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Lieblingslaufstrecke von Martin Grüning Ameland

Es gibt die deutschen Nordseeinseln und die holländischen Nordseeinseln. Letztere sind weniger kultiviert, und deshalb ist das Naturerlebnis dort unmittelbarer – besonders auf Ameland.

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Foto: Privat

Die Brücke hält nicht überall, doch das Gewässer darunter ist nur wenige Zentimeter tief.

Man kann sich in Menschen verlieben, aber auch in Orte, was mitunter nicht weniger schicksalhaft ist. Auf der westfriesischen Nordseeinsel Ameland gibt es für mich einen solchen Ort, den „Spijkerpad“, eine nur wenige Hundert Meter lange Verbindung zwischen ­einem Muschelweg und dem Strand. Hört sich nicht spektakulär an, für mich sind dies aber tatsächlich „die schönsten Laufmeter der Welt“: Erst das kurze Stück knarzenden Muschelkalks, dann der federnde Grasboden, die Holzbrücke mit ihren morschen Planken, der tiefe Sand und schließlich der Blick aufs Meer. Einzigartig!

Nun überhöht man natürlich gern solche Eindrücke, aber darf das nicht auch so sein? Einfach mal den Gefühlen beim Laufen freien Lauf lassen. Hach! Seit 50 Jahren fahre ich im Sommer­urlaub auf diese Insel. Früher, als Kind, erreichte ich den Pfad maximal mit dem Fahrrad, doch dann erlief ich ihn mir und er wurde zu einem mystischen Ort. Muss ich mich beim Laufen motivieren, so denke ich an Ameland, den federnden Grasboden, die Holzbrücke mit ihren morschen Planken, den tiefen Sand und schließlich den Blick aufs Meer ...

Die markantesten Punkte der Laufstrecke

  1. Start und Ziel-punkt ist das Wäldchen direkt am Strandaufgang in Nes, dem Hauptort Amelands, nur zwei ­Kilometer vom Fähranleger entfernt. Von dort geht es ­kilometerweit über einen leicht welligen Muschelweg durch die klassische ­Dünenlandschaft der holländischen Nordseeinseln.
  2. Ein kurzer Ab­stecher zur „Hoge Duin“, dem höchsten Punkt der Insel, lohnt sich. Von dort aus kann man den Blick vom Wattenmeer bis zur Nordsee streifen lassen.
  3. Der „Spijkerpad“ ist die Ver­bindung zum Nordseestrand und zugleich mystisch überhöhter Lieblingsort eines laufenden Chef­redakteurs.
  4. Der Strand ist ­äußerst flach und in diesem Bereich der Insel kaum besucht. Einsam fliegt man dort (Ostwind vorausgesetzt) am Wellenkamm entlang – nur das Kreischen der Möwen im Ohr.
03.01.2016
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