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Mentale Hilfe Positives Denken bei Lauf-Verletzungen

Positives Denken macht den Weg aus einer Verletzungsmisere für Läufer sehr viel leichter als Trübsal zu blasen. So geht's.

Kopf hoch bei Lauf-Verletzungen +

Wer trotz einer Verletzung positiv denkt, ist nachweislich schneller wieder fit. Also Kopf hoch!

Sie sind verletzt und deshalb am Boden zerstört? Ein schwacher Trost vorweg: Sie sind nicht allein. Es gibt kaum einen Menschen, der nicht schon mal verletzt oder krank war. Das tröstet Sie nicht? Verständlich, denn als Läufer trifft es Sie natürlich besonders hart: Sie dürfen nicht laufen, aber Sie brauchen doch die Bewegung zum Ausgleich, als Bestätigung, Befriedigung! Ohne diese stellt sich bei Ihnen kein Wohlgefühl ein.

Nur Mut, es kommen wieder bessere Zeiten! Stecken Sie den Kopf nicht in den Sand und versuchen Sie, optimistisch nach vorn zu schauen und positiv zu denken. Steigern Sie sich nicht in eine Spirale schlechter Gedanken und des Missmuts hinein, denn das verlängert nur die Krankheit oder Verletzung. Sie haben richtig gelesen: „Untersuchungen zeigen, dass Sportler, die verletzt und deshalb sehr niedergeschlagen sind, mehr Zeit brauchen, um wieder gesund zu werden, als solche, die die Verletzung gelassen er­tragen“, sagt Britt Brewer, Professorin am Springfield College im US-Bundesstaat Massachusetts.

Es gibt ein Leben neben dem Laufen
„Ohne das regelmäßige Lauftraining fühlen sich ambitionierte Läufer frustriert und leer. Ihnen fehlt etwas in Ihrem Leben“, sagt der US-Sportpsychologe Stephen Walker. „Aber sie müssen erkennen, dass sie mehr sind als nur Läufer, dass es ein Leben neben dem Laufen gibt und sich ihre Wertigkeit nicht nur über die Fähigkeit zu laufen definiert.“ Laut Walker machen es sich die meisten Sportler zu einfach, wenn Sie verletzt sind: „Sie geben sich ihrem eigenen Unglück hin, suhlen sich geradezu in Selbstmitleid und bemühen sich nicht, nach vorn zu schauen.“

Aber gerade darum geht’s: Versuchen Sie sich gewissenhaft mit der Verletzung auseinanderzusetzen. Besprechen und bedenken Sie alle Möglichkeiten, die die Genesung beschleunigen können. Versuchen Sie (gegebenenfalls mit dem behandelnden Arzt) verschiedene Szenarien des voraussichtlichen Krankheitsverlaufs und der Gesundung zu entwickeln: eins, das vom schlechtesten Fall ausgeht, aber auch eins, das vom besten Fall ausgeht. Wer nicht weiß, wie kurz oder lang eine Verletzung und die Genesung dauern werden, verrennt sich möglicherweise in Gedanken, die absolut überflüssig sind.

Lassen Sie sich nicht entmutigen, denken Sie positiv und setzen Sie sich Ziele, zu welchem Zeitpunkt in der Zukunft Sie wie weit im Regenerationsprozess sein können und wollen. Setzen Sie sich in der Zwangspause kleine Ziele der Genesung und freuen Sie sich über jeden Fortschritt. So drehen Sie das Negativerlebnis in viele kleine Positiverlebnisse um. Das hebt die Stimmung und erleichtert das Comeback nach der Verletzung.

Lauffreie Zeiten sinnvoll nutzen
Nutzen Sie in Verletzungsphasen die Zeit, die Sie sonst zum Laufen brauchen, um andere (liegengebliebene) Dinge zu erledigen. Das kann das Streichen des Wohnzimmers, das Ordnen der Briefmarkensammlung oder die Vervollständigung der Ahnengalerie sein. Es schafft Befriedigung, lange vor sich hergeschobene Dinge zu erledigen, vertreibt die Zeit (vorausgesetzt, dass Sie zu viel davon haben), es lenkt ab und schafft Luft für den Moment, wenn Sie wieder laufen können.

Manch einer kommt aber überhaupt nicht mit dem Gedanken zurecht, dass er durch die Verletzung ein „Ausgeschlossener“ ist: ausgeschlossen von seiner Lauf-Community, die weiterhin fröhlich jede Woche zusammen rennt. Doch wer hält Sie eigentlich davon ab, auch mit einer Verletzung zum Treffpunkt Ihrer Lauffreunde, Ihres Lauftreffs oder Vereins zu gehen? Sagen Sie dort „Hallo“ und lassen Sie sich von den Gesunden Mut zusprechen. Das fällt denen leicht, denn Sie sind schließlich gesund, und hilft Ihnen, wieder an sich zu glauben. Wetten, dass Ihre Verletzung nicht einmalig ist, andere auch schon damit Probleme hatten und jetzt wieder laufen?

Übernehmen Sie ruhig Initiativen, die mit dem Laufen zu tun haben, auch wenn Sie selbst wegen einer Verletzung nicht laufen können: Bieten Sie sich bei den Lauffreunden als Fahrradbegleitung an – vielleicht gibt es den ein oder anderen, der immer allein hinterhertraben muss und sich über Gesellschaft freut. Melden Sie sich bei einer Laufveranstaltung als Helfer an oder schalten Sie sich in die Organisation ein. Spielen Sie den Chauffeur, wenn die Laufgruppe zum Wettkampf fährt und feuern Sie diese vom Streckenrand an. Natürlich fällt es nicht leicht zuzusehen, wie die anderen rasen, aber es gibt Ihnen das befriedigende Gefühl, dass Sie weiterhin am Thema dran sind, wenn auch nicht mittendrin.

Ist ein Ende der Verletzung absehbar, macht es Spaß, neue Pläne zu formulieren, sich neue Ziele zu setzen. Vergessen Sie dabei aber nicht, realistisch zu bleiben und zu überdenken, wie Sie dafür sorgen können, dass Sie sich nicht erneut verletzen.
So verbessern Sie Ihre Einstellung
Sprechen Sie sich täglich Mut zu und verbannen Sie alle negativen Gedanken. Wenn Sie verletzt sind, kann Ihre Einstellung und Selbstansprache mit darüber entscheiden, wie schnell Sie wieder gesund werden. Versuchen Sie, negative Gedanken zu eliminieren beziehungsweise diese in positive Gedanken umzuwandeln. „Versuchen Sie vom reaktiven, ziellosen und eingeschränkten Selbstgespräch wegzukommen und öffnen Sie sich produktiven, zielgerichteten positiven Gedanken“, sagt der Sportpsychologe Stephen Walker. Immer positiv denken! Die folgenden Beispiele verdeutlichen den Unterschied:

Schlecht: Reaktive Selbstansprache
„Die Genesung wird ewig dauern. Ich werde wohl nie wieder beschwerdefrei laufen können.“

Gut: Produktive Selbstansprache
„Wenn ich mich jetzt ganz auf die Verletzungsbehandlung konzentriere, dann wird das die Genesung beschleunigen.“


Schlecht: Ziellose Selbstansprache
„Warum gerade ich? Was ist, wenn ich nie mehr laufen kann?“

Gut: Zielgerichtete Selbstansprache
„Aus dieser Verletzung möchte ich eine Lehre ziehen, wie ich demnächst mehr auf die Regeneration achten kann.“


Schlecht: Eingeschränkte Selbstansprache
„So schnell wie vor der Verletzung werde ich nie mehr laufen können.“

Gut: Positive Selbstansprache
„Wenn ich die Verletzungspause nutze, bisher vernachlässigte Muskelgruppen zu stärken, kann ich vielleicht nach der Laufpause noch schneller werden als je zuvor.“
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23.04.2012
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