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Das Marathon-Jahr 2014 Rekorde bei den Männern, Stagnation bei den Frauen

2014 war bei den Männern geprägt von superschnellen Marathon-Zeiten und einem Weltrekord. Die Frauen zeigten sich dagegen schwach. Arne Gabius lief ein tolles Marathondebüt.

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Foto: www.photorun.net

Dennis Kimetto ist der erste Läufer, der die Marathondistanz unter 2:03 Stunden absolvierte.

Dennis Kimetto krönte das Marathon-Jahr 2014 in Berlin mit einem Weltrekord, bei dem er eine Zeitbarriere durchbrach. Der Kenianer lief mit 2:02:57 Stunden die erste Zeit unter 2:03 Stunden. Es sind nun nur noch zwei Barrieren übrig bevor es bei den Männern um die Fabelzeit von unter zwei Stunden geht. Dreimal fiel in den letzten vier Jahren jeweils in Berlin der Männer-Weltrekord. Eine derartige Häufung von Weltrekorden gab es zuletzt Mitte der 60er Jahre. Danach gab es allerdings auch zwei Abschnitte, in denen eine Bestmarke zehn Jahre lang hielt. Dass sich die derzeitige Rekord-Häufigkeit auf dem Weg Richtung zwei Stunden aufrecht erhalten lässt, erscheint unrealistisch. Andererseits ist bei einigen Athleten offenbar noch etwas Luft für weitere Verbesserungen. Im Gegensatz zu den Männern scheinen die Frauen zurzeit auf der Stelle zu treten. 2014 gab es lediglich auf der nicht rekordkonformen Strecke des Boston-Marathons Zeiten unter 2:20 Stunden. Erfreulich ist nach vielen Jahren die Entwicklung im deutschen Männer-Marathon.

Männer: Acht Läufer unter 2:05 Stunden, 17 Zeiten unter 2:06

Der Männer-Marathon erlebte einmal mehr ein fulminantes Jahr, das im Januar mit einem inoffiziellen Junioren-Weltrekord des Äthiopiers Tsegaye Mekonnen begann. Der damals erst 18-Jährige lief ein sensationelles Debüt und gewann mit 2:04:32 Stunden. Richtig schnelle Zeiten von unter 2:05 Stunden gab es dann noch bei drei weiteren Rennen: London, Berlin und Chicago. Das bestbesetzte Rennen fand einmal mehr in London statt, wo Wilson Kipsang in 2:04:29 Stunden triumphierte. Damals war der Kenianer noch der Weltrekordler (2:03:23) und hatte an der Themse eine Jahresweltbestzeit aufgestellt. Doch am Ende des Jahres reichte diese Zeit für Kipsang, der im Herbst nicht bei einem der schnellen Rennen startete sondern stattdessen den New York-Marathon gewann, in der Bestenliste 2014 nur noch zu Rang fünf.
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Foto: www.photorun.net

Tirfi Tsegaye lief in Berlin die Jahresweltbestzeit.

Dies lag an den superschnellen Rennen von Berlin und Chicago. Das Rennen durch die deutsche Hauptstadt produzierte bereits Marathon-Weltrekord Nummer zehn – auch das ist einmalig im internationalen Laufsport. Doch nicht nur Dennis Kimetto, der rund sechs Wochen später in Athen von der Association of International Marathons and Distance Races (AIMS) als Läufer des Jahres ausgezeichnet wurde, sondern auch sein kenianischer Landsmann Emmanuel Mutai blieb noch unter der alten Bestzeit von Wilson Kipsang. Mutai wurde Zweiter mit 2:03:13 Stunden. Er könnte ebenso wie natürlich Kimetto oder auch Eliud Kipchoge in der Lage sein, den Weltrekord in diesem Jahr nochmals zu verbessern. Kipchoge gewann im Oktober den Chicago-Marathon mit hochklassigen 2:04:11 Stunden vor seinem Landsmann Sammy Kitwara (2:04:28). In keinem seiner erst vier Marathonrennen lief der ehemalige 5.000-m-Weltmeister langsamer als 2:05:30 Stunden. Seine Bestzeit von 2:04:05 erreichte Kipchoge als Zweiter des Berlin-Marathons 2013.

Nach langen Verletzungsproblemen zurückgemeldet, hat sich im Dezember zudem der ehemalige Weltrekordler Patrick Makau (2:03:38 in Berlin 2011). Der Kenianer gewann den Fukuoka-Marathon in 2:08:22 Stunden.

Acht Läufer erzielten 2014 Zeiten von unter 2:05 Stunden. Neun waren es im Jahr zuvor, allerdings verpasste Kipchoge ein solches Ergebnis 2015 in Rotterdam nur um eine Sekunde. Sieben dieser acht Athleten kamen aus Kenia. Das zeigt, wie klar die Kenianer die Marathondistanz nach wie vor dominieren. Doch mit Kenenisa Bekele, der sein Debüt in Paris im vergangenen April mit 2:05:04 gewann, ist nun ein Athlet zur Marathonstrecke gekommen, der den Äthiopiern große Hoffnung gibt. Nachdem er bei seinem zweiten Marathon in Chicago als Vierter in 2:05:51 nicht die eigenen Erwartungen erfüllen konnte, lässt sich Bekele jetzt vom renommierten italienischen Marathon-Trainer Renato Canova coachen. Vielleicht ist schon beim Dubai-Marathon am 23. Januar zu sehen, was von Bekele in der Zukunft noch zu erwarten ist. Dubai ist ohnehin seit einigen Jahren das Rennen der Äthiopier. Nirgendwo anders dominieren sie mit Topzeiten derart wie auf der flachsten Strecke unter den Top-Marathonrennen.

Arne Gabius lief ein sensationelles Marathondebüt

Für den deutschen Männer-Marathon war das Jahr 2014 das Beste seit langer Zeit. Zum ersten Mal seit 1990 lief mit Arne Gabius (LAV Stadtwerke Tübingen) wieder ein deutscher Athlet unter 2:10 Stunden. Mit 2:09:32 rannte Gabius in Frankfurt ein tolles Marathondebüt. Damit etablierte er sich auf Anhieb in der europäischen Spitze. Ebenfalls sehr gut schlug sich André Pollmächer (Rhein-Marathon Düsseldorf), auch wenn sich das noch nicht entsprechend in der Zeit niederschlug. Bei widrigen Bedingungen lief er in Düsseldorf 2:13:58, im Sommer belegte er dann einen starken achten Platz bei den Europameisterschaften. In seinem erste Marathonjahr erreichte Julian Flügel (LG Telis Finanz Regensburg) zudem 2:14:20.
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Mary Keitany meldete sich mit einem New-York-Sieg zurück.

Frauen: Nach Stagnation Hoffnung für das neue Jahr

Die Frauen kamen in der absoluten Spitze im Gegensatz zu den Männern im vergangenen Jahr nicht voran. Auf einem regelkonformen Kurs wurde 2014 keine Zeit unter 2:20 Stunden gelaufen. Lediglich auf der insgesamt abfallenden Punkt-zu-Punkt-Strecke von Boston gab es zwei Zeiten unter dieser Marathon-Barriere: Rita Jeptoo (Kenia) lief 2:18:57, Bezunesh Deba (Äthiopien) 2:19:59. Jeptoo löste jedoch nach ihrem Chicago-Sieg im Oktober mit einer positiven Probe einen Dopingskandal aus. 2013 war sie übrigens die einzige Läuferin weltweit, die unter 2:20 blieb. Im Jahr zuvor hatten diese Marke sogar sechs Athletinnen unterboten. Die regulär schnellste Zeit des Jahres 2014 lief Tirfi Tsegaye (Äthiopien) in Berlin mit 2:20:18.

Nur in London gab es neben Berlin noch Zeiten von unter 2:21 Stunden auf einer rekord-konformen Strecke. Hier gewann Edna Kiplagat in 2:20:21 drei Sekunden vor ihrer kenianischen Landsfrau, der nicht mit ihr verwandten Florence Kiplagat. Ein viel versprechendes Debüt lief an der Themse die 10.000-m-Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba. Die Äthiopierin belegte Rang drei mit 2:20:35. Dibaba wird aber aufgrund einer Babypause in diesem Jahr kaum noch einen Marathon laufen können.

Das Jahr 2015 hat allerdings viel versprechend begonnen für die Frauen: Mit 2:19:52 Stunden gewann die Äthiopierin Mare Dibaba den Xiamen-Marathon in China am vergangenen Sonntag. In Dubai könnten die nächsten Topleistungen folgen. Und auch die Rückkehr von Mary Keitany (Kenia), die nach einer Schwangerschaftspause ihr Marathon-Comeback in New York im November gewann, könnte 2015 für eine Verbesserung des Niveaus in der absoluten Spitze sorgen. Doch an den Marathon-Weltrekord von Paula Radcliffe (Großbritannien), die vor zwölf Jahren in London 2:15:25 erreichte, wird so schnell keine Läuferin herankommen. Mit ihrem Halbmarathon-Weltrekord von 65:12 Minuten in Barcelona deutete Florence Kiplagat (Kenia) großes Potenzial an, doch noch konnte die 27-Jährige dieses nicht ganz auf die Marathondistanz übertragen. Vielleicht gelingt ihr dies 2015.

Was die besten Ergebnisse im Frauen-Marathon angeht, ist bemerkenswert, dass sich der Berlin-Marathon hier mehr nach vorne schiebt. In der Liste der schnellsten Rennen der Welt, in der der Durchschnitt der besten zehn je bei einem Rennen gelaufenen Zeiten zugrunde gelegt wird, ist das Rennen jetzt schon die Nummer zwei hinter London.

Für Deutschlands Läuferinnen rettete Anna Hahner (Run2Sky/Gengenbach) die Bilanz. Ihr Sieg beim Wien-Marathon und die Bestzeit beim Berlin-Marathon mit 2:26:44 waren Highlights, die ein ansonsten schwaches deutsches Jahr übertünchen konnten. Ohne Irina Mikitenko, die ihre Karriere beendet hat, und durch den Ausfall von Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg), die 2014 nur bei den Europameisterschaften im Marathon startete und dort verletzungsbedingt aufgab, blieb keine weitere deutsche Läuferin unter 2:30 Stunden.
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Autor: race-news-service.com 07.01.2015
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