Leistungseinbruch beim Wettkampf
Für einen Leistungseinbruch beim Wettkampf können ganz unterschiedliche Faktoren verantwortlich sein. Nicht immer ist es der mangelnde Trainingszustand.
"Bei Wettkämpfen (10 km, Halbmarathon) breche ich immer nach 25 bis ca. 45 Minuten ein. Danach rappele ich mich auf und mache die Zeit wieder einigermaßen wett. Das Komische ist, dass mein Puls absolut gleich bleibt (Wettkampfpuls 180 bis 185, Maximalpuls 200). Ich laufe also auf ein und demselben Puls und verliere trotzdem Geschwindigkeit. "
Frau S. S., SchwetzingenKrisen im Wettkampf sind nichts Außergewöhnliches. Wenn sie jedoch zur Regel werden, sollte man den Ursachen auf den Grund gehen.
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Dr. med. Roger Hofmann antwortet:
Die von Ihnen beschriebene Problematik ist gar nicht so außergewöhnlich. Bei Maximalbelastung (Wettkampf) gibt es immer eine Vielzahl von Einflussfaktoren auf die Laufgeschwindigkeit (Strecke, Klima/Wind, Konkurrenz, Motivation, Leistungsniveau usw.). Grundsätzlich ist die Herzfrequenz zwar als ein zuverlässiger Parameter für die Belastungsintensität anzusehen, wie oben angesprochen ist damit aber nicht zwingend die Laufgeschwindigkeit gleichzusetzen. Auch ist aus dem reinen Pulswert kein absolut sicherer und unmittelbarer Rückschluss auf zum Beispiel die momentane muskuläre Belastung möglich.
Das heißt, dass sich Ihr Organismus (Muskulatur, Stoffwechsel) nach einer schnellen Startphase offensichtlich schon im individuellen Dauerleistungs- Grenzbereich bewegt, ohne dass das direkt aus der Herzfrequenz ersichtlich ist. Deshalb müssen Sie nach einigen Minuten das Tempo zwangsläufig reduzieren. Dabei bleibt der Puls dann weiterhin sehr hoch, da der Körper zum einen ja weiter intensiv belastet wird und zum anderen auch teilweise kompensiert (Abbau von Laktatüberschuss). Sobald Sie sich im Steady State bewegen, können Sie dann wieder etwas Fahrt aufnehmen. Üblicherweise ist das aber keine andere Geschwindigkeitsdimension.
Zur Überprüfung empfehle ich in Ihrem Falle tatsächlich eine zweiteilige Leistungsdiagnostik:
1. Stufentest bis zur Ausbelastung und
2. Steady-State-Dauerbelastungstest über mindestens 40 Minuten.
So lässt sich für das Phänomen ein Nachweis erbringen und vor allem anschließend das Training (hier erscheint mir nämlich Ihr Ausdaueranteil nicht ausreichend berücksichtigt) und die Wettkampfeinteilung optimieren. Vorab noch sollten Sie versuchen, beim nächsten Rennen die ersten Kilometer einmal ganz bewusst langsamer anzugehen und anschließend den Wettkampf wie bisher zu analysieren.
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