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Mehrfacher Sieger von Boston und New York Bill Rodgers

Viele bezeichnen Bill Rodgers als den weltbesten Straßenläufer aller Zeiten.

Zur Person:
Geboren am 23. Dezember 1947 in Hartford, Connecticut (USA)

Rodgers gewann innerhalb von fünf Jahren (1975 bis 1980) je viermal den traditionsträchtigen Boston-Marathon sowie den New-York-Marathon und war einer der Protagonisten des beginnenden Laufbooms in den USA und somit auch weltweit. In besonderer Erinnerung bleibt sein erster Sieg in Boston 1975 mit US-Rekord (2:09:55 Stunden), wo er sich unterwegs die Zeit nahm, seine Schnürsenkel neu zu binden. Unvergessen auch sein erster Sieg beim New-York-Marathon 1976. Der Marathon führte erstmals mitten durch die Stadt bzw. durch alle fünf New Yorker Stadtteile (und nicht mehr nur durch den Central Park), und Rodgers nahm seinem Landsmann Frank Shorter, dem Marathon-Olympiasieger von München 1972, drei Minuten ab (2:10:10).

Rodgers hatte allerdings wenige Monate zuvor bei den Olympischen Spielen in Montreal, wo Shorter Zweiter hinter Cierpinski war, nur einen enttäuschenden 40. Platz belegt. In den achtziger Jahren ließen seine Erfolge nach, was seinem Ansehen überhaupt nicht schadete. Als er 1987 als 40-jähriger begann, Altersklassenrekorde zu sammeln, wurde er zu einem der Vorreiter für die Anerkennung der mittlerweile hoch geschätzten »Masters«-Klasse. Rodgers startet weiterhin regelmäßig bei Straßenläufen und ist in der Laufszene als Gastredner bei Veranstaltungen und Seminaren sehr beliebt.

Rodgers gewann seine ersten Erkenntnisse über Trainingsumfänge und -intensitäten, wie alle US-Läufer, zunächst an der High School. Sein damaliger Coach Frank O’Rourke war bekannt für ein sehr ausdauerorientiertes Lauftraining. Das hieß, es standen kaum intensive Intervalleinheiten auf dem Programm, dafür aber fast jedes zweite Wochenende ein Wettkampf. Es wurde täglich in einem gleichmäßigen Tempo zwischen 60 und 90 Minuten gelaufen, allerdings auf anspruchsvollen Laufstrecken mit wechselnden Bodenbedingungen. Das prägte Rodgers für seine weitere Laufkarriere. Selten stand bei ihm auch in seinen erfolgreichsten Zeiten echtes Intervalltraining auf dem Programm. Rodgers liebte die scharfen Dauerläufe an der aerob-anaeroben Schwelle, die oft bis in den Bereich des Marathon-Renntempos (3:10 min/km) reichten. Ab und zu baute er in seine Dauerläufe Abstecher auf die Bahn ein, wo er dann zum Beispiel in einen 25-km-Lauf drei schnelle Meilen (in 4:40 min) einstreute.

Bill Rodgers: Trainingswoche in der Vorbereitung auf den Boston-Marathon 1978 (Sieger in 2:10:13 Stunden).
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Autor: Martin Grüning 01.04.2006
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