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Great Hakka-Marathon Marathon vorbei an Teeplantagen und Reisfeldern

Der Great Hakka-Marathon in der Provinz Fujian führte durch eine historische Kulturlandschaft Südostchinas, auch durch die von der UNESCO geschützten Tulou-Rundhäuser.

Great Hakka-Marathon 2015 +
Foto: Great Hakka Marathon / Lucy Liu

Der Great Hakka-Marathon führte auch über solche Brücken aus Steinblöcken.

„Das hier ist etwas Besonderes. Ich laufe ja wirklich viele Marathons, aber ich kenne keinen, der sich mit diesem Event vergleichen ließe“, erzählte Gao Zhen Hai beim Aufwärmen. Stolz präsentierte der 60-jährige Chinese im Startbereich seine 112 Medaillen auf einem Holztisch; durchschnittlich läuft er in jedem Monat einen Marathon. Aber auch als erfahrener Läufer war er vom „Great Hakka Marathon“ begeistert, ebenso wie 380 weitere Teilnehmer aus 30 Ländern und Regionen, die sich die zweite Ausgabe dieser Laufveranstaltung nicht entgehen lassen wollten. Nach dem Erfolg bei der Premiere im letzten Jahr hat sich der Ruf des Einzigartigen bereits herumgesprochen, und neben der sportlichen Herausforderung lockte viele Athleten die Aussicht, inmitten einer UNESCO-geschützten Kulturlandschaft im Herzen Südostchinas ein besonderes Abenteuer zu erleben.

Einzigartige Strecke beim Great Hakka-Marathon

Denn der „Great Hakka Marathon“ führt durch das Kerngebiet der Provinz Fujian - dort, wo die Hakka vor 1.000 Jahren ihre berühmten Tulou-Rundhäuser aus dem Boden gestampft haben, die heute als Weltkulturerbe gelten. Nach der Großen Mauer zählen sie zu den spektakulärsten Sehenswürdigkeiten im Reich der Mitte, und die Strecke führt direkt an den geschichtsträchtigen Häusern vorbei - teilweise sogar mitten durch sie durch. Die Teilnehmer laufen durch alte Dörfer, vorbei an Teeplantagen und Reisfeldern, über provisorische Brücken aus Steinblöcken und hoch hinauf zu einem grimmigen Berggipfel. „Es ist vermutlich einer der abwechslungsreichsten Marathons, den ich je gelaufen bin. Es gibt Cross-Country Abschnitte, sanft abfallende Straßen, überall wunderschöne Aussichten - und einige wirklich steile Abschnitte, die dir alles abverlangen“, kommentierte Tanya Diane Lee aus Neuseeland die Strecke. Die Gewinnerin bei den Damen kam mit einer Zeit von 4:04:36 Stunden ins Ziel.
Great Hakka-Marathon 2015 +
Foto: Great Hakka Marathon / Lucy Liu

Beim zweiten Great Hakka-Marathon starteten noch mehr Läufer als bei der ersten Auflage.

Neue Rekorde beim Great Hakka-Marathon

Bei den Herren fielen beim international stark besetzten Marathon die Rekorde, die erst im Vorjahr aufgestellt worden waren. Lief Vorjahressieger Zhao Ziyu 2014 noch mit einer Zeit von 3:13:03 ins Ziel, so wurde die Marke in diesem Jahr gleich von drei Athleten unterboten. Allen voran natürlich vom strahlenden Sieger Ye Wei aus China, der die neue Rekordbestzeit von 2:51:09 aufstellte. Herausragend waren aber auch die Leistungen von Matthew Jones aus Großbritannien und Bai Bin aus China, die jeweils mit 2:57:54 beziehungsweise 3:08:12 ins Ziel gingen. Der Sieger gab sich anschließend bescheiden und führte seine Leistung in erster Linie auf die günstigen Bedingungen zurück: „Es war wirklich perfektes Laufwetter, nicht zu heiß und auch nicht schwül, also gerade richtig. Die Organisation hat ebenfalls wie am Schnürchen funktioniert.“

Great Hakka-Marathon soll nachhaltig etabliert werden

Nach dem erfolgreichen Rennen waren die Organisatoren, die auch für den bereits etablierten „Great Wall Marathon“ verantwortlich zeichnen, dementsprechend erleichtert: „Es ist unser Ziel, diesen Event langfristig und nachhaltig zu etablieren, weil wir denken, dass wir hier unseren Athleten etwas anbieten können, das sie sonst nirgendwo auf der Welt finden können“, sagte etwa der australische Renndirektor Dave Cundy. Er garantiert dafür, dass der Laufevent allen internationalen Anforderungen gerecht wird - und vom Erlebnisfaktor die Erwartungen von Zusehern und Athleten übertrifft. Und dann sind da noch die Einheimischen, für die der Marathon zu einer Art Jahreshighlight geworden ist. Einmal im Jahr verzichten sie auf die anstrengende Arbeit auf den Feldern, um alle Läufer nach Leibeskräften anzufeuern. „Die Einheimischen waren wirklich unglaublich, sie haben mich auf Schritt und Tritt motiviert und unterstützt - auch, wenn ich nicht verstanden habe, was sie eigentlich gerufen haben“, lachte etwa die Französin Elena Hodieux, die Siegerin beim Halbmarathon. Die einzigen „Locals“, die sich im allgemeinen Trubel nicht aus der Ruhe bringen ließen, waren am Ende die Wasserbüffel - sie waren auch dann noch mit Wiederkäuen beschäftigt, als die Läufer ihre wunden Füße längst im rauschenden Fluss am Zielbereich kühlten.

Ergebnisse des Great Hakka-Marathons:

Marathon, Herren
1 Ye Wei, China, 2:51:09
2 Matthew Jones, UK, 2:57:54
3 Bai Bin, China, 3:08:12

Marathon, Damen
1 Tanya Diane Lee, Neuseeland, 4:04:36
2 Samantha Collings, UK, 4:14:04
3 Jasmeen Philen, USA, 4:36:01

Halbmarathon, Herren
1 Lajos Budai, Ungarn, 1:31:18
2 Nicholas Hansen, Australien, 1:31:53
3 Aurelien Betemps, Frankreich, 1:38:10

Halbmarathon, Damen
1 Elena Hodieux, Frankreich, 1:41:29
2 Audrey Battelier, Frankreich, 1:43:19
3 Rebecca Fahrnholz, Deutschland, 1:55:01

Fun Run (8 Kilometer), Herren
1 Matthieu Fricou, France, 49:11
2 Peng Gang Xiang, Hong Kong, 49:13
3 Thomas Gray, UK, 49:15

Fun Run (8 Kilometer), Damen
1 Cecile Vivien Galacteros, France, 50:15
2 Alba Kalayci Nicault, France, 57:01
3 Yumi Liberman, Sweden, 57:01

Eindrücke vom Hakka Marathon in der chinesischen Provinz finden Sie in unserer ausführlichen Bildergalerie unter und über diesem Artikel.
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Autor: Great Hakka Marathon / Wolfgang Kuhn 05.01.2016

Hier finden Sie weitere Informationen zum Great Hakka Marathon Fujian 2015.

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