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Herzfrequenz-Training Pulswerte richtig interpretieren

Die Herzfrequenz ist für Außeneinflüsse sehr sensibel. Nur wer die Rahmenbedingungen kennt, ist in der Lage, alle Messungen richtig zu interpretieren.

puls messen +
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Dank der Herzfrequenzkontrolle kann man bewusster zwischen verschiedenen Belastungen unterscheiden.
Foto: Runner's World

Durch die Möglichkeit der fortlaufenden Messung der Herzfrequenz hat sich die Art des Lauftrainings eigentlich nicht verändert. Die Messung der Herzfrequenz hat vor allem bewirkt, dass sich inzwischen mehr Läufer mit ihrem „Belastungsmaßstab“ auseinandersetzen und bewusster zwischen verschiedenen Trainingsformen unterscheiden lernen.
Auch wenn ein Lauftraining frei nach Lust und ohne Beobachtung weiterhin seine Berechtigung behält, kann durch Herzfrequenzmesssungen das Training wesentlich effektiver gestaltet werden.

Psyche
Nicht nur der Hund auf der Laufstrecke, auch sonstige Aufregung wie im Vorstartzustand bei Wettkämpfen erhöht die Herzfrequenz. Auch beim Laufen in der Nähe von Autoverkehr geht die Herzfrequenz ohne Erhöhung des Lauftempos nach oben, so daß man zu hohe Herzfrequenzen mißt. Im schlimmsten Fall regt man sich in einem solchen Fall über die ansteigende Herzfrequenz auf. Dies bewirkt unter Umständen, daß der Puls über längere Zeit gar nicht mehr absinkt. Übrigens reagiert die Herzfrequenz umso empfindlicher auf derartige Einflüsse, je langsamer das Lauftempo ist.

Witterung
Die Herzfrequenz wird durch nichts stärker beeinflusst als durch die Körpertemperatur. Dies bedeutet, dass bei einem langen Lauf bei heißem Wetter und bei schlechter Flüssigkeitsaufnahme die Herzfrequenz um 15-20 Schläge höher liegt als unter Normalbedingungen. Dagegen sind Regen und Kälte kaum in der Lage, die Körpertemperatur bei Belastung abzusenken und bleiben so ohne Einfluß. Starker Gegen- oder Rückenwind kann die Belastung eines Dauerlaufs stark beeinflussen. Durch die Messung der Herzfrequenz ist man in der Lage, unabhängig vom Lauftempo die Belastung dennoch konstant zu halten.

Krankheit
Nicht nur ein Flüssigkeitsdefizit führt zu einer Erhöhung der Körpertemperatur und der Herzfrequenz. Besonders Fieber (zum Beispiel bei Infektionskrankheiten) lässt die Herzfrequenz in die Höhe gehen. Auch ohne Fieber ist eine Herzfrequenzerhöhung in Ruhe oder bei Belastung erstes Alarmzeichen für eine beginnende Erkrankung. In solchen Fällen sollte eine Trainingsreduktion oder Trainingspause selbstverständlich sein. Auch in der Erholungszeit nach Infektionen kann die Messung der Herzfrequenz helfen, im Trainingswiederaufbau der Überlastung vorzubeugen, indem man die Belastung aus dem niedrigsten Herzfrequenzbereich heraus langsam steigert.

Geländebeschaffenheit
Bei übermäßigem Einsatz des Oberkörpers und veränderter Bewegungskoordination bei schwer zu laufendem Gelände kann ein Herzfrequenzanstieg auftreten, der nicht allein durch die gestiegene Belastungsintensität erklärbar ist und bei der Einschätzung der Herzfrequenz berücksichtigt werden muß. Bei starken Anstiegen auf der Laufstrecke zeigt die Herzfrequenz die deutlich höhere Herz-Kreislauf-Belastung an als beim Laufen in der Ebene.

Höhe
Ob beim abendlichen Jogging während des Bergurlaubes oder im gezielten Höhentraining: Bereits auf 2000 Meter Höhe nimmt wegen des geringeren Sauerstoffgehalts der Atemluft die maximal mögliche Sauerstoffaufnahme um ca. 15 Prozent ab. Dieser Rückgang wird zum Teil durch einen Anstieg der Herzfrequenz beim Laufen kompensiert. Insbesondere während der ersten Tage eines Höhenaufenthaltes findet man ein überdeutliches Ansprechen der Herzfrequenz auf diese Situation. Diese Erhöhung der Herzfrequenz sollte in jedem Fall bei der Trainingsgestaltung berücksichtigt werden, auch wenn hierdurch aus dem gewohnten Dauerlauf ein gemütlicher Spaziergang werden sollte.

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