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RUNNER'S WORLD Laufsymposium Die neuesten Trends der Laufbranche

Auf der ISPO fand zum sechsten Mal das RUNNER'S WORLD Laufsymposium statt, auf dem spannende Themen und Neuerungen der Branche vorgestellt und diskutiert wurden.

Das Laufsymposium von RUNNER’S WORLD hat sich zu einem festen Treffpunkt für Fachhändler, Hersteller und Laufsportinteressierte auf der Sportartikelmesse ISPO in München entwickelt. Auch in diesem Jahr wurden dort am 4. Februar 2019 die neuesten Trends im Laufschuhmarkt und in der Laufszene vorgestellt und diskutiert. Verschiedene Laufschuhmarken präsentierten ihre Innovationen. Zum ersten Mal war auch eine Krankenkasse mit dabei, die ihr Konzept vorstellte, wie sie ihre Versicherten zu mehr Bewegung motivieren möchte.

Tobias Gröber von der ISPO-Messe begrüßte die Teilnehmer und lud sie ein, die Vielfalt des Angebotes auf der Messe zu erleben. Während andere vergleichbare Messen Rückgänge zu verzeichnen hätten, sei die ISPO in den letzten Jahren gewachsen, was Gröber unter anderem darauf zurückführte, dass die ISPO schon seit 10 Jahren verstärkt auf Online gesetzt habe und so alle relevanten Zielgruppen erreiche.



Auch das Laufsymposium konnte sich über gestiegene Besucherzahlen freuen. Für dieses Jahr wurde gegenüber den Vorjahren - das erste Symposium fand 2014 statt - der Name geändert. Aus dem Laufschuhsymposium wurde das Laufsymposium. "Wir haben schon immer mehr als über Schuhe geredet", sagte Urs Weber, Redakteur bei RUNNER’S WORLD, bei der Begrüßung. Man habe also nicht das Konzept geändert, sondern nur den Namen angepasst.

Zahlen und Fakten der RUNNER’S WORLD-Leserumfrage

Gute Nachrichten für den Fachhandel hatte Weber bei der Präsentation der RUNNER’S WORLD Leserumfrage 2018, an der über 9000 Läuferinnen und Läufer teilgenommen hatten. Die halten nämlich bei Ihren Einkäufen, trotz der Konkurrenz des Internets, den Sportgeschäften und spezialisierten Laufsportgeschäften die Treue. Die Summe, die sie für Laufbekleidung und Schuhe ausgeben ist seit Jahren im Wesentlichen konstant. 2,8 Paar Laufschuhe haben die Leser im vergangen Jahr im Schnitt gekauft und für das kommende Jahr planen über 90 Prozent, sich neue Schuhe zu kaufen. Dabei seien sie bereit, in ihren Lieblingslaufschuh auch etwas mehr Geld zu investieren, berichtete Weber.


UNDER ARMOUR präsentiert "Connected Footwear"



Under Armour gehört heute zu den bekanntesten Sportartikelmarken, obwohl sie erst vor 22 Jahren gegründet wurde. Für Laufschuhe war die Marke allerdings bislang weniger bekannt. Das soll sich durch eine Reihe von Innovationen schon bald ändern. "Under Armour macht Dich besser", das sei die Mission der Marke, erklärte Topher Gaylord beim Laufsymposium. Mit diesem Anspruch sei man auch an die Entwicklung der neuen Generation von Laufschuhen herangegangen. Dabei habe man nicht nur die Schuhe selbst, sondern vor allem die Läufer im Blick gehabt und wie sie in den Schuhen laufen.

Gemeinsam mit DOW-Chemicals entwickelte Under Armour ein neues Zwischensohlenmaterial, das eine sehr gute Dämpfung bei gleichzeitigem Energy-Return bieten soll. Die neue Generation der HOVR-Schuhe zeichnet sich aber auch durch einen Chip im Schuh aus, der Daten über das Training des Läufers und seinen Laufstil aufzeichnet und ans Smartphone übermittelt. Alter, Gewicht, Körpergröße, Geschlecht und die übliche Laufgeschwindigkeit benötigt die App, um dem Läufer nach dem Lauf Hinweise zur Verbesserung seines Trainings zu geben, zum Beispiel über seine Schrittlänge. Die sei bei vielen Läufern zu groß, erklärte Dave Drombow, Chefdesigner bei Under Armour. Das erhöhe die Verletzungsgefahr und verbrauche mehr Energie.

Das Angebot werde von den Läufern sehr gut angenommen, berichtete Ben McAllister, Leiter der "Connected Fitness" bei Under Armour. Die Anwendung sei einfach und mühelos und biete dem Läufer Problemlösungen hinsichtlich der Vermeidung von Verletzungen und der Verbesserung der eigenen Leistung. Aus den Datenauswertungen wisse man, dass die Läufer nicht nur häufiger laufen, wenn sie Sensor und App nutzen, sondern auch ihre durchschnittliche Laufgeschwindigkeit steigern.

ASICS hat die Olympischen Spiele in Tokio im Fokus



Die Olympischen Spiele in Tokio 2020 werfen ihre Schatten voraus, besonders natürlich für Asics. Die Marke hat nicht nur ihre Wurzeln in Japan, sondern ist auch Goldsponsor der Olympiade im kommenden Jahr. Auf eine siebzigjährige Tradition kann Asics in diesem Jahr zurückblicken. Und immer noch gelte das Credo des Firmengründers, Kihachiro Onitsuka, dass Bewegung das Leben besser macht, erklärte Alistair Cameron, der Geschäftsführer für den europäischen Markt. Das einst von Toyota entwickelte Prinzip des Kaizen, die ständige Verbesserung von Produkten, hat man sich auch bei Asics zu eigen gemacht. Dafür unterhält man in Kobe ein eigenes Forschungslabor, in dem Schuhe und Materialien mit wissenschaftlichen Methoden untersucht und weiterentwickelt werden. Dort fließen auch die Rückmeldungen von Top-Athleten und Freizeitläufern in die Produktentwicklung mit ein, um die sich Asics in Zukunft verstärkt kümmern will.

Wie wirkt sich die Ermüdung während eines Laufs auf die Bewegung und die Belastung auf den Bewegungsapparat aus? Das ist eine der Fragestellungen, die im Forschungslabor in Kobe untersucht werden, berichtete Marketing-Direktor Andreas Moll. Für die Forscher dabei besonders interessant: Kann man durch die Konstruktion des Schuhs erreichen, dass die Läufer mit demselben Energieaufwand länger laufen? Der Ansatz von Asics war, durch die Sohlengestaltung die Bewegung des Sprunggelenks zu verringern und somit die Wadenmuskulatur zu entlasten. Ein Prototyp kristallisierte sich dabei als besonders vielversprechend heraus, der anschließend in einer Studie mit Freizeitläufern getestet wurde. Dabei wurde dieser Denkansatz bestätigt. Mit dieser Sohlenkonstruktion wende man sich vom alten Paradigma der Bewegungskontrolle durch den Schuh ab, so Moll, und setze ein Konzept um, das auf sich verändernde Bewegungsmuster reagiere und nur Unterstützung biete, wenn sie auch gebraucht werde.

Moll gab auch noch Ausblicke auf neue Materialien, die eine bessere Belüftung der Schuhe bewirken, und neue Sohlenkonstruktionen, auch für die Außensohle. Hier würden die Erfahrungen mit Materialien und Sohlengeometrien aus dem Trail-Running auch auf den Straßenlauf übertragen. Im Hinblick auf die Olympischen Spiele kündigte Moll auch neue Sohlen für den Sprint und die Mittelstrecken an. Statt Metallspikes sollen für die Athleten individuelle Sohlen im 3D-Druck entstehen. Auch für den Handel gibt es Innovationen, zum Beispiel in Form einer Bewegungsanalyse mit Bewegungssensoren, welche die Schuhauswahl erleichtern und optimieren soll.

Inov-8 setzt auf Graphene in Außensohlen



Andreas Moll hatte schon angesprochen, wie wichtig der Grip bei Trail-Running Schuhen ist. Inov-8 aus England ist Spezialist in diesem Marksegment. Michael Price, Leiter Produktmanagement und Marketing, präsentierte ein neues Sohlenmaterial, das auf Forschungsergebnissen der Universität Manchester beruht. Ausgangsstoff ist Graphene, das auf isolierten Graphit-Atomen basiert. Damit ist es möglich, dünne, flexible und gleichzeitig sehr harte und dauerhafte Materialien herzustellen, für die es bereits viele Anwendungen gibt. Die beiden Entwickler, Andre Geim und Kostya Novoselov, wurden dafür im Jahr 2010 mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet. Inov-8 kooperiert seit Anfang 2017 mit der Universität und testete innerhalb von 12 Monaten 50 Mischungen mit dem neuen Material und Gummi, um eine neue Laufsohle für Trailschuhe zu entwickeln. 50 Prozent haltbarer, elastischer und stärker sei die neue Sohle gegenüber den herkömmlichen Laufsohlen, erklärte Dr. Aravind Vijayaraghavan von der Universität Manchester, der das Material mit entwickelt hat. Damian Hall, Ultra-Trail-Läufer aus England konnte das aus Erfahrung bestätigen. Insbesondere auf nassem Fels spiele das Material seine Vorteile aus. Der Einsatz des Materials wird vorerst auf die Marke Inov-8 beschränkt bleiben. Es sei zum Patent angemeldet, antwortet Michael Price auf eine Anfrage eines Teilnehmers.

Viactiv positioniert sich als Krankenkasse für Sportler



"Erfolg und Gesundheit beginnen im Kopf", sagt Motivationstrainer Matthias Vette, der für die Viactiv-Krankenkasse anschaulich erläuterte, was wir selbst für unseren Erfolg und unsere Gesundheit tun können. Erfolg misst Vette jedoch nicht in Geld, Besitz oder Status, sondern in der Fähigkeit, dass das gelingt, was man sich vorgenommen hat, und dass man eben nicht nur nicht krank ist, sondern sich auch geistig und seelisch gesund fühlt. "Wer überzeugt ist, findet Lösungen und Möglicheiten. Wer nicht überzeugt ist wird Gründe und Ausreden finden", machte Vette darauf aufmerksam, wie wichtig die Motivation und die Überzeugung, es schaffen zu können, für den Erfolg sind. Und diese Einstellung könne man trainieren. "Deine Gedanken sind der Beginn Deiner Taten", zitierte er den griechischen Philosophen Epikur. Seine Ratschläge für Veränderungen:

1. Ziel setzen
2. Plan entwickeln
3. Erfolge festhalten
4. Erfolgsblockaden auflösen
5. Neue Einstellungen verinnerlichen.

Christoph Metzelder war erfolgreicher Fußballprofi und ist heute Vorsitzender seines Heimatvereins TuS Haltern. Mit seinem Verein kooperiert er mit der Viactiv-Krankenkasse, weil sie, wie er erläuterte, dasselbe Ziel verfolgen: Menschen für Bewegung und Sport zu begeistern. "Wir sehen uns in erster Linie als Coach", erklärte Reinhard Brücker, Vorstandsvorsitzender der Viactiv, die Strategie seiner Kasse. Die Viactiv hat sich als Krankenkasse auf Sportler spezialisiert und entwickelt für diese Zielgruppe spezielle Angebote, wie zum Beispiel den Activ-O-Mat, der Menschen helfen soll, die richtige Sportart für sich zu finden. So wird zum Beispiel abgefragt, ob man eher Teamsport bevorzugt, im Sport auch den Körperkontakt mit dem Gegner nicht scheut, ob man lieber wetterunabhängig in der Halle bleibt oder lieber draußen ist, ob feste Termine für den Sport o.k. sind oder ob man lieber zeitich unabhängig Sport treibt. Aus den Antworten destilliert der Active-O-Mat verschiedene Vorschläge, die als Sport in Frage kommen können. Im nächsten Schritt, so Christoph Metzelder, sollen auch noch passende Sportangebote in der Region angezeigt werden.

True Motion setzt als junge Laufschuhmarke auf einen neuen biomechanischen Ansatz



Mit großer Spannung wurde die Präsentation von True Motion erwartet. Hinter der neuen Marke verbergen sich mit Andre Kriwet und Prof. Gert-Peter Brüggemann zwei Veteranen des Laufschuhmarktes, die viele Jahre bei großen Laufschuhherstellern wie Asics, Nike und Brooks zusammengearbeitet haben - Brüggemann auf der wissenschaftlichen Seite, Kriwet auf der Produktebene. Dritter im Bunde bei der Neugründung ist Christian Arens, der für die Finanzen verantwortlich zeichnet.

Braucht es wirklich eine neue Laufschuhmarke?, fragte Kriwet und verneinte dies sogleich. Aber andererseits, fügte er gleich hinzu, habe es in den letzten zehn Jahren im Laufschuhbereicht keine wirklichen Innovationen gegeben. Die Wissenschaft habe die Pronation zwar offiziell zu Grabe getragen, ohne jedoch wirklich neue, tragfähige Konzepte zu präsentieren. Das war für Prof. Gert-Peter Brüggemann der Ausgangspunkt, sich nochmals intensiv mit der Pronation und vor allem mit der Kopplung von Sprungelenk, Schienbein und Knie zu beschäftigen. Das Knie, so Brüggemann, führe nämlich seit Jahren in der Verletzungsstatistik.

Bisherige Laufschuhkategorien würden nur auf Symptome reagieren, aber nicht die Ursache von Problemen adressieren. Ein Problem sei immer noch der Hebel, der durch den Schuh auf die Ferse und das Sprunggelenk ausgeübt wird. Diese Bewegung setze sich über die Rotation des Schienbein bis ins Kniegelenk fort, wo dann die Probleme entstehen. Das Ziel bei der Schuhentwicklung sei deshalb gewesen, den Kraftangriffspunkt nach dem Fußaufsatz schnell zu zentrieren, um Hebelkräfte und Rotationen zu vermeiden und die Kraft in der Schrittabwicklung nach vorne zu leiten. Vorbild für die Sohlenkonstruktion war die Natur, nämlich das Fettpolster unter der Ferse. Das, so Brüggemann, übernehme beim Barfußlauf genau diese Funktion. Bei den Schuhen von True Motion ist deshalb die Laufsohle unter der Ferse als U geformt, über das die Zwischensohle gespannt ist. Dadurch soll die Kraft nach dem Fußaufsatz unter der Ferse zentriert werden. So würden auch die Beinachse und das Knie stabilisiert. Somit, erklärte Brüggemann, vermeide man auch die Ursache für die meisten Probleme, die bei anderen Schuhen entstehen können.

Für diese Neuentwicklung wurde True Motion auf der ISPO mit dem Innovationspreis in Gold ausgezeichnet. Ab Mitte dieses Jahres sollen die Schuhe in ausgewählten Laufshops erhältlich sein. Der Verkaufspreis wird bei 150 Euro liegen.
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Autor: Wolfgang Best, Fotos: Anna Drabinski 05.02.2019
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