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Was stimmt denn nun?Die 10 größten Laufschuh-Mythen

Medien vermelden die Schädlichkeit des Laufschuhs. Was stimmt denn nun? Die Wahrheit zu den populärsten Laufschuh-Mythen.

1 / 10 | Freiheit für die Füße? Ja und Nein. Foto: Walter Fey
10 größte Laufschuh-Mythen Mythos Nummer 1: Laufschuhe verursachen Verletzungen
Medien vermelden die Schädlichkeit des Laufschuhs. Was stimmt denn nun? Die Wahrheit zu den populärsten Laufschuh-Mythen.

Mythos Nummer 1: Laufschuhe verursachen Verletzungen

Der Mythos
Laufschuhe verursachen Verletzungen: Die Belastungen für die Gelenke sind größer als beim Barfußlaufen.

Die Wahrheit
Diese von vielen Tages- und Wochenzeitungen verbreitete Meldung hat jüngst sicher für die größte Verunsicherung gesorgt. Eine Studie der renommierten Virginia State University (USA) war zu dem Ergebnis gekommen, dass die Belastungen für Knie und Hüfte beim Laufen sich durch Laufschuhe sogar vergrößern. Laufschuhexperten schütteln da nur den Kopf. Erfahrene Läufer, die zahlreiche Kilometer in Laufschuhen gelaufen sind, kämen wohl auch kaum auf die Idee, von nun an auf Schuhe zu verzichten und barfuß zu laufen, um ihre Gelenke zu schonen.

Der britische Laufschuhspezialist und Biomechaniker Simon Barthold sieht die Studie ebenfalls skeptisch: Die Untersuchungsmethoden seien veraltet und unpräzise und die der Studie zugrunde liegenden biomechanischen Werte über 20 Jahre alt. Zwei seiner Kritikpunkte: Das Team der Universität von Virginia ließ die Testpersonen auf dem Laufband laufen. Wissenschaftler wie Barthold oder die der Sporthochschule Köln lassen Probanden hingegen auf normalem Untergrund laufen. Dabei gemachte Filmaufnahmen liefern ein praxisnäheres Bild des Bewegungsablaufs. (So arbeiten übrigens auch die großen Laufschuhhersteller von Asics bis Adidas.)

Zweitens: Die 68 Testpersonen der US-Studie erhielten für die Vergleichsmessungen alle das gleiche Laufschuhmodell. Es war somit ein realitätsferner Modellversuch, denn 68 Läufer würden sonst niemals mit dem gleichen Laufschuh laufen. Normale Freizeitläufer sollten sich also nicht irritieren lassen. Laufschuhe haben genau dieselbe Funktion wie normale Straßenschuhe: Der Fuß wird geschützt – gegen Kälte und Nässe sowie gegen Härte und Unregelmäßigkeiten des Laufuntergrunds. Barfuß wäre der Läuferfuß in jedem Fall deutlich verletzungsgefährdeter.

2 / 10 | Der Lightweight-Trainer Nike Lunar Elite geht auch mit geringer Dämpfung als Laufschuh durch. Foto:
10 größte Laufschuh-Mythen Mythos Nummer 2: Besser wenig Dämpfung
Medien vermelden die Schädlichkeit des Laufschuhs. Was stimmt denn nun? Die Wahrheit zu den populärsten Laufschuh-Mythen.

Mythos Nummer 2: Besser wenig Dämpfung

Der Mythos
Laufschuhe sollten nur wenig dämpfen. Die weiche Mittelsohle schadet dem Bewegungsapparat mehr, als dass sie ihn unterstützt.

Die Wahrheit
Die Dämpfung ist das Hauptmerkmal eines Laufschuhs. Wenn der Mensch heute noch in einer natürlichen Umgebung lebte, in der er sich täglich ohne Schuhe (laufend) bewegen würde, bräuchte er keine gedämpften Laufschuhe. Aber wir leben in der modernen Welt. Da ist der Untergrund hart und unnachgiebig. – Und hier können wir nur mit gedämpften Laufschuhen laufen.

3 / 10 | Im Neutralschuh Neutralschuhe Glycerin 8 von Brooks steckt eine ganz ausgefeilte Dämpfung. Foto: Walter Fey
10 größte Laufschuh-Mythen Mythos Nummer 3: Besser viel Dämpfung
Medien vermelden die Schädlichkeit des Laufschuhs. Was stimmt denn nun? Die Wahrheit zu den populärsten Laufschuh-Mythen.

Mythos Nummer 3: Besser viel Dämpfung

Der Mythos
Je mehr Dämpfung, desto besser: Je weicher der Schuh, desto mehr Aufprallkräfte werden absorbiert – und meine Gelenke geschont.

Die Wahrheit
Ein weicher Laufschuh fühlt sich bei der Anprobe zunächst immer angenehmer an. Aber „weich“ ist nicht gleichbedeutend mit „gut“. Dazu ein Vergleich: Ein tonnenschwerer Kieslaster hat ein ganz anderes Fahrwerk und eine ganz andere Dämpfung als ein Kleinwagen. Und ein Rennwagen ist anders gedämpft als ein Familienvan. – Die Dämpfung eines Laufschuhs muss immer an den Läufer und den Einsatzzweck angepasst sein.

4 / 10 | Der Stabilschuh Asics Gel-1150 stützt den Fuß. Foto: Walter Fey
10 größte Laufschuh-Mythen Mythos Nummer 4: Je stabiler, desto besser
Medien vermelden die Schädlichkeit des Laufschuhs. Was stimmt denn nun? Die Wahrheit zu den populärsten Laufschuh-Mythen.

Mythos Nummer 4: Je stabiler, desto besser

Der Mythos
Je stabiler der Laufschuh, desto besser, denn je mehr Halt der Schuh meinem Fuß gibt, desto besser ist der Fuß gestützt.

Die Wahrheit
Lesen Sie dazu auch die vorangegangene Antwort: Unser Bewegungsapparat ist für das Laufen ohne Schuhe konzipiert. Wir tragen aber (Lauf-)Schuhe, weil wir uns auf hartem Untergrund sonst nicht so gut fortbewegen könnten. Je stabiler der Schuh, desto stärker beeinflusst er den Abrollvorgang und desto unnatürlicher wird der Laufstil. Stabilitätselemente sind nur dann sinnvoll, wenn sie benötigt werden, damit der Abrollvorgang beim Laufen auf gesunde Weise abläuft. Der stabile Schuh unterstützt dann die Muskulatur. Aber: Ein zu stabiler Schuh kann sogar Verletzungen provozieren. Falsches Schuhwerk ist vermutlich sehr oft die (unerkannte) Ursache für Verletzungen aller Art.

5 / 10 | Der Asics GT-2150 ist der weltweit meistverkaufte Stabilschuh. Foto: Walter Fey
10 größte Laufschuh-Mythen Mythos Nummer 5: Stabilschuhe für schwere Läufer
Medien vermelden die Schädlichkeit des Laufschuhs. Was stimmt denn nun? Die Wahrheit zu den populärsten Laufschuh-Mythen.

Mythos Nummer 5: Stabilschuhe für schwere Läufer

Der Mythos
Schwere Läufer brauchen immer einen möglichst stabilen Schuh.

Die Wahrheit
Nein, allein das Abrollverhalten des Fußes entscheidet darüber, wie viel Stabilität ein Schuh bieten soll. Ein schwerer Läufer mit über 80 Kilo Körpergewicht kann auch mit einem entsprechenden Lightweight-Trainer oder Normalschuh gut laufen.

6 / 10 | Reebok zählt zu den Herstellern, die sehr früh spezielle Konzepte für Damenlaufschuhe entwickelt haben Foto: Walter Fey
10 größte Laufschuh-Mythen Mythos Nummer 6: Nur eine andere Farbe
Medien vermelden die Schädlichkeit des Laufschuhs. Was stimmt denn nun? Die Wahrheit zu den populärsten Laufschuh-Mythen.

Mythos Nummer 6: Nur eine andere Farbe

Der Mythos
Frauen-Laufschuhe unterscheiden sich nur durch das Design von Laufschuhen für Männer.

Die Wahrheit
Leider ist das zum Teil immer noch der Fall. Qualitativ hochwertige Damenmodelle unterscheiden sich hingegen sehr deutlich von dem entsprechenden Männer-Laufschuhmodell. Die wichtigsten Unterschiede betreffen Passform, Proportionen, Dämpfung, Konstruktion und Flexibilität der Mittelsohle sowie das Gewicht. Wichtig: Frauen haben nicht nur kleinere, sondern auch „schlankere“ Füße als Männer: Bei gleicher Größe (Länge) hat der Frauenfuß im Schnitt ein um 30 Prozent geringeres Volumen. Dies ist bei vernünftigen Damenmodellen berücksichtigt.

7 / 10 | Das Puma-Model Complete Vectana wird als spezieller Laufschuh für Frauen und für Männer angeboten. Foto: Walter Fey
10 größte Laufschuh-Mythen Mythos Nummer 7: Auch mit Männerschuhen
Medien vermelden die Schädlichkeit des Laufschuhs. Was stimmt denn nun? Die Wahrheit zu den populärsten Laufschuh-Mythen.

Mythos Nummer 7: Auch mit Männerschuhen

Der Mythos
Frauen können auch mit Männerschuhen laufen – und Männer mit Frauen-Laufschuhen.

Die Wahrheit
Das stimmt meist nicht! Frauen haben andere Fuß- und Körperproportionen und einen anderen Bewegungsablauf: Der Fuß landet weiter außen auf der Ferse. Deshalb ist die äußere Fersenpartie des Schuhs stärker angeschrägt. Frauen sind zudem leichter und flexibler. Außen- und Mittelsohle sind bei Damenmodellen daher flexibler und die Dämpfung weicher abgestimmt. Aber: Passform und individuelle Eignung des Schuhs sind wichtiger als die Frage, ob es ein Männer- oder Damenmodell ist. Manche Frauen können daher auch mit Männerschuhen laufen.

8 / 10 | Laufschuhtests können nie jeden Läufer beraten - Jeder Fuß ist anders. Foto: Walter Fey
10 größte Laufschuh-Mythen Mythos Nummer 8: Testsieger kaufen
Medien vermelden die Schädlichkeit des Laufschuhs. Was stimmt denn nun? Die Wahrheit zu den populärsten Laufschuh-Mythen.

Mythos Nummer 8: Testsieger kaufen

Der Mythos
Wenn ein Schuh Testsieger wird, ist er auch für mich der richtige.

Die Wahrheit
Jeder Mensch ist anders. Zum Beispiel hat jeder Mensch andere Augen. Deshalb müssen Brillen individuell angepasst werden. Und das gilt auch fürs Laufen: Unsere Füße sind individuell verschieden, und jeder Mensch hat einen anderen Laufstil. Deshalb muss jeder Läufer den für sich optimal geeigneten Schuh finden. Die im RUNNER’S-WORLD-Schuhtest verliehene Auszeichnung „Editor’s Choice“ zeichnet Laufschuhe aus, die besonders gut konstruiert, deshalb aber nicht unbedingt für alle Läufer gut geeignet sind.

9 / 10 | Füße fühlen sich barfuß am wohlsten...aber nicht auf Asphalt. Foto:
10 größte Laufschuh-Mythen Mythos Nummer 9: Besser barfuß
Medien vermelden die Schädlichkeit des Laufschuhs. Was stimmt denn nun? Die Wahrheit zu den populärsten Laufschuh-Mythen.

Mythos Nummer 9: Besser barfuß

Der Mythos
Barfußlaufen ist gesünder als das Laufen mit Schuhen, es fördert den natürlichen Bewegungsablauf.

Die Wahrheit
Die Frage des gesunden Laufens stellt sich für Läufer anders als für Nichtläufer: Läufer können meist nicht barfuß laufen (siehe Mythos Nr. 1), aber es ist durchaus empfehlenswert, regelmäßig barfuß zu laufen. Wer sonst nur mit Schuhen läuft, sollte zu Beginn aber keinesfalls mehr als 10 Prozent des wöchentlichen Trainingsumfangs barfuß laufen.


10 / 10 | Ein Laufband ist nicht die Straße Foto: Thomas Koch
10 größte Laufschuh-Mythen Mythos Nummer 10: Laufband-Analyse ist genau
Medien vermelden die Schädlichkeit des Laufschuhs. Was stimmt denn nun? Die Wahrheit zu den populärsten Laufschuh-Mythen.

Mythos Nummer 10: Laufband-Analyse ist genau

Der Mythos
Eine Laufbandanalyse gibt mir genauen Aufschluss darüber, welchen Laufschuh ich brauche.

Die Wahrheit
Eine Laufbandanalyse ist ein gutes Hilfsmittel beim Kauf, verschiedene Schuhe lassen sich damit gut vergleichen, aber zur Laufstilanalyse eignet sie sich nur bedingt. Die meisten Läufer laufen auf dem Laufband anders als im Freien: Körperschwerpunkt und -haltung verändern sich und die Füße setzen anders auf. Eine Laufstilanalyse im Freien lässt wesentlich genauere Rückschlüsse zu.

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Mythos Nummer 1: Laufschuhe verursachen Verletzungen

Mythos Nummer 1: Laufschuhe verursachen Verletzungen

Mythos Nummer 2: Besser wenig Dämpfung

Mythos Nummer 2: Besser wenig Dämpfung

Mythos Nummer 3: Besser viel Dämpfung

Mythos Nummer 3: Besser viel Dämpfung

Mythos Nummer 4: Je stabiler, desto besser

Mythos Nummer 4: Je stabiler, desto besser

Mythos Nummer 5: Stabilschuhe für schwere Läufer

Mythos Nummer 5: Stabilschuhe für schwere Läufer

Mythos Nummer 6: Nur eine andere Farbe

Mythos Nummer 6: Nur eine andere Farbe

Mythos Nummer 7: Auch mit Männerschuhen

Mythos Nummer 7: Auch mit Männerschuhen

Mythos Nummer 8: Testsieger kaufen

Mythos Nummer 8: Testsieger kaufen

Mythos Nummer 9: Besser barfuß

Mythos Nummer 9: Besser barfuß

Mythos Nummer 10: Laufband-Analyse ist genau

Mythos Nummer 10: Laufband-Analyse ist genau

Autor: Urs Weber
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