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Leserreporter Günter Schmidt Wer sich hier verläuft, verläuft sich auch beim Hallenmarathon

Der San José Marathon hat seine Tücken. Eine komplizierte Streckenführung gehört allerdings nicht dazu.

San José Marathon +
Foto: Günter Schmidt

Beim San José-Marathon geht es sehr lange geradeaus und auf der anderen Straßenseite wieder zurück.

Der Start erfolgt unmittelbar vor dem Stadion auf dem Boulevard Rohmoser. 3.500 Läufer sollen es sein, die über verschiedene Strecken – 4, 8, 10 Kilometer, Halbmarathon, Staffelmarathon und Marathon - an den Start gehen. Für einen Hauptstadtmarathon etwas wenig, wird da manch einer denken. Aber San Jose ist auch nicht so groß, mit gerade mal 340.000 Einwohnern. Und die Bedeutung der Veranstaltung zeigt sich auf andere Art: Die Sportministerin des Landes ist extra so früh aufgestanden, um uns ihre Grüße zu überbringen. Und dann wird auch noch die Nationalhymne gespielt.

Marathon der langen Geraden

Los geht´s! Ich bin hier schon zum zweiten Mal am Start, kenne die Strecke. Die ist sehr übersichtlich. Ich will es mal so ausdrücken: Wer sich hier verläuft, der verläuft sich auch in Senftenberg beim Hallenmarathon. San José, das ist der Marathon der langen Geraden. Wer es nicht mag, immer wieder den nächsten Kilometer vor sich im Blick zu haben, der ist hier falsch. Aber bitte nun nicht schlussfolgern, dass die Strecke bestzeitentauglich ist. Es ist kein Bergmarathon, aber die Strecke als flach zu bezeichnen wäre eine Lüge.
San José Marathon +
Foto: Günter Schmidt

Achtung Stolpergefahr! Die Verpflegungsstelle lag am Kopfsteinpflaster, dafür gab es (anfangs) noch ganze Bananen.

Schon am Start hat man sie gesehen, die Ampel, an der wir den ersten Kilometer hinter uns gebracht haben. Hier biegen wir nach rechts ab, bleiben noch etwa zweihundert Meter am Park, bevor es links in Richtung Zentrum geht. Für uns. Für die Läufer, die auf der 4, 8 bzw. 10-Kilometer-Strecke unterwegs sind, geht es gerade aus.

Ein einziger Verpflegungspunkt und auch sonst nicht viel zu sehen

Ein kurzer Anstieg der sechsspurigen Straße, des Paseo Colon, dann geht es - endlich – bergab. Wieder schweift mein Blick nach vorn, ganz klein sehe ich etwas blinken, dass dürfte das Führungsfahrzeug sein. Hier reicht der Blick weit über einen Kilometer in die Stadt, bis zum Städtischen Krankenhaus, so etwa Kilometer drei dürfte das sein. Davor ein etwas größerer Anstieg. Schwenk nach rechts, 50 Meter, Schwenk nach links. Vor uns liegt die nächste Gerade, noch einige hundert Meter steigt die Strecke an, dann geht es bergab fast bis zu Kilometer 5. Und: Wir sind im Zentrum! Hielten sich die Sehenswürdigkeiten bisher in Grenzen – auch im Zentrum besteht nicht die Gefahr, dass man vor lauter Sehenswürdigkeiten das Laufen vergisst. Die Kirche „La Merced“, die Kathedrale, einige Plätze bzw. Parks. Viel mehr ist da nicht, bevor man bei Kilometer 5 den Wendepunkt erreicht. Und den einzigen Verpflegungspunkt der Strecke. Getränkestellen haben wir auf dem kurzen Stück bereits vier passiert. Kleine Wassertütchen werden gereicht – das geht in Ordnung.

Zettel und Stift rücken an

Am Verpflegungspunkt gibt es zudem Iso-Tütchen – und Bananen. Nicht so kleine, mickrige Stückchen wie in Deutschland. Costa Rica ist einer der größten Bananenproduzenten der Welt, da gibt es ganze Bananen. Ich will aber keine, ich habe mir Salzkekse eingepackt. Und genau darauf habe ich jetzt Appetit. Hier befindet sich auch ein Kontrollpunkt. Nicht per Zeitnahme, per Zettel und Stift werden die Läufer erfasst. Also durch notieren der Startnummer. Was bei mir etwas schwer fällt... Und nicht nur meine fehlt, die in Costa Rica vorherrschende Sicherheitsnadelarmut führt dazu, dass ich nicht der einzige bin, der seine Startnummer zurufen muss. Auf der gleichen Strecke geht es zurück bis zum Park von Sabana. Gut, etwas Abwechslung gibt es, wir laufen auf der anderen Straßenseite.
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Autor: Günter Schmidt 15.12.2015
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