aufgaben, fiel Chebet deutlich zurück. Dagegen ergriff der Marathon-Olympia-Dritte Galen Rupp die Initiative. Es war der US-Amerikaner, der an der Spitze lief und die kleine Gruppe mehr und mehr auseinander ziehen konnte. Nach 35 km war nur noch ein Konkurrent übrig: Geoffrey Kirui. Der Kenianer hatte im Vorfeld mit einer Bestzeit von 2:06:27 und seiner geringen Marathon-Erfahrung nicht zu den ganz großen Favoriten gezählt. Doch ausgerechnet der 24-Jährige verhinderte in seinem dritten Marathonlauf den amerikanischen Triumph von Galen Rupp. Rund sechs Kilometer vor dem Ziel löste sich Kirui von Rupp. Bei 37 km hatte er einen Vorsprung von zwölf Sekunden, bis Kilometer 40 hatte er diesen auf 21 Sekunden ausgebaut. Danach hielt er Rupp auf Distanz und lief zum größten Sieg seiner noch jungen Karriere.

„Ich merkte, dass er bei einer Tempoverschärfung nicht mehr ganz mithalten konnte. Deswegen habe ich weiter das Tempo forciert und konnte mich lösen. Aber es war schwer, denn der Amerikaner war stark“, sagte Geoffrey Kirui und fügte hinzu: „Meine Zukunft liegt im Marathon.“

Galen Rupp mit starkem zweiten Platz

Ein starkes Rennen lief einmal mehr Galen Rupp, der vor einem Jahr sein Marathon-Debüt bei den US-Olympia-Trials gewonnen hatte und dann Olympia-Dritter wurde. Nun belegte er Rang zwei bei dem hochklassig besetzten Boston-Marathon und steigerte seine Bestzeit um sieben Sekunden auf 2:09:58. „Es war hart, und ich habe alles gegeben. Der zweite Platz ist toll für mich. Ich hatte keine Probleme mehr mit meinem Fuß“, sagte Galen Rupp, der sich Anfang April beim Halbmarathon in Prag auf einer Kopfsteinpflaster-Passage eine Fußverletzung zugezogen hatte. “Ich glaube, ich kann mich im Marathon noch deutlich steigern. Aber jetzt werde ich mich erst einmal auf den Sommer mit den Bahn-Langstrecken vorbereiten.“
Edna Kiplagat gewann 2017 erstmals den Boston-Marathon +
Foto: photorun.net

Edna Kiplagat gewann 2017 erstmals den Boston-Marathon.

Frauenrennen startet verhalten

Das Rennen der Frauen hatte trotz der anfangs abfallenden Strecke mit einem sehr verhaltenen Tempo begonnen. Die 10-km-Marke erreichte die 13-köpfige Spitzengruppe nach 34:58 Minuten, was auf eine Zielzeit von rund 2:27:30 Stunden hindeutete. In der Folge war es immer wieder die US-Amerikanerin Desiree Linden, die sich an der Spitze um das Tempo bemühte. So schrumpfte die Gruppe auf sieben Läuferinnen, die die Halbmarathonmarke in 1:12:33 Stunden passierten. Neben Desiree Linden liefen die Kenianerinnen Brigid Kosgei, Gladys Cherono, Valentine Kipketer und Edna Kiplagat sowie Rose Chelimo (Bahrain) und die Debütantin Jordan Hasay in der Führungsgruppe.

Aufgrund eines deutlichen Rückstandes waren zu diesem frühen Zeitpunkt bereits zwei äthiopische Mitfavoritinnen geschlagen: die Titelverteidigerin Atsede Baysa und die Streckenrekordlerin Buzunesh Deba (2:19:59 Stunden). Damit war auch klar, dass Baysa in der in Boston abschließenden WMM-Serie nicht mehr zu Jemima Sumgong würde aufschließen können.

Im besonders hügeligen Streckenabschnitt verlor nach 25 km (1:25:50 Stunden) zunächst Desiree Linden den Kontakt zur Spitze. Die Amerikanerin, die mit einer Bestzeit von 2:22:38 ins Rennen gegangen war, kam noch einmal kurzzeitig an die Spitzengruppe heran, bevor sie dann ebenso wie Brigid Kosgei und Valentine Kipketer deutlich zurückfiel. Am Ende wurde Linden aber immerhin noch Vierte.

Kiplagat verschärft Tempo

Überraschend war es dann nach der 30-km-Marke (1:42:40) Edna Kiplagat, die das Tempo verschärfte. „Ich habe in dieser Phase alles gegeben - und das hat funktioniert“, sagte die Kenianerin später. Schnell verloren Rose Chelimo, Gladys Cherono und Jordan Hasay den Kontakt zu der zweifachen Marathon-Weltmeisterin. An der 35-km-Marke, die sie in 1:58:41 Stunden passierte, hatte Edna Kiplagat bereits einen Vorsprung von 34 Sekunden auf ihre frühere Landsfrau Rose Chelimo - und das, obwohl sie zuvor an einem Erfrischungspunkt angehalten hatte, nachdem sie zunächst die falsche Flasche gegriffen hatte. Im Ziel hatte Kiplagat schließlich mit 2:21:52 Stunden genau 59 Sekunden Vorsprung auf Chelimo. Es war ihr erster Sieg seit London 2014 und ihre beste Zeit seitdem.
Kathrine Switzer an der Startlinie des Boston-Marathons 2017 +
Foto: Horst von Bohlen

Kathrine Switzer an der Startlinie des Boston-Marathons 2017 gemeinsam mit Rosy Spraker, einer Läuferin des 261-Fearless-Teams.

Frauenlauf-Pionierin Katherine Switzer 50 Jahre nach ihrem legendären Rennen wieder dabei

Kathrine Switzer überquerte die Ziellinie des 121. Boston-Marathons unter enormen Jubel. Mit ihrer Teilnahme feierte sie den 50. Jahrestag ihres legendären Marathons 1967, als Renndirektor Jock Semple versuchte, sie von der Strecke zu drängen und ihr ihre Startnummer 261 abzureißen. Frauen war es damals nicht erlaubt, bei dem prestigeträchtigsten Marathon der Welt mitzulaufen.

Switzer feierte das Marathonwochenende mit Freunden, präsentierte dabei aber auch ihre "261 Fearless"-Organisation, eine gemeinnützige, globale Vereinigung mit dem Ziel, Frauen zu ermutigen, ihre Herausforderungen anzunehmen. "Ich kann den Leuten auf den Straßen von Boston nicht genug danken. Ich bin so dankbar dafür, dass ich den Boston-Marathon 50 Jahre nach meiner ersten Mannschaft laufen kann", sagte Switzer nach dem Rennen am 17. April 2017.

Vor fünfzig Jahren hatte Katherine Switzer, jetzt 70 Jahre alt, sich offiziell für den Boston-Marathon registriert, jedoch nur mit ihren Initialen, K.V. Schweizer. Das Rennen war damals ein reines Männer-Event. Nachdem der wütende Renndirektor Jock Semple versucht hatte, ihr ihre Startnummer abzureißen und sie aus dem Rennen zu werfen, lief Switzer noch entschlossener weiter, um das Rennen zu beenden. Es folgte eine erfolgreiche Laufkarriere, in der sie 39 weitere Marathons lief und 1974 den New-York-City-Marathon gewann. Zudem schuf Switzer den Avon International Running Circuit mit 400 Rennen in 27 Ländern, ein wichtiger Baustein für die Etablierung des Frauenmarathons in den Olympischen Spielen 1984. Inzwischen sind 58 Prozent der Läufer in den USA Frauen, beim Boston-Marathon 2017 waren es 13.698 der insgesamt 30.077 Starter.

Die Sieger des Boston-Marathons 2017

1. Geoffrey Kirui KEN 2:09:37
2. Galen Rupp USA 2:09:58
3. Suguru Osako JPN 2:10:28
4. Shadrack Biwott USA 2:12:08
5. Wilson Chebet KEN 2:12:35
6. Abdi Abdirahman USA 2:12:45
7. Augustus Maiyo USA 2:13:16
8. Dino Sefir ETH 2:14:26

Die Siegerinnen des Boston-Marathons 2017

1. Edna Kiplagat KEN 2:21:52
2. Rose Chelimo BRN 2:22:51
3. Jordan Hasay USA 2:23:00
4. Desiree Linden USA 2:25:06
5. Gladys Cherono KEN 2:27:20
6. Valentine Kipketer KEN 2:29:35
7. Buzunesh Deba ETH 2:30:58
8. Brigid Kosgei KEN 2:31:48
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Autor: race-news-service.com / Redaktion 18.04.2017

Hier finden Sie weitere Informationen zum Boston-Marathon 2017.

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