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Selbstmassage im Praxis-Check Blackroll im Doppeltest

Die RUNNER'S-WORLD-Redakteure Claus Dahms und Daniel Eilers haben die Blackroll unabhängig voneinander getestet - und anschließend ihre Erfahrungen ausgetauscht.

Blackroll im Doppeltest +
Foto: RW

Zwei Tester, ein Testobjekt: Die beiden RUNNER'S-WORLD-Redakteure Claus Dahms und Daniel Eilers testeten das Training mit der Blackroll.

Claus: Zugegeben, nachdem die Blackroll in der Redaktion eingetroffen war und der Entschluss, dieses Tool zu testen, gefallen war, brauchte ich noch einige Tage, bis ich den Entschluss umsetzte und mich an die ersten Übungen machte. Und als ich dann im heimischen Wohnzimmer auf dem Boden lag und nun irgendwie diese Rolle zwischen mich und den Boden oder zwischen mich und die Wand bringen musste, kam ich mir ein wenig lächerlich vor.

Daniel: Ging mir ähnlich, Claus. Aber meine Berührungsängste waren wesentlich geringer, weil ich die Blackroll vor unserem Test zumindest mal in der Hand hatte – nämlich, um sie wegzuräumen, weil meine Freundin sie in Gebrauch hatte. Sie schwört auf die Blackroll – also höchste Zeit, die Kunfstoffrolle mal selbst auszuprobieren.

Claus: Schon bald wich die erste Skepsis. Dieses federleichte Kunststoffteil erwies sich tatsächlich nicht als Spielerei, sondern ich spürte sofort und ganz direkt meine Muskeln. Sogar recht deutlich. Und es strengt an, ist tatsächlich eine sportliche Betätigung. Kleiner Nebeneffekt: Kaum war ich mit den Übungen fertig, war die schwarze Rolle schon wieder in Aktion – auch meine Freundin hatte ich direkt zum Nachahmen aktiviert.

Daniel: Mein erstes Blackroll-Erlebnis war ziemlich ernüchternd. Schon wochenlang plagte ich mich mit Knieschmerzen herum und hatte gehofft, durchs Rollen meine Blockaden zu lösen. Aber die Wunderheilung blieb aus. Stattdessen fühlte sich das Rollen ziemlich unkoordiniert an, außerdem war ich mir unsicher, wie feste ich nun rollen sollte. Also rollte ich erstmal verhalten, damit der Muskelschmerz erträglich blieb.

Claus: Bei der ersten Übungseinheit blieb alles spielerisch, beim zweiten Mal wollte ich die korrekte Ausführung erlernen. Nachdem ich am Vortag hart trainiert hatte, schmerzte das Rollen an den Beinen richtig.
RUNNER'S-WORLD-Redakteur Claus Dahms beim Blackroll-Training +
Foto: RW

Statt durch den Volkspark zu laufen, trainiert RUNNER'S-WORLD-Redakteur Claus Dahms mit der Blackroll im Keller der Redaktionsräume.

Daniel: Ging mir ähnlich beim ersten Rollen: Ich probierte mich aus – gänzlich ohne Anleitung. Beim zweiten Mal allerdings orientierte ich mich an diesen ganz konkreten Übungen: Training mit der Blackroll. Mir fiel das Rollen der Beinmuskeln (Oberschenkel und Waden) wesentlich leichter als Rücken- oder Nackenübungen. Ich machte zweimal pro Woche ein Rollenprogramm, stets an Lauftagen, drei Wochen lang. Wie oft hast du pro Woche gerollt?


Claus: Dreimal pro Woche habe ich gerollt. Aber das Unangenehme dabei war: Jedes Mal musste ich mich erneut überwinden, mich auf oder an diese Rolle zu bewegen. Beim Laufen kenne ich ein solches Motivationsproblem überhaupt nicht. Dabei habe zwei völlig unterschiedliche Ergebnisse verspürt: Bei den im Stehen ausgeführten Rücken/Schulter/Nacken-Übungen spürte ich gar nichts. Bei den Übungen für die Beine schmerzten die Muskeln nach harten Trainingsbelastungen, aber auch ohne Vorbelastung. Dieser als schmerzhaft empfundene Druck legte sich auch nach etlichen Blackroll-Übungseinheiten nicht.

Daniel: Bei mir legte sich der Schmerz auch nicht. Allerdings fühlten sich meine Beine nach dem Rollen immer sehr „weich“ an, ein bisschen so, wie nach einer Massage. Einen direkten Effekt aufs Training am nächsten Tag habe ich nicht wahrgenommen.
RUNNER'S-WORLD-Redakteur Daniel Eilers beim Blackroll-Training +
Foto: RW

Rollenspiele im Keller: RUNNER'S-WORLD-Redakteur Daniel Eilers beim Faszien-Training.

Claus: Die Übung für den oberen Rücken (11/12) gefällt mir beispielsweise sehr gut. Aber woher weiß ich, dass das für meine Muskeln gut ist und nicht genau das Gegenteil, also eine Verspannung bewirkt? Wenn ich gezielt stretche, spüre ich die Wirkung direkt im betroffenen Muskel und kann die Belastung regulieren. Wenn ich mit der Blackroll agiere, spüre ich entweder nichts oder Schmerzen. Das stellt mich nicht zufrieden, ich frage mich: Ob’s was bringt? Als Alternative für eine Stretching-Einheit werde ich die Blackroll nicht nutzen.

Daniel: Meine Lieblingsübungen ist die für den vorderen Oberschenkel. Das hängt sicherlich damit zusammen, dass wir Läufer diesen Muskel oft vernachlässigen und ich wahrscheinlich hier das größte Rollbedürfnis habe: der Schmerz war dort am größten, aber die Übungen für mich auch am leichtesten auszuführen. Mittlerweile ist ja unsere Testphase vorbei – Hand aufs Herz: Rollst du noch?

Claus: Ganz ehrlich: Ich habe die Rolle nicht ein einziges Mal wieder herausgeholt. Und ich werde sie wohl auch nicht mehr entstauben. Dagegen stehen Stretching-, Kraft- und Stabilitäts-Übungen für mich weiterhin auf dem Plan. Hier kann ich statt „ungenauem, ungezielten Drüberrollen“ zielgerichtet und mit Wahrnehmung der Reaktion meines Körpers vorgehen.

Daniel: Ich bin mir unsicher, ob die Blackroll tatsächlich was bringt. Meine Knieschmerzen habe ich jedenfalls immer noch, habe mir aber fest vorgenommen, gelegentlich weiter zu rollen, denn schaden kann’s ja nicht. Außerdem kombiniere ich die Blackroll-Übungen mit einem Stabi-Programm, das ich sonst so gerne vernachlässige.

Alle Infos zur Blackroll finden Sie hier.

Und nächstes Mal im Doppeltest: Der Trink- und Laufrucksack S-LAB ADV SKIN HYDRO 5 SET von Salomon.

Weitere Doppeltests:
Doppeltest Polar V800
Doppeltest Skechers GOrun 3
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Autor: Claus Dahms, Daniel Eilers 30.06.2015
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