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Olympische Spiele 2016 in Rio Sechs deutsche Marathonläufer bei Olympia

Mit Arne Gabius, Philipp Pflieger und Hendrik Pfeiffer erfüllen zum ersten Mal nach der Wende drei Männer die Olympia-Norm. Bei den Frauen ist noch nicht klar, wer den dritten Platz besetzt.

Hendrik Pfeiffer in Düsseldorf +
Foto: photorun.net

Hendrik Pfeiffer gehört zu jenen Läufern, die für den Aufschwung im deutschen Männer-Marathon stehen.

Deutschland wird mit großer Sicherheit zum ersten Mal nach der Wende mit drei Männern im olympischen Marathonrennen an den Start gehen. Nur zwei verletzungsbedingte Ausfälle könnten noch die Besetzung aller drei möglichen Plätze verhindern. Das steht kurz vor Ende des Qualifikationszeitraumes für die Spiele in Rio fest. Dieser endet für die Marathonläufer am kommenden Sonntag, wobei an diesem Wochenende keine bedeutenden Rennen stattfinden. Auch bei den Frauen werden durch den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) drei Läuferinnen für die Marathon-Nominierung vorgeschlagen, die dann durch den Deutschen Olympischen Sport-Bund (DOSB) erfolgt. Allerdings gibt es bei den Frauen noch eine Hängepartie bezüglich des dritten Startplatzes, so dass die spannende Qualifikationsphase der letzten Wochen in eine Art Verlängerung geht. Die Entscheidung fällt dabei außerhalb des Sportes: Erhält die Äthiopierin Fate Tola noch rechtzeitig die deutsche Staatsbürgerschaft, wird sie zur Nominierung vorgeschlagen. Ansonsten geht dieser Platz an Anna Hahner.

Olympia-Normen herabgesetzt

Für den deutschen Laufsport sind sechs Marathon-Starter in Rio ein enormer Erfolg, an den vor zwei Jahren noch nicht zu denken war. Möglich wurde dies nachdem der DLV - auch nach dem entsprechenden Einsatz der großen deutschen Marathon-Veranstalter für die Athleten - die Normen im Januar abgeschwächt hatte. Statt 2:12:15 reichten bei den Männern dann 2:14:00 Stunden, bei den Frauen wurde die Norm von 2:28:30 auf 2:30:30 herabgesetzt.

Klare Verhältnisse bei den Männern

Klar sind die Verhältnisse bei den Männern: Arne Gabius (LT Marathon Hamburg) war nach seinem deutschen Rekordlauf von 2:08:33 Stunden in Frankfurt als Deutscher Meister gesetzt. Er erbrachte beim Berliner Halbmarathon Anfang April mit einer Zeit von 62:45 Minuten den geforderten Leistungsnachweis. Dass er am vergangenen Sonntag beim London-Marathon ausstieg, spielt keine Rolle mehr - zufällig hatte er dabei die Halbmarathonmarke kurz vor der Aufgabe nach 66:30 Minuten erreicht, also genau in der Zeit, die als Leistungsnachweis gefordert wurde.

Philipp Pflieger (LG Regensburg) ist die Nummer zwei im deutschen Marathon-Team. Er lief im vergangenen Jahr in Berlin 2:12:50 Stunden und erbrachte beim Berliner Halbmarathon den Leistungsnachweis mit einem Resultat von 64:58. Dieser Nachweis gelang auch Julian Flügel (Asics Team Memmert), der in Berlin 65:29 erreichte, nachdem er im vergangenen Herbst beim Berlin-Marathon 2:13:57 gelaufen war. Gehandikapt durch eine Muskelverletzung, konnte sich Julian Flügel dann beim Hamburg-Marathon im April nicht mehr steigern (2:17:10). Mit einem famosen Debüt entriss ihm eine Woche später Hendrik Pfeiffer (TV Wattenscheid) noch das Rio-Ticket. Er lief in Düsseldorf 2:13:11 Stunden und ist damit zurzeit der schnellste Deutsche im Olympiajahr.

Julian Flügel als Ersatzläufer

Sollte einer der drei verletzungsbedingt ausfallen, könnte Julian Flügel doch noch in Rio starten. Denn die Bundestrainerin Katrin Dörre-Heinig erklärte dazu: „Ich will Julian als Ersatzläufer vorschlagen - auch wenn die Erfahrung nicht dafür spricht, dass er zum Einsatz kommen wird.“

Man muss weit zurückblättern in den Ergebnislisten des olympischen Männer-Marathons, um ein Rennen mit drei deutschen Startern zu finden: Als 1980 bei den Spielen in Moskau Waldemar Cierpinski seinen Olympiasieg wiederholte, waren noch zwei weitere Läufer im DDR-Trikot dabei - Hans-Joachim Truppel lief auf Platz elf, Jürgen Eberding belegte Rang 21.
Anja Scherl beim Hamburg-Marathon +
Foto: Norbert Wilhelmi

Anja Scherl löst beim Marathon Hamburg die Qualifikation zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio.

Anja Scherl und Lisa Hahner für Olympia gesetzt

Für die große Überraschung bei den Frauen sorgte im Marathon-Frühjahr Anja Scherl. Die Läuferin der LG Regensburg steigerte sich um über achteinhalb Minuten und wurde in Hamburg mit 2:27:50 Stunden zur schnellsten deutschen Frau im Olympia-Qualifikationszeitraum. Sie ist ebenso für Rio gesetzt wie Lisa Hahner (Run2Sky/Gengenbach), die als Deutsche Meisterin in Frankfurt im vergangenen Oktober 2:28:37 lief. Ihr schwächeres Rennen in Hannover im April, wo sie nicht über 2:34:56 hinauskam, hat keinen Einfluss auf die Nominierung. Den Halbmarathon-Leistungsnachweis hatte Lisa Hahner zuvor mit 1:14:28 Stunden beim Bienwald-Halbmarathon erbracht.

Anna Hahner zählte neben ihrer Zwillingsschwester vor wenigen Tagen zu jenen Athleten, die die deutsche Olympia-Kleidung präsentierten - ob dies ein gutes Omen ist, muss sich noch zeigen. Mit 2:30:19 Stunden war sie im vergangenen Herbst in Berlin knapp unter der später angepassten Norm gelaufen. In Hannover konnte sich die 26-Jährige jetzt nicht verbessern und lief 2:30:35. Immerhin erbrachte sie aber dabei den Halbmarathon-Leistungsnachweis mit einer Zwischenzeit von 1:13:48.

Wie schon vor vier Jahren durchlebt Anna Hahner jetzt eine Zeit der Ungewissheit. Damals hatte sie die Londoner Qualifikationszeit um 14 Sekunden verpasst und wurde schließlich nicht zur Nominierung vorgeschlagen. Ein erneutes Olympia-Aus aufgrund ungewöhnlicher Umstände wäre extrem bitter für die 26-Jährige.

Fate Tola oder Anna Hahner?

Entscheidend wird sein, ob die Äthiopierin Fate Tola rechtzeitig die deutsche Staatsbürgerschaft erhält. Am vergangenen Sonnabend hatte die Läuferin, die beim Berlin-Marathon im September 2:28:24 lief und dann im April beim Paderborner Osterlauf den Halbmarathon in 69:51 Minuten gewann, einen finalen Einbürgerungstest, bei dem es um politische und soziale Fragen ging. Der Test sei ihr nicht schwer gefallen, erklärte sie danach gegenüber ihrer Trainerin Irina Mikitenko. „Aber wir warten noch auf das Ergebnis“, sagte Mikitenko, deren Athletin beim Boston-Marathon vor kurzem einen guten achten Rang belegt hatte. Die Frage ist gegebenenfalls, wie schnell das Bundesamt für Migration die Papiere oder zumindest eine entsprechende Bestätigung bereitstellt.

Während der DLV theoretisch am 2. Mai die Nominierungsvorschläge für den DOSB bekannt geben kann, um damit den Marathonläufern eine möglichst lange Vorbereitungszeit auf Olympia zu geben, wird die definitive Nominierung des DOSB erst am 31. Mai erfolgen. Auch für Bundestrainerin Katrin Dörre-Heinig ist dies eine schwierige Situation. „Ich werde das mit Cheftrainer Idriss Gonschinska und Sportdirektor Thomas Kurschilgen besprechen“, sagte sie. Gut möglich, dass der DLV über den dritten Frauen-Startplatz erst in der zweiten Mai-Hälfte entscheidet.

Weitere Infos zu den deutschen Athleten und Terminen finden Sie im Olympia 2016 Zeitplan.

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Autor: race-news-service.com 28.04.2016
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