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Das aktuelle Läuferportrait Günther Weidlinger

Österreichs Hindernis-Spezialist Günther Weidlinger lief beim Wien-Marathon 2009 als Neunter in 2:12:39 ein.

Laufeinstieg aus Spaß an der Freude
Günther Weidlinger begann mit dem regelmäßigen Laufen, als er zehn Jahre alt war. Nachdem er mit neun auf Anhieb die 600-Meter-Strecke der Schülerklasse beim Stadtlauf seiner Heimatstadt Braunau gewonnen hatte, machte ihm das Laufen so viel Spaß, dass er regelmäßig einmal pro Woche beim örtlichen „Langsam-Lauftreff“ teilnahm, jeweils eine Stunde lang. Das Erfolgserlebnis zahlreicher Siege bei verschiedenen Stadtläufen machte ihm das Laufen zunehmend schmackhaft. Als er dann mit 14 Staatsmeister im Cross bei den Schülern wurde, verlegte er den Fokus seiner sportlichen Aktivitäten endgültig von Tennis auf Laufen. Die Ergebnisse gaben ihm recht und motivier­ten ihn zusätzlich: In den Schüler-, Jugend- und Juniorenklassen gewann er in Österreich ausnahmslos alle Rennen, die er bestritt.

Trainiert wird Günther Weidlinger seit seiner Jugend von Vater Heinrich, der sich das Trainings-Know-how autodidaktisch aneignete. Dabei war ihm vor allem das Buch „Mittel- und Langstreckentraining“ von Peter Coe, Vater und Trainer der Mittelstrecken­legende Sebastian Coe, eine wichtige Quelle. Bis 1997 trainierte sein Sohn rund sechsmal pro Woche mit einem Umfang von 80 bis 90 Kilometern. Dabei lief er auch regelmäßig die 12 Kilometer von der Schule nach Hause.

Sein größter Erfolg: Platz 8 in Sydney
Schon früh in seiner Karriere feierte Weidlinger einen großen Erfolg, als er 1999 mit 19 Jahren Europameister der Junio­ren über 3.000 Meter Hindernis wurde und im selben Jahr bei den Weltmeisterschaften der Senio­ren über die gleiche Distanz Neunter. Ein Jahr später war er im Olympiafinale von Sydney Achter. 2004 stieg er auf die 5.000-Meter-Strecke um und dann 2007 erstmals ernsthaft auf die 10.000 Meter. Auf dieser Distanz wurde er bei der European Challenge in Ferrara Zweiter. Sein Ziel war auch da schon, eines Tages Marathon zu laufen – genauer: den Marathonlauf bei den Europameisterschaften 2010 sowie den Olympia-Marathon 2012 in London. Seine mittelfristige Planung sieht in 2009 noch einen Herbstmarathon vor, im Frühjahr 2010 einen weiteren Start in Wien und schließlich im selben Jahr den EM-Marathon in Barcelona. Der Marathon bei den Weltmeisterschaften im August dieses Jahres in Berlin hingegen erscheint ihm angesichts der zu erwartenden Hitze (Startzeit: 11 Uhr) wenig verlockend.

Text: Thomas Steffens
Bilder: Sylvesterlauf Peuerbach, Vienna City Marathon
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01.04.2009
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