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Laufen wie der Doppel-Olympiasieger

Waldemar Cierpinski gewann 1976 und 1980 die olympische Goldmedaille im Marathonlauf. Wir zeigen, wie sich sein Training von einst auf Freizeitläufer von heute übertragen lässt.

Interview Cierpinski +
Foto: Urs Weber

Doppel-Olympiasieger Waldemar Cierpinski gibt heute sein Wissen als Trainer weiter.

Waldemar Cierpinski wurde in einer Bauernfamilie unter ärmlichen Verhältnissen groß. Er erzählt gern von sich, er habe schon als Kind gelernt, „Eigenschaften zu entwickeln, die sich später auch im Leistungs­sport positiv auswirkten – wie Disziplin, Ausdauer und die Bereitschaft, Belastungen auf mich zu nehmen, ohne zu stöhnen“. Überliefert ist zum ­Beispiel ein sonntäglicher 55-Kilometer-Lauf des 15-jährigen Waldemar nur mit einem Stück Kuchen im Bauch, bei dem er einfach mal ausprobieren ­wollte, wie weit er wohl ohne Unterbrechung laufen könne. Gut, das wollen wir Ihnen nicht unbedingt zur Nachahmung empfehlen. Aber gemeinsam mit ­seinem Trainer Walter Schmidt hat Cierpinski Trainingsmethoden entwickelt, deren Inhalte sich problemlos auch auf Freizeitläufer übertragen lassen.

Nur wenige Wochen nach seinem ersten Olympiasieg 1976 in Montreal begann Cierpinski zusammen mit seinem Trainer Walter Schmidt an einem Plan für die Spiele 1980 zu arbeiten. Über mehr Tiefen als Höhen steuerte Cierpinski mit einer Rekordzahl an Laufkilometern das Jahr 1980 an. „Wir haben im Training viel ausprobiert. Nicht alles hat funktioniert“, sagt Cierpinski im Rückblick. Erst ein Sieg im April des Olympiajahrs in Karl-Marx-Stadt in 2:11:17 Stunden gab ihm die Sicherheit für die Qualifikation und das olympische Rennen. In Moskau entwickelte sich der Marathon dann auf den letzten sieben Kilo­metern zu einem spannenden Zweikampf zwischen dem niederländischen Europarekordler Gerard Nijboer und Waldemar Cierpinski, der einen Vorsprung von 17 Sekunden (2:11:03) ins Ziel rettete. „Nennen Sie Ihre Neuankömmlinge des heutigen Tages ruhig Waldemar. Waldemar ist da!“, rief TV-Reporter Heinz-Florian Oertel, als Waldemar Cierpinski ins Moskauer Olympiastadion einlief. „Am Schluss hat doch wieder alles gepasst“, sagt der Doppel-Olympiasieger rückblickend.
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01.08.2012
Autor: Martin Grüning
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