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Zeitmess-Systeme Welche Uhr ist die Richtige?

Zeitmess-Systeme sind nicht immer aufeinander abgestimmt - was Sie über die offizielle Zeitnahme wissen müssen.

"Sind bei großen Läufen eigentlich die offiziellen Uhren und die Zeitmess-Systeme aufeinander abgestimmt? Beim Hamburg-Marathon zeigte die offizielle Zieluhr 4:44:50 Stunden an. Die war um Punkt 9.00 Uhr gestartet worden, ich selber exakt um 9:15 Uhr. Laut der Zeitnahme per Championchip bin ich auf brutto 4:30:48 und netto 4:30:04 gekommen. Das legt ja die Vermutung nahe, dass offizielle Uhr und Zeitmess-System nicht aufeinander abgestimmt waren. "

Herr K. P., Hamburg
Ratgeber Wieso diese Uhr? +
Foto: Norbert Wilhelmi

Die Uhr im Ziel eines Marathons zeigt keineswegs die Zeit derer an, die sie gerade passieren.


Martin Grüning +
Foto: Runner’s World

RUNNER´S-WORLD-Trainingsexperte Martin Grüning

RUNNER´S-WORLD-Trainingsexperte Martin Grüning antwortet: antwortet:
Tatsächlich sind Zieluhr und Zeitmess-System nicht unbedingt aufeinander abgestimmt. Sie sollten es logischerweise sein, sind aber nicht immer aneinander »gekoppelt«. Fälschlicherweise bezeichnen Sie also die Zieluhr als »offizielle« Uhr, das ist sie aber nicht. Die Zieluhr dient vor allem den Zuschauern im Zielbereich dazu, absehen zu können, wie viel Laufzeit schon verstrichen ist und schlussendlich natürlich, welche Zeit der Sieger beziehungsweise die jeweils Einlaufenden haben.

Dabei kann die Zieluhr nur als Orientierung gelten, die offiziellen und individuellen Zeiten misst nur der Chip. Irreführend ist die Zieluhr – wie Sie schon richtig feststellen – natürlich sowieso für alle die, die nicht aus dem sogenannten „ersten“ Block gestartet sind, ja sogar eigentlich für alle, die nicht in der ersten Startreihe standen. Fazit: Mehr als eine grobe Orientierung für die Zuschauer und die ersten Läufer ist die Zieluhr tatsächlich nicht.

Völliger Unsinn, ja sogar verwirrend, sind mittlerweile die Uhren, die an den markanten Zwischenmarken (5 km, 10 km, 15 km, 20 km usw.) immer noch aufgestellt werden. Auch diese haben nur für die allerersten Läufer Gültigkeit, denn sie werden mit dem Startschuss, also dem Start der ersten Laufreihe, in Gang gesetzt. Für den Rest des Feldes, der Zeit braucht, um bis über die Startlinie zu laufen und/oder sogar zeitversetzt gestartet wurde, gelten die Zeiten nicht. 99 Prozent der Läufer müssen mit Hilfe der eigenen Uhr am Handgelenk ihre Zwischenzeiten kontrollieren und dürfen sich nicht mit den »öffentlichen« Uhren messen. Wir meinen: Weg mit den Zwischenzeitenuhren, sie helfen nicht und irritieren doch nur.
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14.10.2008
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