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Ironman 70.3 Wiesbaden 2015 Stein und Pedersen werden Europameister

Bei der Ironman 70.3 Europameisterschaft in Wiesbaden fuhr Boris Stein allen davon. Camilla Pedersen holte sich den Titel bei den Frauen.

Boris Stein gewinnt den Titel +
Foto: Ingo Kutsche

Boris Stein gewinnt den EM-Titel nach einem mutigen Rennen.

Nur wenige Wochen nach den Langdistanz-Highlights in Frankfurt und Roth, fand in Deutschland das nächste hochkarätig besetzte Rennen statt. Wie auch letztes Jahr wurden beim Ironman 70.3 Wiesbaden am 9. August die Europameistertitel über die Halbdistanz vergeben. Die Starterliste versprach mit Namen wie Andreas Raelert, Maurice Clavel, Horst Reichel, Andreas Dreitz, Manuel Kueng, Ruedi Wild und Boris Stein, um nur einige zu nennen, ein spannendes Rennen.

Beim Ironman 70.3 Wiesbaden war Ingo Kutsche vor Ort. Seine Bilder vom Rennen finden Sie in der Bildergalerie ober- und unterhalb dieses Artikels.

Vom Start weg setzte sich der Schweizer Manuel Kueng an die Spitze des Feldes, die er durch eine Tempoerhöhung dezimierte und letztlich mit einer Zeit von 24:20 Minuten aus dem Waldsee Raunheim stürmte.

Beim Wechsel auf das Rad konnte nur der Vorjahresdritte Maurice Clavel aus Freiburg Anschluss halten. Hier konnte er, wie er es zuvor geplant hatte, seinem Spitznamen „Krawall“ gerecht werden und sich an die Spitze des Rennens setzen. Nach rund 30 Radkilometern holte Mitfavorit Andreas Raelert, der mit einem Rückstand von 49 Sekunden aus der Wasser stieg, die Führenden ein, während Clavel wegen einer abgesprungenen Kette den Anschluss verlor. Ab der Mitte des sehr anspruchsvollen Radkurses durch den Taunus hatte der spätere Sieger Boris Stein seinen fast dreiminütigen Rückstand wettgemacht und setzte gleich eine sehr mutige Attacke, sodass er die alleinige Führung übernehmen konnte. Auf den restlichen Kilometern konnte er so seinen Vorsprung vor dem Zweitplatzierten Andreas Raelert sukzessive auf komfortable 4:56 Minuten ausbauen.

Boris Stein gewinnt den Ironman 70.3 Wiesbaden auf dem Rad

Mit der überlegenen Radbestzeit von 2:15:51 Stunden – Andreas Dreitz war mit 2:22:23 Stunden Zweitschnellster – ging Boris Stein vor Andreas Raelert, Andreas Dreitz, Manuel Kueng und Ruedi Wild auf den abschließenden Halbmarathon. Als Siebenter und noch mit Kontakt zum Podium, stieg Maurice Clavel vom Rad, doch aufgrund einer fünfminütigen Zeitstrafe war für den amtierenden Vize-Europameister das Rennen mittlerweile gelaufen. Er wurde am Ende Elfter in 4:16:50 Stunden. An der Spitze lief Boris Stein ein gleichmäßiges und schnelles Rennen. Raelert und Wild ließen ihm aber auch nichts anderes übrig. Die beiden hatten mit 1:13:45 Stunden und 1:13:37 Stunden die schnellsten Laufzeiten. Nach gut der Hälfte der 21,1 Kilometer war Steins Vorsprung vor Raelert auf 3:18 Minuten geschrumpft. Doch das reichte ihm, um sich nach 4:03:08 Stunden ungefährdet und überglücklich den EM-Titel zu sichern. Platz zwei ging an Andreas Raelert (4:05:03 Stunden) vor dem Schweizer Ruedi Wild (4:06:53 Stunden), der das Podest komplettierte. Manuel Kueng und Andreas Dreitz kamen schließlich hinter dem Franzosen Antony Costes (4:07:30 Stunden) und dem US-Amerikaner Kevin Collington (4:09:50 Stunden) mit Zeiten von 4:11:36 Stunden und 4:12:29 Stunden auf den Plätzen sechs und sieben ins Ziel.

Camilla Pedersen und Anja Beranek setzen sich an die Spitze

Auch das Frauenrennen um die Europameisterschaft versprach ein spannendes und hochklassiges Rennen zu werden. Unter den Favoriten waren mit Anja Beranek, Natascha Schmitt und Kristin Moeller auch einige Deutsche. Doch die schnellste Frau in der Wechselzone war eine andere; die Schweizerin Celine Schaerer schwamm die 1,9 Kilometer mit 26:29 Minuten am schnellsten, kam allerdings später nicht über Platz zwölf hinaus. Unterdessen setzten sich die Dänin Camilla Pedersen und Anja Beranek an die Spitze, nachdem sie zuvor als Fünfte und Siebente aus dem Wasser stiegen. Mit Radzeiten von 2:40:31 Stunden (Pedersen) und 2:39:48 Stunden (Beranek) bauten die beiden dann ihre Führung vor ihrer stärksten Verfolgerin Natascha Schmitt auf rund fünf Minuten aus.

Die Entscheidung musste also beim Laufen fallen. Die ersten Kilometer konnte sich keine der beiden absetzen, bis Camilla Pedersen sich schließlich von Anja Beranek lösen konnte und letzten Endes komfortabel mit 4:36:04 Stunden vor Beranek (4:40:29 Stunden) gewann. Natascha Schmitt verlor den Podestplatz nach etwa elf Kilometern an die Belgierin Alexandra Tondeur (4:43:14 Stunden) und wurde mit 4:44:53 Stunden Viertplatzierte. Die mit großem Abstand schnellste Halbmarathon-Zeit lief allerdings Kristin Moeller mit 1:19:05 Stunden. Jedoch reichte ihr das nur, um sich noch auf den zehnten Platz zu schieben.

Nils Frommhold beim Ironman 70.3 Gdynia am Start

Roth-Sieger Nils Frommhold gewann zur gleichen Zeit die Premiere des Ironman 70.3 Gdynia in Polen. Mit der schnellsten Schwimm- und Radzeit und der zweitbesten Laufzeit lief er nach 3:54:07 Stunden als überlegener Sieger ins Ziel. Die Frauenkonkurrenz konnte mit Diana Riesler (4:23:01 Stunden), die über 15 Minuten Vorsprung auf Platz zwei hatte, ebenso eine Deutsche für sich entscheiden.
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Autor: Patrick Brucker 10.08.2015

Hier finden Sie weitere Informationen zum Ironman 70.3 Wiesbaden 2016.

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