
Bei anderthalb bis zwei Liter täglich liegt die empfohlene Flüssigkeitsmenge.
Der Wasserhaushalt des Körpers spielt eine wichtige Rolle für den Allgemeinzustand des Menschen. Die weit verbreitete Auffassung, die meisten würden zu wenig trinken, entbehrt jedoch jeder Grundlage.
Funktion des Wassers im Körper
Wasser sorgt für die Ernährung der Zellen, ist ein Transportmittel für die Nahrung, leitet Abfallstoffe ab, reguliert die Körpertemperatur, polstert die Gelenke und versorgt sie mit Feuchtigkeit, hält die Blutmenge aufrecht und sorgt für einen gleichmäßigen Blutdruck. Unzureichende Flüssigkeitsaufnahme kann einigen Studien zufolge zu Nierensteinen, einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von Infekten der Harnwege sowie zu Blasen- und Darmkrebs führen.
Angemessene Wasserzufuhr
Die übereinstimmende Expertenmeinung lautet: Eine angemessene Wasserzufuhr ist ein wesentlicher Faktor für optimale Körperfunktionen. Doch was heißt „angemessen“? Wie viel Wasser braucht der Mensch täglich?
Der Zwei-Liter-Mythos
Einer Umfrage in den USA zufolge gehen die meisten davon aus, dass sie täglich rund zwei Liter Wasser trinken sollten. Diese Weisheit stammt aus Artikeln in Magazinen, unter anderem aus Sport- und Laufzeitschriften. Dabei gibt es keine wissenschaftlich fundierten Belege, die diese Theorie stützen.
Professor Heinz Valtin, ein amerikanischer Nierenspezialist, hat nach den Ursprüngen der 2-Liter-Empfehlung gesucht und in der Fachzeitschrift „Journal of the American Physiological Society“ einen Artikel veröffentlicht, der auch international Beachtung fand. Valtin: „Die Empfehlung, über den Tag verteilt acht Viertelliter-Gläser Wasser zu trinken, entbehrt einer wissenschaftlichen Grundlage. Die meisten Menschen trinken ausreichend, nehmen vermutlich sogar mehr als genug Flüssigkeit zu sich.“ (Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit täglich, RW.)
Einschränkend sei erwähnt, dass Professor Valtin für die Studie die Trinkgewohnheiten von durchschnittlichen, nicht Sport treibenden Amerikanern untersucht hat. Läufer schwitzen natürlich mehr als Nichtsportler und haben deshalb einen größeren Flüssigkeitsbedarf. Auch unter Läufern gibt es dabei große Unterschiede. Körpergewicht, Lufttemperatur und Lauftempo sind wichtige Faktoren für den Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen.
Wasserschwemme
Eine in den Vereinigten Staaten von der Internationalen Vereinigung der Trinkwasserabfüller (IBWA) im Jahr 2000 in Auftrag gegebene Studie mit mehr als 2800 Teilnehmern ergab, dass erwachsene Amerikaner durchschnittlich mehr als 17 Viertelliter-Portionen Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen. Sechs Glas davon sind der Studie zufolge jedoch alkoholische und koffeinhaltige Getränke (die als Diuretika gelten und die Harnbildung erhöhen) und werden deshalb von der Gesamtmenge abgezogen.













