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Ausrüstungs-Ratgeber Die richtige Laufkleidung für den Winter

Bei Schnee und Eis wollen Sie beim Laufen nicht frieren, aber auch nicht in dicken Jacken schwitzen. So sind Sie im Winter optimal angezogen.

Winter-Ausrüstung +
Foto: iStockphoto

Ein Longsleeve mit Mütze und Handschuhen ist für Winterläufe oft völlig ausreichend.

Wenn der Frost in den Ästen glitzert und der Atem in der Luft gefriert, überlegen Sie sich als Läufer zweimal, was Sie anziehen. Falsch machen kann man aber eigentlich nur zwei Sachen: Sich a) zu dünn anziehen oder sich b) zu dick anziehen. Tatsächlich ist letzteres öfter der Fall. Warum das so ist, und was die richtige Winterbekleidung ausmacht, das beschreiben wir hier.

Warum ziehen sich Läufer häufig zu warm an?

Ist es draußen kalt, gehen wir normalerweise nur mit mehreren Kleidungsschichten, dicken Socken und warmer Jacke vor die Tür. Umso größer ist die Überwindung, sich beim Laufen nur mit dünner Tight und Sportjacke nach draußen zu wagen. Tatsächlich ist der Körper aber in der Lage, sich schnell selbst aufzuwärmen. Als Faustregel kann man sich merken: Beim Anziehen so tun, als sei es draußen 10 Grad wärmer, dann schwitzt man später nicht.

Wie ist ein gutes Winter-Outfit aufgebaut?

Ideal sind bei kalten Temperaturen die Kombinationen verschiedener Bekleidungsschichten. Dabei gilt:
  • Die unterste Schicht (Baselayer) besteht aus Funktionswäsche, die den Schweiß vom Körper wegtransportiert und die Haut trocken hält.
  • Die mittlere Schicht ist die wärmeisolierende Schicht aus Funktionsshirt oder Fleece-Pullover (Mid-Layer).
  • Die oberste Schicht hat dann die Aufgabe, Wind und Niederschlag abzuhalten (Top-Layer).
  • Wärmende Accessoires, wie Mütze, Halstuch und Handschuhe komplettieren das Outfit und verhindern, dass zu viel Körperwärme über Kopf und Hände abgegeben wird.

Im folgenden Ratgeber gehen wir auf die einzelnen Schichten der Winterkleidung im Detail ein und schlagen ein paar empfehlenswerte Produkte vor.

Die unterste Schicht: Merinowolle wirkt isolierend

Für den Part der Winterkleidung, der unmittelbar auf der Haut aufliegt, haben Sie die Wahl zwischen künstlicher Funktionsfaser (z.B. Polypropylen) und Naturfaser (z.B. Baumwolle). Kunstfaser hat den Vorteil, dass sie Flüssigkeit zuverlässig ableitet und die Haut trocken hält. Außerdem ist sie meist schön stretchig, fühlt sich dadurch aber auch sehr technisch an.

Naturfaser, insbesondere Baumwolle, ist dagegen kuschelig-weich, dafür aber schnell nass. Eine Ausnahme ist Merinowolle, die aufgrund des hohen Luftgehaltes in ihren Fasern sehr funktional ist. Deshalb sind Merino-Shirts und -Hosen gut als Baselayer im Winter geeignet. Im Zweifel gilt aber wie immer: Anprobieren führt zum passenden Produkt.

» Laufbekleidung aus Merino-Wolle im Überblick

Die mittlere Schicht: Bei Laufshirts kommt es auf guten Sitz an

Mit die wichtigste Investition für das Winterlauf-Outfit ist ein gutes Langarm-Shirt. Das kann entweder unter einer Laufjäcke getragen werden, oder an trockenen Tagen als oberste Schicht. Dieses Shirt sollte perfekt sitzen, denn durch zu lockere oder zu enge Stellen dringt Kälte ein.

Die optimale Größe des Shirts können Sie auch hier nur durch die Anprobe erkennen. Es sollte sich dem Körper anpassen, aber nicht Ihre Laufbewegungen einschränken. Bitte auch kein Schlabberlook, dann kann das Shirt seine Funktion nicht mehr erfüllen, nämlich ein angenehmes Trageklima schaffen und Feuchtigkeit vom Körper leiten.

Die oberste Schicht: Fleece-, Microfaser- oder Membranjacke?

Als äußere Schicht kommen an kalten, trockenen Tagen wärmende Oberteile aus Fleece oder Microfaser infrage. Bei Niederschlag eignen sich Membranjacken, die mit hauchdünne Zwischenschichten ausgestattet sind, die die Jacke wind- und wasserdicht machen.

Viele Jacken haben außerdem eine "Windstopper"-Membran. Diese besteht aus PTFE (Polytetrafluorethylen). Sie ist superleicht und praktisch von außen winddicht. Feuchtigkeitsmoleküle von innen lässt diese Membran aber trotzdem durch.

Tights für den Winter: Wie dick müssen sie sein?

Tendenziell sind die Beine am wenigsten kälteempfindlich, trotzdem sollten Sie eine gute Winterlaufhose im Schrank haben. Diese kann eine leichte Fütterung haben oder mit Windstoppern bzw. Membranen ausgestattet sein.

Die Wintertight darf ruhig etwas weiter geschnitten sein, sollte auf keinen Fall zu klein sein oder zu eng sitzen. Und sie muss lang genug sein, damit keine Kältebrücken bei ungeschützter Haut entstehen.

Mützen und Handschuhe: Wichtige Winter-Accessoires

Über Kopf und Hände gibt der Körper am meisten Wärme ab – aber auch Feuchtigkeit/Schweiß. Deshalb sollten Laufmütze und Laufhandschuhe unbedingt aus Funktionsmaterial bestehen. Als Kopfbedeckung reicht oft auch ein dünnes, faltbares Mikrofaser-Schlauchtuch (z.B. Buff, Hed).

Dünne Laufhandschuhe sind im mitteleuropäischen Winter ausreichend, lassen sie sich doch unterwegs gut verstauen. Fingerhandschuhe eignen sich zum Laufen grundsätzlich besser als Fäustlinge. Statt dicker Fütterung sind sie oft aus Microfleece und unter Umständen auch mit Windstopper-Membran ausgerüstet, zumindest auf dem Handrücken. Praktisch ist die Kombination aus Fingerhandschuhen und einem regen- und windfesten Überzug (z.B. GripGrap Running Thermo).

Diese Winter-Ausrüstung haben wir in der Redaktion während der kalten Tage getestet und für gut empfunden:

Brauche ich bei Kälte einen Mundschutz?

Ob Sie an kalten Tagen die Atemluft mit einem Schal, einem Tuch oder einer speziellen Maske anwärmen oder nicht, ist Ihrer Präferenz überlassen. Ab etwa -10°C kann das Atmen beim Laufen allerdings tatsächlich unangenehm werden. Als Atemschutz eignet sich die Schlauchtücher, die es z.B. von Buff auch in einer Fleece-Version gibt. Beachten sollten sie, dass durch die Atemfeuchtigkeit der Stoff feucht werden und sogar gefrieren kann.

Was ist mit den Schuhen? Kann ich meine normalen Laufschuhe tragen?

Grundsätzlich können Sie Ihre ganz normalen Laufschuhe auch im Winter tragen. Allerdings sind diese zumeist nicht auf viel Nässe und rutschigen Untergrund ausgerichtet, weshalb einige Hersteller spezielle Winterschuh-Modelle anbieten. Vergleichbar sind die unterschiedlichen Modelle mit Sommer- und Winterreifen – es ist also empfehlenswert, mindestens ein Paar Winterlaufschuhe zu besitzen.

Winterlaufschuhe zeichnen sich durch eine weichere Gummimischung an der Sohle aus, die auf nassem Asphalt mehr Grip bietet und meist mehr Profil hat. Außerdem sorgt eine Membran im Obermaterial für trockene Füße. In der Bilderstrecke unten stellen wir die aktuellen Winterschuh-Modelle einzeln vor.

» Mehr zum Thema Winterlaufschuhe verrät unser Equipment-Experte Urs Weber auch in der ersten Ausgabe des RUNNER'S-WORLD-Podcast!
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