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Pulsmessgerät Polar OH-1 im Dauertest Besser als ein Brustgurt?

In unserer Rubrik "Dauertest" wird Laufausrüstung von der Redaktion einem Stresstest unterzogen. Diesmal: der optische Herzfrequenzmesser OH-1 von Polar.

Herzfrequenzmesser OH-1 von Polar +
Foto: RUNNER'S WORLD

Der Polar OH-1 misst den Puls optisch und lässt sich nicht nur am Handgelenk, sondern auch an Unter- oder Oberarm tragen.

Der finnische Hersteller Polar hat quasi den Herzschlag erfunden. Na ja, jedenfalls haben die Finnen die Herzfrequenzmessung für Sportler so vorangebracht wie kein anderer Hersteller. Und das zeigt sich auch an einem kleinen, bislang wenig beachteten Accessoire, dem OH-1. Unspektakulär wie die Produktbezeichnung ist auch das Gerät: Es kann den Herzschlag messen und aufzeichnen. Es ist also eigenständig nutzbar, aber im Laufalltag wird es vor allem in Kombination mit einer per Bluetooth gekoppelten Uhr (oder einem Smartphone) interessant. Denn der OH-1 misst den Puls optisch: Er dient als optische Messeinheit, die etliche Pulsuhren mittlerweile an der Unterseite des Gehäuses integriert haben. Das reduzierte Bauteil sitzt in einem kleinen Plastikadapter, der mittels verstellbarem Stretchband am Arm getragen wird: Am Handgelenk, am Unterarm oder am Oberarm. Ich habe ihn schließlich meist am Oberarm getragen; ein eng anliegendes Shirt sichert den Sitz zusätzlich. Zu locker darf das Armband nämlich nicht sitzen, sonst verrutscht der OH-1 oder – das ist mir anfangs passiert – misst gar nicht oder nicht genau.
Polar-OH1 +
Foto: Hersteller

Die optische Messeinheit des Polar OH-1 ist an der Unterseite des Gehäuses integriert.

Erfahrungen mit dem Polar OH-1

Ansonsten misst er am Oberarm wesentlich genauer als die Uhr-Sensoren am Handgelenk – und reagiert wesentlich schneller auf Pulssprünge: Ich habe den OH-1 mit der V800 von Polar gekoppelt, und so war pulsgesteuertes Training möglich. Der Sensor lässt sich so schnell (und ähnlich fummelig) anlegen wie ein Pulsgurt, den er ersetzt: Das ist der Hauptvorteil des OH-1. Und er kann auch autark die Pulswerte während eines Laufs aufzeichnen. Nicht vergessen darf man das Laden per USB-Anschluss nach etwa drei Läufen, beziehungsweise habe ich versucht, nach drei Läufen an das Aufladen zu denken, also nach etwa vier Stunden Nutzung; den vierten Lauf misst der OH-1 dann bisweilen auch noch, aber im Uhrendisplay erscheint dann bereits die Warnung, dass der Akku des OH-1 schwach ist. Man muss halt in Kauf nehmen, dass der OH-1 ein weiteres Teil ist, um das man sich kümmern muss, sprich, wo der Akku geladen werden muss. Das wäre dann neben der GPS-Uhr, eventuell dem Handy das dritte Lauf-Utensil, das vorab bedacht werden will. Für die meisten Läufer wird es aber ausreichen, den OH-1 einmal pro Woche zu laden.
Optische Messeinheit Polar OH-1 +
Foto: Urs Weber

Der optische Messsensor sitzt in einem kleinen Plastikadapter.

Probleme mit dem Polar OH-1

Im Lauf von einer Testdauer von drei Monaten hatte ich einen Ausfall der Messungen: Ausgerechnet, als ich den OH-1 autark nutzen wollte, gab es offenbar eine Fehlbedienung – und der Sensor zeichnete die Einheit nicht auf. Dazu wird normalerweise der Bedienknopf zwei Mal kurz gedrückt. Aber bei mir funktionierte das nicht.

Bedenklich fand ich, dass sich in dem kleinen runden Plastikadapter, der den OH-1 am flexiblen Armband hält, im Bauteil regelmäßig Schwitzwasser bildet, je länger der Lauf umso mehr. Bislang habe ich dadurch zwar keine Funktionseinschränkung, aber vertrauenerweckend ist die Kombination von Feuchtigkeit und Elektronik nicht. Probleme hatte ich ansonsten im Umgang mit dem OH-1 wenige. Ein Ärgerliches war, dass der Sensor einmal sich nicht mehr mit meiner Polar-Uhr koppelte, obwohl ich vorher zahlreiche Läufe absolviert hatte: Die Uhr zeigte den Sensor sogar als gekoppelt an. Aber ich musste ihn erstmal entkoppeln und dann durch die Uhr neu suchen lassen. Dann ging es wieder. Aber auf die Idee muss man erstmal kommen und dann hat man wieder eine halbe Stunde rumgefummelt.

Mein Fazit zum Polar OH-1

Unter dem Strich halte ich den OH-1 aber für ein sehr praktisches Accessoire. Immerhin ersetzt er den Puls-Brustgurt – der ja von vielen Läufern nicht geschätzt wird, gerade von Läuferinnen, bei denen er in Konflikt mit dem Sport BH kommt. Da ist der OH-1 eine echte Alternative. Der OH-1 sitzt deutlich besser – und vor allem misst er zuverlässig den Puls.

Polar OH-1 – die Vor- und Nachteile im Überblick

Pulsmessung ohne Brustgurt

genauere, schnellere, zuverlässigere Messung als am Handgelenk

Kann mit verschiedenen Bluetooth-fähigen Geräten (Uhr, Smartphone) gekoppelt werden

Der Bedienknopf ist etwas schwer zugänglich

Der Akkustand ist schwer ermittelbar, Akku kann plötzlich versagen

Koppelung nicht immer fehlerfrei

Schwitzwasser im Adapter

Tester: Urs Weber
Testprodukt: Polar OH-1
Testdauer: 3 Monate
Kaufpreis: 80 Euro
Webseite: www.polar.com/de
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Autor: Urs Weber 25.01.2018
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